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Inhalt archiviert am 2023-01-20

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Eine Studie warnt vor einem Spannungsverhältnis zwischen der Mobilität der Forscher und einem ausgewogenen wissenschaftlichen Wachstum

Eine Untersuchung der Mobilität der Wissenschaftler innerhalb Europas, die von einem Team der Universität Leeds durchgeführt wurde, führte zu dem Schluss, dass die EU-Politiken mit dem Ziel der Förderung des freien Verkehrs der Forscher ohne Überprüfung zu einer Schmälerung de...

Eine Untersuchung der Mobilität der Wissenschaftler innerhalb Europas, die von einem Team der Universität Leeds durchgeführt wurde, führte zu dem Schluss, dass die EU-Politiken mit dem Ziel der Förderung des freien Verkehrs der Forscher ohne Überprüfung zu einer Schmälerung der Regenerationsfähigkeiten schwächerer Regionen führen könnten. Die Studie hat den Titel MOBEX (Mobilität und Exzellenz auf den Arbeitsmärkten: die Frage des ausgewogenen Wachstums) und wurde vom UK Economic and Social Research Council finanziert. Erklärtes Ziel der Studie war die Untersuchung des Zusammenhangs zwischen dem freien Verkehr von Personen und hervorragenden wissenschaftlichen Leistungen. Die Studie wurde in Form einer einjährigen empirischen Untersuchung der Bewegungen der Wissenschaftler zwischen Italien und Großbritannien durchgeführt. Der Bericht erklärt, dass man beschlossen hatte, sich auf diese beiden Länder zu konzentrieren, weil 'Italien ein wichtiges 'Geberland und Großbritannien ein wichtiger 'Empfänger in der EU war. Die Daten wurden mittels politischer und rechtlicher Analysen, E-Mail-Fragebögen und wertvollen Interviews mit Wissenschaftlern in Großbritannien und Italien gesammelt. Der Bericht führt an, dass die Forschung 'die Bedeutung der Mobilität der Wissenschaftler für die empfangenen den Regionen nicht nur im Hinblick auf fehlende Talente unterstreicht, [...] sondern auch in punkto der Förderung einer 'internationalen Kultur, in der sich die Wissenschaft bewegt und es zu einem Wissenstransfer kommt. Das Team unter der Leitung von Professorin Louise Ackers kam zu dem Schluss, dass ausländische Wissenschaftler Großbritannien aufgrund des guten Rufes des Landes für hervorragende Leistungen in der Wissenschaft als erstrebenswertes Land für einen Arbeitsplatz ansehen. Es sieht auch so aus, als seien die Arbeitsmärkte für Wissenschaftler in GB relativ offen, transparent und leistungsorientiert und demzufolge international. 'Dies ist in anderen Ländern nicht immer der Fall, wo unzureichende Mittel, Mäzenatentum und Protektionismus darüber entscheiden können, wer die Stelle bekommt, erklärte Professorin Ackers. Dieser Fluss der Wissenschaftler aus Italien in andere Teile Europas bietet nun den italienischen Politikern Anlass zur Sorge. Ein aus Italien stammendes Mitglied des Teams aus Leeds, Sonia Morano-Foadi, schreibt das Phänomen teilweise dem Einfluss der sogenannten 'barone-Dozenten zu, die dem Vernehmen nach die 'Geschäftemacher auf dem Arbeitsmarkt der Universitäten sind und häufig von Wissenschaftlern fordern, bis zu zwei Jahren ohne Gehalt zu arbeiten, um vorwärts zu kommen. Darüber hinaus heißt es in dem Bericht: 'Ein mangelnder klarer Zusammenhang zwischen hervorragenden wissenschaftlichen Leistungen und dem Weiterkommen auf der Karriereleiter führt nicht nur zu einem Ausbluten der wissenschaftlichen Talente in Italien, sondern auch zu einer fehlenden Attraktivität des Landes für Fachleute aus dem Ausland. Aus der Sicht Großbritanniens warnt das Team allerdings davor, dass sich die Politiker zu sehr auf die Abwanderung der Talente in die USA konzentrieren und nicht die Bedeutung der aus anderen Teilen der EU nach Großbritannien kommenden Wissenschaftler erkennen. 'Das Versäumnis, diese Situation klar zu erkennen und darauf im Rahmen der Erweiterung zu reagieren, kann für Großbritannien einen Wettbewerbsnachteil mit sich bringen. Das Team hat nämlich bereits mit der Arbeit an einer neuen Untersuchung begonnen, mit der die Auswirkungen der Erweiterung auf die Arbeitsmärkte für Wissenschaftler ermittelt werden sollen. Die ersten Ergebnisse weisen darauf hin, dass nunmehr Deutschland und Österreich die erste Wahl für viele der besten Studenten aus Zentral- und Osteuropa sind, wohingegen Großbritannien die Tendenz hat, 'sich auf seinen Lorbeeren als wichtigster Magnet für die besten Wissenschaftlertalente auszuruhen. Bei den Schlussfolgerungen aus der MOBEX-Studie warnt Frau Professor Ackers jedoch: EU-Politiken mit dem Ziel der Förderung von Zentren für hervorragende Leistungen, um die Ausbildung von Fähigkeiten und Wissenstransfer zu verstärken, sind eventuell nicht mit dem Ziel der Schaffung eines ausgewogenen Wachstums in ganz Europa vereinbar. Frau Professor Ackers erklärt: 'Der freie Verkehr der wissenschaftlichen Talente bedeutet an sich kein 'brain drain. Zu einem Problem wird die Sache dann, wenn nur wenige (in ihr Heimatland) zurückkehren und es dem Land oder der Region nicht gelingt, Wissenschaftler aus dem Ausland anzuziehen. Dies könnte die Regenerationsfähigkeiten der schwächeren Regionen schmälern.

Länder

Italien, Vereinigtes Königreich

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