Skip to main content
Weiter zur Homepage der Europäischen Kommission (öffnet in neuem Fenster)
Deutsch Deutsch
CORDIS - Forschungsergebnisse der EU
CORDIS

Article Category

Inhalt archiviert am 2023-01-20

Article available in the following languages:

Neuer Bericht drängt französische Regierung zur Konzentration auf Nanotechnologien

Ein vor kurzem von den französischen Akademien der Wissenschaften und Technologie veröffentlichter Bericht hat die französische Regierung gedrängt, ein "nationales Forschungsprogramm" einzurichten, wenn sie verhindern wolle, "eine Metro zu spät" für die Revolution der Mikro- u...

Ein vor kurzem von den französischen Akademien der Wissenschaften und Technologie veröffentlichter Bericht hat die französische Regierung gedrängt, ein "nationales Forschungsprogramm" einzurichten, wenn sie verhindern wolle, "eine Metro zu spät" für die Revolution der Mikro- und Nanotechnik zu sein. Der Bericht mit dem Titel "Nanowissenschaft, Nanotechnologie" spricht sich für eine Nationale Agentur für Nanowissenschaft und Nanotechnologie (A3N) aus, welche die Forschungsinitiativen zentralisieren und eine Führungsstruktur für die französische Nanotechnologieforschung bieten soll. "Die Revolution der Nanowissenschaften wird von einer extremen Pluridisziplinarität und einer extrem schnellen Entwicklung charakterisiert", unterstrich Philippe Nozières, Physiker und einer der Autoren des Berichts. "Die gegenwärtigen Strukturen sind bei weitem nicht in der Lage, diesen Zwängen zu begegnen." A3N soll über eine "leichte" und "vorläufige" Struktur mit bedeutenden finanziellen Ressourcen verfügen und in der Lage sein, schnell Teams von Physikern, Chemikern, Biologen und Technikern für die Arbeit an verschiedenen Projekten zusammenzubringen. "Die Nanowissenschaften werden eines Tages in der normalen Arbeitsweise der Wissenschaft aufgegangen sein. Daher ist nur eine provisorische Struktur vonnöten, eine Agentur, welche die finanziellen Mittel verteilt", sagte Nozières. Der Bericht zieht die Gruppierung von interdisziplinären Teams der Schaffung einer neuen Forschungseinrichtung vor. "Es ist besser, die Forscher in ihrer ursprünglichen Umgebung zu lassen." Das Ziel ist, zwischen 100 und 200 Millionen Euro zu mobilisieren, schätzt Claude Weisbuch von der Technologischen Akademie und Forschungsleiter bei der Ecole Polytechnique, um öffentliche Labore und Hochschulen mit Mikro- und Nanotechnik-Infrastrukturen von mittlerer Größe auszustatten wie beispielsweise 'salles blanches' (Reinräume), die gegen Gebühr vermietet werden. Laut dem Bericht schäumt dieser Forschungsbereich über, während Nanowissenschaften und Nanotechnologien zur Schwachstelle Frankreichs werden könnten. Zwar investiere Frankreich bereits einen ziemlichen Betrag in die Erforschung der Mikro- und Nanotechnik, aber nicht auf die richtige Weise, sagt Philippe Nozières. Laut einer im Jahr 2002 in dem Fachblatt 'Nanotechnology' veröffentlichten Studie nahm Frankreich den fünften Platz weltweit bei wissenschaftlichen Publikationen (1997-1999) und den vierten Platz bei der Anmeldung von Patenten (1991-1999) ein. Seitdem wurde Frankreich jedoch von einigen Ländern überholt wie zum Beispiel den USA, Japan, den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich, wo sich der Grad an Investitionen in diesem Gebiet erhöht hat. "In Frankreich", erklärt Nozières, "ist das Geld sehr verstreut und es gibt keine Kontrolle über die Art und Weise, in der es ausgegeben wird. Es gibt viele ausgezeichnete Labors, aber sie sind weit verteilt und lassen sich nicht gut in umfangreichere Projekte integrieren." Die Akademien empfehlen daher, dass die A3N als zentrale, von Wissenschaftlern verwaltete Plattform fungiert, die Verträge an die Labore verteilt und die nationalen Forschungsziele festlegt. Der Bericht argumentiert, dass die Regierungsentscheidungen in den nächsten Jahren wesentliche langfristige Auswirkungen haben werden. "Wir müssen die nanoskalige Materie heute beherrschen, wenn wir an der Industrie von morgen teilhaben wollen", sagte Weisbuch, da "es morgen um die Industrie geht, aber heute die Patente angemeldet werden." Die französische Regierung hat bisher keine Andeutungen gemacht, ob sie den Empfehlungen der Wissenschaftler folgen wird. François d'Aubert, der neue Forschungsminister, hat den Bericht nicht kommentiert. Diese Angelegenheit ist nicht allein ein französisches Problem. Ein anderer, vor kurzem im Vereinigten Königreich veröffentlichter Bericht mit dem Titel "Too little too late? Government Investment in Nanotechnology' hat das britische Wirtschaftsministerium (DTI) kritisiert für sein Versagen bei der angemessenen Unterstützung der Mikro- und Nanotechnik und für den Mangel an einer "klar ausgerichteten Strategie."

Länder

Frankreich, Vereinigtes Königreich

Verwandte Artikel

Mein Booklet 0 0