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Inhalt archiviert am 2023-01-20

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EUA-Bericht: Europa muss sich anpassen, um mit dem Klimawandel zurechtzukommen

Die Europäische Umweltagentur (EUA) hat eine neue Analyse veröffentlicht, in der die zu erwartenden Auswirkungen des Klimawandels in Europa dargelegt werden. Sie forderte "alle Akteure in Politik, Unternehmen oder Diensten, die vom Klimawandel betroffen sein werden" dazu auf, ...

Die Europäische Umweltagentur (EUA) hat eine neue Analyse veröffentlicht, in der die zu erwartenden Auswirkungen des Klimawandels in Europa dargelegt werden. Sie forderte "alle Akteure in Politik, Unternehmen oder Diensten, die vom Klimawandel betroffen sein werden" dazu auf, neue Strategien einzuführen. In dem Bericht "Impacts of Europe's changing climate" werden das Voranschreiten des Klimawandels sowie die Folgen für Europa anhand von 22 Indikatoren in acht großen Kategorien untersucht: Atmosphäre und Klima; Gletscher, Schnee und Eis; Meeressysteme; Ökosysteme der Erde und Artenvielfalt; Wasser; Landwirtschaft; Wirtschaft und menschliche Gesundheit. Die Schlussfolgerung lautet: "Bei fast allen Indikatoren existiert eine deutliche Tendenz, deren Auswirkungen bereits beobachtet werden können." Nach aussage der Verfasser des Berichts gibt es deutliche Hinweise darauf, dass ein Großteil der in den vergangenen 540 Jahren beobachteten globalen Erwärmung durch menschliche Aktivitäten verursacht wurde, insbesondere durch Treibhausgasemissionen. Laut EUA ist es bereits möglich, die Folgen steigender Temperaturen und ihre Auswirkungen auf das Klima der Erde zu beobachten. Die Kohlendioxidkonzentration in der unteren Atmosphäre sei so hoch wie seit mindestens 420.000 Jahren nicht mehr, die Hitzewelle im Jahr 2003 habe zu 20.000 zusätzlichen Todesfällen in West- und Südeuropa geführt und allein im Jahr 2003 sei die Masse der Alpengletscher um zehn Prozent zurückgegangen. Projiziert man die beobachteten Tendenzen für jeden dieser Indikatoren weiter in die Zukunft, ergibt sich ein noch schlimmeres Bild. Bis zum Jahr 2100 wird die Durchschnittstemperatur in Europa 2 bis 6,3 Grad Celsius höher liegen als 1990 und "das "nachhaltige" EU-Ziel der Begrenzung des globalen Temperaturanstiegs auf maximal zwei Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau wird voraussichtlich um das Jahr 2050 herum überschritten werden", so der Bericht. In Europa könnte es aufgrund der Zunahme extremer Wetterereignisse weitere schlechte Ernten geben, fährt der Bericht fort. Bis 2050 werden voraussichtlich 75 Prozent der Gletscher in den Schweizer Alpen verschwunden sein, bis 2080 werden Dürren und intensive Niederschläge häufiger auftreten. Hochrechnungen zeigen ein zu großen Teilen eisfreies arktisches Meer im Sommer 2100. Daher, so die EUA, müsse die Gesellschaft nicht nur Maßnahmen ergreifen, um diese Entwicklung zu bremsen, sondern sich auch auf die Folgen eines unvermeidbaren Klimawandels vorbereiten und entsprechend anpassen. Um Schäden an Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft zu vermeiden oder zumindest einzuschränken, "sind Anpassungsstrategien für die betroffenen Systeme auf europäischer, nationaler, regionaler und lokaler Ebene erforderlich". Im Bericht werden fünf Gründe angegeben, warum derartige Anpassungsstrategien so schnell wie möglich umgesetzt werden sollten. Eine antizipatorische Anpassung sei wirksamer als eine erzwungene oder eine Notanpassung; der zukünftige Klimawandel könne schneller eintreten als vorausgesagt; eine bessere Anpassung an extreme Klimaereignisse würde sofortige Vorteile bringen genau wie die Abschaffung von Politiken und Praktiken, die zu einer ineffizienten Anpassung führen; der Klimawandel bringe sowohl Chancen als auch Gefahren, die nach einer ausreichenden Anpassung besser realisiert werden könnten. Die EUA stellt Beispiele für einige Anpassungsstrategien vor, die in Zukunft eingeführt werden könnten. Um die Auswirkungen steigender Temperaturen zu mildern, könnten Baupläne beispielsweise so geändert werden, dass höhere Temperaturen und ein erhöhter Kühlungsbedarf im Sommer bewältigt werden können. Die Leistungsfähigkeit von Dämmen und anderen Arten des Überschwemmungsschutzes könnte im Hinblick auf höhere Belastungen durch heftigere Stürme bewertet werden, Häfen müssten umgestaltet und der Schutz der Küstenregionen vor den Auswirkungen eines steigenden Meeresspiegels verbessert werden. "Dieser Bericht umfasst eine Fülle von Beweisen, dass der Klimawandel bereits Realität ist und weitreichende Folgen für Menschen und Ökosysteme in ganz Europa hat, von denen viele mit beträchtlichen wirtschaftlichen Kosten einhergehen", erklärte die EUA-Exekutivdirektorin Professor Jacqueline McGlade. "Europa muss weiterhin an der Spitze der weltweiten Bemühungen stehen, die Treibhausgasemissionen zu reduzieren. In dem Bericht wird jedoch außerdem betont, dass auf europäischer, regionaler, nationaler und lokaler Ebene Strategien erforderlich sind, um sich an den Klimawandel anzupassen. Der Klimawandel ist ein Phänomen, das in den kommenden Jahrzehnten und Jahrhunderten beträchtliche Auswirkungen auf unsere Gesellschaften und unsere Umwelt haben wird", schloss Professor McGlade.

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