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Erfolgreicher Abschluss der siebenjährigen Reise von Huygens zum Titan

Die Europäische Raumfahrtagentur (ESA) feiert einen der größten Erfolge ihrer Geschichte, nachdem die Raumsonde Huygens am 14. Januar sicher auf der Oberfläche des Titan - dem größten Saturn-Mond - aufgesetzt ist. Die Bestätigung, dass Huygens den Abstieg durch die dunstige ...

Die Europäische Raumfahrtagentur (ESA) feiert einen der größten Erfolge ihrer Geschichte, nachdem die Raumsonde Huygens am 14. Januar sicher auf der Oberfläche des Titan - dem größten Saturn-Mond - aufgesetzt ist. Die Bestätigung, dass Huygens den Abstieg durch die dunstige Atmosphäre des Titan überlebt hat, kam, als das Radioteleskop von Green Bank in West Virginia, USA, ein schwaches, jedoch unmissverständliches Signal von der Sonde empfing. Und als Huygens begann, die ersten detaillierten Bilder vom Titan über eine Entfernung von 1,5 Milliarden Kilometer an die Erde zurückzusenden, konnten die Wissenschaftler im European Space Operations Centre in Darmstadt, Deutschland, endlich auf eine erfolgreiche Mission anstoßen. 'Die Huygens-Wissenschaftler sind alle begeistert. Das lange Warten hat sich gelohnt', erklärte Jean-Pierre Lebreton, Huygens-Missionsmanager der ESA. Dr. Lebreton und seine Kollegen hatten gehofft, dass die Sonde nach dem Aufsetzen mindestens drei Minuten lang Daten übermitteln würde. Die Instrumente funktionierten jedoch mehr als drei Stunden lang. 'Titan hat uns bereits mehr geliefert, als wir erwartet hatten', erklärte er. Nach der Betrachtung der ersten atemberaubenden Bilder vom Titan erklären Wissenschaftler, dass die Oberfläche des Mondes mit flussartigen Kanälen und Schluchten bedeckt ist, die in etwas münden, was wie ein riesiger Ozean aus einer dunklen teerartigen Substanz aussieht. Auf Farbbildern erscheint die Oberfläche des Titan hellorange mit einem mandarinenfarbenen Himmel. Zudem scheinen die Bilder eine Küstenlinie und ein Flussbett zu zeigen, wo einst eine Flüssigkeit geflossen sein muss, sowie etwas, das wie eine Bank aus Methannebel über der Landschaft aussieht. 'Die Oberfläche war eindeutig weich', erklärte Dr. Lebreton. 'Das beste Bild, was mir dazu einfällt, ist das einer Crème Brûlée - eine Kruste an der Oberfläche und weicheres Material darunter. Außerdem wissen wir, dass beim Aufsetzen etwas Methan beim Kontakt mit einem heißen Rohr von einem der Instrumente verdampft ist.' Huygens wurde u.a. deshalb zum Titan ausgesendet, weil sich Forscher von dem Mond Anhaltspunkte zu den chemischen Bedingungen und Prozessen erhoffen, die auf der Erde vor der Entstehung des Lebens herrschten. Zusammen mit Daten der von den USA gebauten Raumsonde Cassini - die Huygens zum Titan transportierte - hoffen die Wissenschaftler, ein noch nie da gewesenes Verständnis in Bezug auf den größten Saturnmond entwickeln zu können. Die Cassini-Huygens-Mission ist das Ergebnis einer Kooperation zwischen ESA, NASA und der italienischen Raumfahrtagentur (ASI). Insgesamt haben 10.000 Menschen an dem 2,5 Milliarden Euro teuren Projekt mitgearbeitet, einschließlich Wissenschaftlern aus 19 verschiedenen Ländern. NASA Administrator Sean O'Keefe zollte dem Erfolg von Huygens große Anerkennung: 'Der Abstieg durch die Titan-Atmosphäre und hinunter auf seine Oberfläche war offenbar perfekt. Wir gratulieren der ESA zu ihrem spektakulären Erfolg. Wir sind sehr stolz auf die Cassini-Huygens-Teams, die dazu beigetragen haben, diese Mission zu einem technischen und wissenschaftlichen Erfolg zu machen, und wir schätzen das Engagement und die Unterstützung unserer internationalen Partner.' Die Begeisterung der 250 Wissenschaftler und Techniker im Missionskontrollzentrum in Darmstadt wurde von ESA-Wissenschaftsdirektor David Southwood am besten auf den Punkt gebracht. 'Die Götter waren uns gut gesonnen', erklärte er.