Skip to main content

Article Category

Nachrichten

Article available in the folowing languages:

EU-Projekt soll Frage erhellen, wie Ernährung und genetische Faktoren bei der Entstehung von Fettleibigkeit zusammenspielen

Rund fünf Prozent des europäischen Gesundheitsbudgets werden Schätzungen zufolge pro Jahr direkt in Verbindung mit Fettleibigkeit und verbundenen Erkrankungen ausgegeben. Obgleich es sich im Wesentlichen um das einfache Problem eines unausgewogenen Energiehaushalts handelt, is...

Rund fünf Prozent des europäischen Gesundheitsbudgets werden Schätzungen zufolge pro Jahr direkt in Verbindung mit Fettleibigkeit und verbundenen Erkrankungen ausgegeben. Obgleich es sich im Wesentlichen um das einfache Problem eines unausgewogenen Energiehaushalts handelt, ist Fettleibigkeit ein sehr komplexer Zustand. Zwar sind sich die Wissenschaftler einig, dass die Anfälligkeit für Fettleibigkeit in großem Maße durch genetische Faktoren determiniert wird. Die derzeitige Epidemie wird jedoch eindeutig auch von Faktoren beeinflusst, die mit einem nicht gesundheitsförderlichen Lebensstil wie z.B. einer schlechten Ernährung oder dem Mangel an körperlicher Betätigung zusammenhängen. Zudem ist es nach Aussage von Experten unter den derzeitigen Lebensbedingungen für Menschen angesichts der genetischen Voraussetzungen eigentlich gar nicht möglich, die Nahrungsaufnahme effektiv zu regulieren. Im Jahr 2002 forderte der EU-Ministerrat dringend Maßnahmen, um die Ausbreitung von Fettleibigkeit in Europa, insbesondere bei Kindern, zu bekämpfen. Das Ergebnis war die Ankündigung der Kommission, 14,5 Millionen Euro für das Integrierte Projekt DiOGenes (Diet, Obesity and Genes) bereitzustellen. An dem Projekt sind 30 Organisationen aus 15 europäischen Ländern beteiligt, die ein breites Feld an Fachgebieten abdecken. Gemeinsam wollen sie die bisher umfassendste Studie über Ernährungskomponenten sowie die genetischen und verhaltenstypischen Faktoren, die eine Gewichtszunahme bedingen, durchführen. Schwerpunkt des DiOGenes-Projekts ist die Untersuchung, welche Rolle der Gehalt an Kohlenhydraten sowie Nahrungsproteinen bei der Verstärkung des Sättigungsgefühls spielt. Eine DNA-Datenbank mit Daten von über 13.000 Einzelpersonen bildet die Grundlage für die ersten Studien. Bei weiteren Analysen wird eine langfristige Ernährungsinterventionsstudie in acht europäischen Ländern durchgeführt, die vollständige Familien mit sowohl fettleibigen als auch normalgewichtigen Mitgliedern umfasst. Diese und andere neuartige Ansätze sollten dem DiOGenes-Konsortium letztendlich die Möglichkeit geben, ein Verfahren zu entwickeln, mit dem die Vorhersage der Gewichtsveränderung bei Einzelpersonen als Reaktion auf verschiedene Ernährungskomponenten möglich ist, was wiederum personalisierte ernährungsbasierte Behandlungen ermöglichen soll. Außerdem werden Lebensmitteltechnologie-Studien einen wesentlichen Bestandteil des Projekts bilden. Forscher hoffen, Lebensmittel entwickeln zu können, die bei den Verbrauchern sehr beliebt sind, gleichzeitig jedoch auch mithilfe von verstärkten Sättigungssignalen den Konsum im Grenzen halten. Schließlich soll im Rahmen von Demonstrationsprojekten gezeigt werden, wie individualisierte Gewichtsmanagementansätze zur Verringerung des Risikos der Gewichtszunahme oder Wiederzunahme in der Praxis funktionieren. Dr. Jörg Hager, wissenschaftlicher Leiter des französischen DiOGenes-Partners IntegraGen SA, erklärt: 'Fettleibigkeit ist ein gesundheitliches Problem, das für die westlichen Gesellschaften von immer größerer Bedeutung ist. IntegraGen hat bereits umfassende und bahnbrechende Arbeiten im Bereich der Genetik der Fettleibigkeit vorzuweisen und fünf Gene identifiziert, die mit diesem Zustand in Verbindung stehen. Wir freuen uns darauf, unsere Kenntnisse in dieses innovative Projekt einbringen zu können.' Das Integrierte Projekt DiOGenes wird unter dem vorrangigen Themenbereich Lebensmittelqualität und -sicherheit des Sechsten Rahmenprogramms (RP6) der EU finanziert.