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Gesundheitsbedrohung in Europa durch niedrige Temperaturen in der Arktis

Extrem niedrige Temperaturen über der Arktis bewirken die Ausdünnung der schützenden Ozonschicht und könnten die menschliche Gesundheit in einigen Teilen der EU beeinträchtigen, warnte die Europäische Kommission. Europäische Wissenschaftler des EU-finanzierten Projekts SCOUT...

Extrem niedrige Temperaturen über der Arktis bewirken die Ausdünnung der schützenden Ozonschicht und könnten die menschliche Gesundheit in einigen Teilen der EU beeinträchtigen, warnte die Europäische Kommission. Europäische Wissenschaftler des EU-finanzierten Projekts SCOUT- 03 haben herausgefunden, dass die Temperaturen in der oberen Atmosphäre auf ihrem tiefsten Stand seit 50 Jahren angekommen sind, und warnen, dass die Zerstörung der schützenden Ozonschicht bei sehr kalten Bedingungen wesentlich schneller voranschreitet. Dies könnte sich nicht nur auf die Artenvielfalt auswirken, sondern auch das Hautkrebsrisiko in Skandinavien und Mitteleuropa erhöhen. 'In der Arktis war der Winter bisher extrem streng. Es wurden bereits erste Anzeichen eines Ozonverlusts beobachtet und wenn die kalten Temperaturen weiterhin anhalten, wird es voraussichtlich noch zu beträchtlichen weiteren Ozonverlusten kommen', erklärte Janez Potocnik, EU-Kommissar für Wissenschaft und Forschung. Das Integrierte Projekt Scout-03, an dem 59 Partnereinrichtungen aus 19 Ländern beteiligt sind, wird unter dem Sechsten Rahmenprogramm (RP6) finanziert. Im Rahmen des Projekts soll der Zusammenhang zwischen dem Ozongehalt in der Stratosphäre sowie dem Klimawandel in der Arktis erforscht werden. Ziel des Projekts ist eine Vorhersage der zukünftigen Entwicklung der Ozonschicht in globalen Klimamodellen. Die Ozonschicht befindet sich in der Stratosphäre, d.h. in der untersten Schicht der Atmosphäre, und hat die Funktion, die Erdoberfläche vor schädlicher UV-Strahlung zu schützen. Nach Aussage der am Scout-03-Projekt beteiligten Wissenschaftler haben die außergewöhnlich kalten Temperaturen sowie die ungewöhnlich große Anzahl von Polarwolken die chemische Zusammensetzung der Ozonschicht verändert und die Geschwindigkeit, mit der künstlich erzeugte Chemikalien die Ozonschicht zerstören, beschleunigt. Voraussichtlich wird dies zu einem weiterem Ozonabbau führen, wenn in den kommenden Wochen das Frühlingssonnenlicht zurückkehrt. Derzeit wird der Bereich, in dem die Ozonschicht besonders dünn ist, durch Winde eingegrenzt, die die Arktis vom Rest des globalen Klimasystems isolieren. Die SCOUT- 03-Projektpartner sind jedoch der Meinung, dass diese Barriere zusammenbrechen und der Bereich mit nur sehr dünner Ozonschicht sich über Nordeuropa nach Süden hin ausbreiten wird. Ein Loch in der Ozonschicht bedeutet, dass mehr schädliche UV-Strahlung in Bodennähe gelangt und sich das Hautkrebsrisiko potentiell erhöht. 'Die derzeit auftretenden meteorologischen Bedingungen ähneln den Bedingungen im strengen Winter 1999/2000, bzw. sind noch rauer. Damals wurden die bisher schlimmsten Ozonverluste beobachtet', erklärte Neil Harris vom European Ozone Research Coordinating Unit der Universität Cambridge, Großbritannien. Der Gesamtozongehalt, so die Kommission, sei in der arktischen Region seit 1980 allgemein zurückgegangen, bei den gemessenen Werten seien allerdings von Jahr zu Jahr beträchtliche Schwankungen zu verzeichnen. 'Diese Variabilität des Ozonabbaus ist das genaue Gegenteil zur Antarktis, wo in fast allen Wintern seit den späten 1980er Jahren ein nahezu vollständiger Ozonverlust stattgefunden hat. Dieser Unterschied hängt mit den wärmeren Wintertemperaturen in der Arktis zusammen. Es besteht jedoch Anlass zu der Sorge, dass die Bedingungen in der Arktis sich allmählich denen in der Antarktis annähern. Dies würde zu einer Zunahme der UV-Strahlungswerte führen, was wiederum Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit in den Ländern der Nordhalbkugel hätte', schließt die Kommission.