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ERA-Link-Erhebung: Europäische Forscher in den USA befürworten engere Kontakte mit Europa

Aus einer umfassenden Erhebung, die bei in den USA tätigen europäischen Forschern durchgeführt wurde, geht hervor, dass diese fast durchweg Interesse daran haben, ihre Kontakte zu Forschern und wissenschaftlichen Einrichtungen in Europa zu intensivieren. Laut Statistiken der...

Aus einer umfassenden Erhebung, die bei in den USA tätigen europäischen Forschern durchgeführt wurde, geht hervor, dass diese fast durchweg Interesse daran haben, ihre Kontakte zu Forschern und wissenschaftlichen Einrichtungen in Europa zu intensivieren. Laut Statistiken der Kommission lebten 1999 schätzungsweise 85.000 Europäer, die im Bereich Wissenschaft und Technologie (W&T) tätig sind, in den USA. Die Initiative 'European Researchers Abroad (ERA) Link' basiert auf der Tatsache, dass die Kommission diese Forscher trotz ihrer räumlichen Entfernung als einen potentiellen Gewinn und nicht als Verlust betrachtet. Um das Potential dieser europäischen Wissenschaftsgemeinschaft voll auszuschöpfen, wurde vorgeschlagen, die Kommunikation sowie die Netzwerke zwischen Forschern auf beiden Seiten des Atlantiks zu stärken. Mit der ERA-Link-Erhebung, die von der GD Forschung sowie den Wissenschaftsberatern der EU-Vertretung und EU-Mitgliedstaaten in Washington entwickelt wurde, sollte ein besseres Verständnis der Art von Informationen und Diensten erzielt werden, die in den USA tätige Forscher aus Europa als hilfreich empfinden würden. Insgesamt nahmen 1.912 Forscher aus 33 europäischen Ländern an der Umfrage teil. Bei der Mehrheit der Teilnehmer handelte es sich um Postdoktoranden oder höhergestellte Forscher an Universitäten und öffentlich finanzierten Forschungsinstituten in 49 der 50 Bundesstaaten der USA. In Bezug auf die Forschungsbereiche gingen die meisten Antworten aus den Bereichen Biologie (27 Prozent), Physik (15 Prozent), Ingenieurwesen (13 Prozent) sowie Human- und Veterinärmedizin (12 Prozent) ein. Die Umfrageergebnisse weisen darauf hin, dass europäische Forscher in den USA nicht nur die Kontakte zu anderen in den USA tätigen Wissenschaftlern vertiefen möchten, sondern auch mehrheitlich (92 Prozent) bessere Verbindungen zu Forschern und wissenschaftlichen Einrichtungen in Europa begrüßen würden. In Anbetracht dieses großen Interesses ist es kaum überraschend, dass die europäische Forschungsgemeinschaft in den USA mit großer Mehrheit die Einrichtung von ERA-Link unterstützt. Hinsichtlich der Art von Informationen, die Wissenschaftler als besonders hilfreich betrachten würden, nannten die Teilnehmer Details über Forschungsförderungsmöglichkeiten in Europa, Forschungsmöglichkeiten in der europäischen akademischen Welt und Industrie sowie wissenschaftliche Konferenzen und Gastprofessuren in Europa. Die Umfrage ergab zudem ein großes Interesse am Zugang zu mehr Informationen über die europäische Forschungspolitik. Diesen Wunsch wird die Kommission sicherlich als Priorität betrachten angesichts des mangelnden Bekanntheitsgrades des Europäischen Forschungsraums (EFR), von dem nur 18 Prozent der Teilnehmer schon einmal gehört hatten. Hinsichtlich der praktischen Dienste, die sich die europäische Wissenschaftsgemeinschaft in den USA von der ERA-Link-Initiative erhofft, nannten die Teilnehmer E-Mail-Benachrichtigungen über europäische Ausschreibungen, Stipendien und Stellenangebote, eine Suchmaschine für Förderungsmöglichkeiten, einen 'Häufig gestellte Fragen'-Service, eine Kontaktdatenbank der europäischen Forscher in den USA und einen elektronischen ERA-Link-Newsletter. Bei jedem dieser Dienste waren mindestens 75 Prozent der Befragten der Ansicht, dass er 'hilfreich oder sehr hilfreich' sein würde. Nach der Analyse der Ergebnisse der ERA-Link-Erhebung gab das Bewertungsgremium, dass die Umfrage durchgeführt hat, eine Reihe von Empfehlungen ab. Vor allem kommt es zu der Schlussfolgerung, dass die Arbeit an der Entwicklung von ERA-Link fortgesetzt werden und so bald wie möglich ein Testnetzwerk eingerichtet werden solle. Die in den USA tätigen europäischen Forscher und insbesondere diejenigen, die an der Umfrage teilgenommen haben, sollen über die Entwicklungen auf dem Laufenden gehalten werden, fügt das Gremium hinzu. Es schlägt außerdem vor, die Kommission solle 'aus dem Interesse an der Vernetzung mit der EU Nutzen ziehen und eine ähnliche Umfrage bei Forschern in der EU durchführen, um die europäische Forschungsgemeinschaft in den USA vorzustellen'. Außerdem wird eine zweite, detailliertere Erhebung bei den in den USA tätigen europäischen Forschern vorgeschlagen, um ihren Bedarf noch genauer zu bestimmen. Obgleich noch eine detaillierte Bestimmung der bereitzustellenden Informationen und Dienste erforderlich ist, empfiehlt das Gremium, das ERA-Link-Netzwerk solle sich an den von den Teilnehmern der ersten Umfrage genannten Tools und Daten orientieren. Die Kommission wird schließlich dringend aufgefordert, eine Strategie zur Integration von ERA-Link mit anderen europäischen Forschungsaktivitäten zu entwickeln, beispielsweise dem Mobilitätsportal der europäischen Forscher. Sollten noch Zweifel am Nutzen der ERA-Link-Erhebung bestehen, kann die Kommission nicht nur den gewonnenen Einblick in die Meinung und den Bedarf von europäischen Forschern in den USA sowie ihr starkes Interesse an engeren Kontakten zur EU-Forschungsgemeinschaft anführen, sondern auch den zusätzlichen Vorteil einer neuen Datenbank mit knapp 2.000 Europäischen Forschern verschiedener Nationalitäten, die es weder in der EU noch in den USA bisher gegeben hat.

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