KMU fordern stärkere Berücksichtigung im RP7
Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) machen 99 Prozent aller Unternehmen in der EU aus und sollten daher im Siebten Rahmenprogramm (RP7) stärkere Berücksichtigung finden, sagt die Europäische Union des Handwerks und der Klein- und Mittelbetriebe UEAPME. In einem vor dem Vorschlag der Europäischen Kommission zum RP7, der am 6. April veröffentlicht werden soll, herausgegebenen Positionspapier stellt die UEAPME fest, dass die Ausgaben der KMU für Forschung und Entwicklung (F&E) erhöht werden müssen, falls das Ziel von Barcelona zur Erhöhung der Forschungsinvestitionen auf drei Prozent des BIP erreicht werden soll. Der UEAPME zufolge ist der F&E-Haushalt kleiner US-Unternehmen durchschnittlich sieben oder acht Mal höher als der europäischer KMU, ein Ungleichgewicht, das korrigiert werden müsse, falls Europa die USA einholen soll. "Die Kommission muss mehr tun, als bloß Lippenbekenntnisse zu diesen Zielen im RP7 abzulegen, und Programme auf die Bedürfnisse kleiner Unternehmen abstimmen", sagt der Generalsekretär der UEAPME Hans-Werner Müller und deutet an, dass ein erhöhter Haushalt der EU für KMU weitere F&E-Investitionen der KMU selbst anregen würde. Unter dem Sechsten Rahmenprogramm (RP6) erhielten lediglich 22 Prozent der KMU-Vorschläge, deren "Standard als sehr hoch" angesehen wurde, Finanzierungsmittel, während 50 Prozent der Gesamtprojekte mit einem "sehr hohen Standard" finanziert wurden. Die UEAPME bedauert dieses Ungleichgewicht und stellt heraus: "Dies ist nicht das Ergebnis mangelnder Finanzierungsmittel für KMU im Allgemeinen, sondern darauf zurückzuführen, dass 80 Prozent des KMU-Haushalts neuen Instrumenten mit geringer Nachfrage und nur 20 Prozent KMU-Programmen mit hoher Nachfrage zugewiesen werden." Darüber hinaus sind der UEAPME zufolge die neuen Instrumente zu groß für KMU und es sollten Anstrengungen in Richtung von Projekten mit geringerem Umfang unternommen werden. Aus Sicht der KMU entsprechen die Programme CRAFT, Kollektivforschung und Wirtschafts- und Technologieinformation (Economic and Technical Intelligence - ETI) perfekt den Bedürfnissen. Sie haben einen innovativen Ansatz, stellen einen angemessenen Haushalt mittlerer Größenordnung zur Verfügung, begrenzen die Anzahl der Teilnehmer und haben eine mittlere Laufzeit. Daher schlägt die UEAPME vor, ein siebtes Ziel einzubeziehen: "KMU und F&E/ Innovation: der Motor für die wirtschaftliche Entwicklung", das den "Bottom-up"-Ansatz KMU-spezifischer Programme stärker nutzen würde. "Ein solches KMU-Ziel wird der Ergänzung der sechs anderen Ziele durch KMU-Elemente vorgezogen, da dies voraussichtlich ein konsistentes und klares Bild zur Verbesserung des Entwurfs des Rahmens ergeben wird", heißt es in dem Bericht der UEAPME. Im Rahmen dieses Ziels würden sowohl KMU-spezifische Programme als auch die Beteiligung an neuen Instrumenten finanziert, wobei eine realistischere und stärker durch die Nachfrage gesteuerte Haushaltsaufteilung als die derzeitigen 80:20 Prozent verwendet würde. Die UEAPME fordert außerdem einen erweiterten Haushalt für KMU-spezifische Programme von mindestens einer Milliarde Euro mit einer Ausweitung der höchst erfolgreichen CRAFT- und Kollektivforschungsprogramme und die Entwicklung eines Verbreitungsprogramms auf der Grundlage des derzeitigen ETI-Programms. Darüber hinaus schlägt die UEAPME die Wiedereinführung des Systems der Sondierungsprämien (Exploratory Awards), die unter dem Fünften Rahmenprogramm (RP5) verwendet wurden, vor. Schließlich empfiehlt die UEAPME zur Verbesserung der Funktionsweise des Rahmenprogramms die Schaffung eines zentralen Registrierungssystems, das Schlüsseldaten zu den Teilnehmern enthält. Dies soll die Bürokratie für die Teilnehmer und die Kommission reduzieren. Darüber hinaus müsse der Auswahlzeitraum von der Einreichung eines Projekts bis zur Unterzeichnung eines Vertrags beträchtlich auf maximal sechs Monate reduziert werden, so die UEAPME weiter. Derzeit dauere das Verfahren in der Regel über ein Jahr. "Dies schreckt kleine Unternehmen mit begrenzten Ressourcen ab", so die UEAPME. "Das Verfahren sollte vereinfacht werden. In der anfänglichen Phase des Projektvorschlags sollten mehr Pauschalbeträge genutzt werden, die zur Reduzierung des Zeitrahmens des Genehmigungsverfahrens beitragen würden." "Kommissar Potocnik hat sich verpflichtet, die Beteiligung der KMU im nächsten Rahmenprogramm zu erhöhen. Angesichts der Bedeutung von F&E zur Erzeugung von Wachstum ist es für die Wirtschaft der EU wichtig, dass die Kommission diese Verpflichtung in dem Vorschlag für das RP7 diese Woche einhält", so Müller abschließend.