Skip to main content
Weiter zur Homepage der Europäischen Kommission (öffnet in neuem Fenster)
Deutsch de
CORDIS - Forschungsergebnisse der EU
CORDIS

Article Category

Inhalt archiviert am 2023-03-01

Article available in the following languages:

Europa erinnert sich an seine Tradition des Technologietransfers in der Raumfahrt

Was könnte besser die Möglichkeiten des Technologietransfers in der Raumfahrtindustrie belegen als ein Blick auf die deutsche Automobilindustrie? Mindestens zwei der berühmten deutschen Autobauer haben früher Flugzeugmotoren entwickelt: Porsche und BMW. Ihre Ingenieure erkannt...

Was könnte besser die Möglichkeiten des Technologietransfers in der Raumfahrtindustrie belegen als ein Blick auf die deutsche Automobilindustrie? Mindestens zwei der berühmten deutschen Autobauer haben früher Flugzeugmotoren entwickelt: Porsche und BMW. Ihre Ingenieure erkannten schon bald, dass sich ihre Technologie auf den Bodentransport übertragen lässt. Kein Zufall also, dass die Technologie, die die Menschheit in den Weltraum gebracht hat, zunächst für Flugzeuge entwickelt wurde. Und je mehr Wissen und Erfahrung über den Weltraum angesammelt wurde, desto stärker wuchs die Überzeugung, dass diese neuen Technologien auch für andere Anwendungen eingesetzt werden können. "Unser gesamtes Kommunikationssystem würde ohne die Technik im All so nicht funktionieren", erklärte Dr. Horst Mehrländer, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium des Landes Baden-Württemberg, im Rahmen des Europäischen Raumfahrt-Technologie-Transfer-Forums am 26. April in Brüssel. 75 Prozent aller Satelliten seien Kommunikationssatelliten, und rund 40 Prozent der deutschen Haushalte empfingen ihr Fernsehprogramm direkt über Satellit, erläuterte Dr. Mehrländer. Europa sei bisher auf diesem Gebiet sehr erfolgreich gewesen und sollte auch weiterhin eine Vorreiterrolle spielen, so der Staatssekretär. Daher müsse auch eine ausreichende Finanzierung der Raumfahrttechnologie innerhalb des Siebten Rahmenprogramms für Forschung und innerhalb der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) sichergestellt werden, so Dr. Mehrländer. Europa müsse weiterhin Ariane unterstützen. Nur so sei Zugriff auf eine unabhängige Raketenabschussbasis gewährleistet. Dr. Mehrländer wies darauf hin, dass die grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Schlüssel zu Europas Erfolg sei. Noch könne die Raumfahrt keinen Erfolg wie den Airbus A380 vorweisen, der europaweite Ansatz dieses Projekts sei jedoch der Weg der Zukunft, sagte er. Heinz Zourek, stellvertretender Generaldirektor der GD Unternehmen und Industrie der Europäischen Kommission, fand ermutigende Worte für all die, die sich über die zukünftige EU-Mittelausstattung für Raumfahrtforschung und Technologietransfer Sorgen machen. "Ein Programm zu Technologietransfer und Raumfahrt hätte gute Chancen, im RP7 [Siebtes Rahmenprogramm] und im CIP [Rahmenprogramm für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation] finanziert zu werden", sagte Zourek. "Hoffen wir, dass sich die Mitgliedstaaten bald auf ein Budget einigen, damit wir wissen, wie viel wir für diese Programme ausgeben können." Zurzeit hat Europa mit seinem Satellitennavigationssystem Galileo die Nase vorn. "Wenn es Galileo nicht gäbe, wir müssten es erfinden!", schwärmte Alexander Mager von Galileo Industries. Er versprach, dass zahlreiche Anwendungen entwickelt würden, die "das tägliche Leben der Bürger erleichtern". So könne man Satelliten nutzen, um Touristen zu bestimmten Sehenswürdigkeiten zu leiten, ein Restaurant in der Nähe zu finden, oder um auf Notfälle zu reagieren. Galileo werde die Technologielücke zwischen Europa und den USA schließen und Europa Zugang zu einem der wichtigsten Märkte des 21. Jahrhunderts geben, meinte Mager. Auch er hielt einen Rat für die europäische Raumfahrtindustrie bereit: Europa, so Mager, "täte gut daran, mehr mit Russland zusammenzuarbeiten", dem einzigen Land der Welt außer den USA, das sein eigenes Satellitennavigationssystem besitzt. Europa dürfe die Einführung des Galileo-Systems nicht weiter hinausschieben. Die USA planten ein neues Global Positioning System (GPS) für die zivile Nutzung, und Galileo müsse vorher auf dem Markt sein, warnte Mager.

Länder

Deutschland

Mein Booklet 0 0