EURAB drängt Wissenschaftsgemeinschaft, in Bezug auf RP7-Haushalt Einfluss auf die Minister zu nehmen
Die Leiterin des Europäischen Forschungsbeirats (EURAB) hat die Forschungsorganisationen in Europa angeschrieben und diese gedrängt, Druck auf ihre Regierungen auszuüben, um die vorgeschlagene Haushaltserhöhung für das Siebte Rahmenprogramm (RP7) sicherzustellen. Das Schreiben erfolgt vor dem Europäischen Rat am 16. und 17. Juni, wo voraussichtlich wichtige Entscheidungen zum EU-Haushalt für 2007 bis 2013 getroffen werden. Die Europäische Kommission hatte eine Verdoppelung des Forschungshaushalts für das nächste Rahmenprogramm - RP7 - vorgeschlagen, aber dies hängt von der Erhöhung des Gesamthaushalts der EU ab. Der Widerwillen einiger Länder, ihre Beiträge zu den EU-Mitteln zu erhöhen, bedeutet, dass der vorgeschlagene RP7-Haushalt in Höhe von 72,73 Milliarden Euro zunehmend unwahrscheinlich erscheint. "Der Widerspruch zwischen dem, was die Regierungen zu Gunsten der Forschung äußern, und wie sie handeln, muss angegangen werden", schreibt die EURAB-Vorsitzende Helga Nowotny. "Forschung und Innovation in Europa werden nur in der Lage sein, zum Erreichen der bevorstehenden globalen Herausforderungen beizutragen, falls Forschung und Innovation als Investition in die Zukunft Europas angesehen werden." Eine Kürzung des vorgeschlagenen Haushalts wäre ein "harter Schlag für das Ziel, ein nachhaltiges wissensbasiertes Wachstum zu schaffen" und würde "düstere Konsequenzen für Forschung und Innovation in Europa hervorrufen", schreibt Professor Nowotny. Das Schreiben drängt die europäische Forschungsgemeinschaft daher, unmittelbare Maßnahmen zu ergreifen: "Die Forschungsgemeinschaft in Europa, egal ob an Hochschulen oder in der Industrie, muss ihre Kräfte mit nationalen und europäischen Forschungsorganisationen, Wissenschaftsakademien, Hochschulverbänden sowie nationalen und europäischen Industrieorganisationen bündeln." Professor Nowotny rät, an die Ministerpräsidenten sowie an die Minister für Forschung, Handel und Industrie sowie Finanzen "so stark wie möglich zu appellieren, dass der für das Siebte Rahmenprogramm vorgeschlagene Haushalt für Forschung und Innovation unabhängig vom Ergebnis der Diskussionen über den Gesamthaushalt der Europäischen Union aufrechterhalten werden sollte, da er von entscheidender Bedeutung für die Zukunft Europas ist." Professor Nowotny weist außerdem auf die Bedeutung der Beteiligung der Medien an der Debatte über den europäischen Forschungshaushalt hin und schreibt, dass die Medien, sofern sie umfassend informiert würden, zur Sicherung der "Zukunft Europas" beitragen könnten. In seinem Papier zum Haushalt für das RP7 listet der EURAB acht Gründe dafür auf, warum die Verdopplung der zur Verfügung stehenden Finanzierungsmittel notwendig ist. Die Gründe umfassen den Hebeleffekt, den die EU-Finanzierung auf nationale und private Forschungsinvestitionen hat, und die Ermöglichung von Kohäsion zwischen den neuen und älteren EU-Mitgliedstaaten. In dem Papier wird außerdem auf die niedrigen Erfolgsraten für die eingereichten Projektvorschläge hingewiesen und behauptet, dass viele qualitativ hochwertige Vorschläge aufgrund mangelnder Finanzierungsmittel abgelehnt werden. "Diese verpassten Chancen für Europa müssen verringert werden", stellt der EURAB fest. Der Beirat weist außerdem auf den zunehmenden Bedarf an Einrichtungen und Ausrüstung hin, der die wissenschaftliche Entwicklung begleitet. Die Kosten für diese Infrastruktur überschreiten oft die auf nationaler Ebene zur Verfügung stehenden Mittel und machen eine europäische Kofinanzierung und internationalen Zugang erforderlich.