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Inhalt archiviert am 2023-03-01

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Projekt entwickelt Fallen und Schutzmittel gegen malariaübertragende Moskitos

Ein internationales Wissenschaftlerteam arbeitet die nächsten fünf Jahre an einem Forschungsprojekt mit dem Ziel, Geruchsfallen und wirksame Schutzmittel zu entwickeln, die malariaübertragende Moskitos von potenziellen menschlichen Wirten entfernt halten. Neue Methoden, die ...

Ein internationales Wissenschaftlerteam arbeitet die nächsten fünf Jahre an einem Forschungsprojekt mit dem Ziel, Geruchsfallen und wirksame Schutzmittel zu entwickeln, die malariaübertragende Moskitos von potenziellen menschlichen Wirten entfernt halten. Neue Methoden, die verhindern, dass die Insekten die Malariaerreger weitergeben, könnten das Übertragungsrisiko erheblich senken. Malaria ist die bedeutendste lebensbedrohliche Krankheit weltweit: Sie fordert jedes Jahr fast eine Million Todesopfer, und zwischen 300 und 660 Millionen Menschen weltweit sind bereits erkrankt. Ein Team von Wissenschaftlern der Vanderbilt Universität und der Yale Universität in den USA und der Universität Wageningen in den Niederlanden wird mit Forschern des Ifakara Health Research and Development Centre in Tansania und der Medical Research Council Laboratories in Gambia (Afrika) an diesem Projekt arbeiten, das mit 7 Millionen Euro von der Initiative "Grand Challenges in Global Health" der Bill und Melinda Gates-Stiftung finanziert wird. Malariaerreger ist Plasmodium spp, ein parasitärer Einzeller, der die menschlichen roten Blutkörperchen angreift. Malariaparasiten durchlaufen einen komplexen Lebenszyklus: Sie brauchen zum Überleben sowohl einen menschlichen Wirt als auch einen tierischen: eine weibliche Stechmücke der Gattung Anopheles. Die Mücke nimmt bei einem Stich die Malariaparasiten mit dem Blut eines infizierten Menschen auf. Dann vermehrt sich der Parasit im Darm der Anopheles. Über den Speichel der Mücke werden dann die neuen Malariaparasiten an den Menschen weitergeben. Der geeignete Wirt strömt Gerüche aus, die die weibliche malariaübertragende Mücke mit ihren Fühlern wahrnimmt. Sobald sie den Geruch eines Wirts erkannt hat, saugt sie das Blut, das sie für die Produktion der Eier benötigt. Bei dem Saugvorgang treten Parasiten aus dem Moskito in den menschlichen Körper ein. Wenn eine infizierte Person - nach einer Inkubationszeit von zehn bis vierzehn Tagen - erneut von einem Moskito gestochen wird, gelangt der Malariaparasit dann in diesen Moskito. Die Parasiten verbreiten sich durch diesen Kreislauf schnell in der gesamten Moskitopopulation. Die malariaübertragende Stechmücke wird auf der Suche nach einem Wirt von einem komplexen Geruchsgemisch angezogen. Die Projektpartner aus den USA werden Gerüche entwickeln, auf die die Moskitofühler sehr empfindlich reagieren. Dieses Team wird entweder anziehende oder abstoßende Geruchsmaterialien identifizieren und testen, bzw. Materialien, die die Insekten verwirren. Danach wird das Team der Universität Wageningen die Auswirkungen der ausgewählten Geruchsmaterialien auf das Verhalten der Moskitos untersuchen. Die Substanzen, die die stärkste Reaktion hervorrufen (anziehen, abwehren oder verwirren), werden dann in einer simulierten natürlichen Umgebung in Ifakara, Tansania, getestet. Das wirksamste Geruchsgemisch wird dann im Rahmen des Projekts umfassenden Praxistests in afrikanischen Dörfern unterzogen. Diese Dörfer in Gambia und Tansania liegen in verschiedenen geografischen Extremen und haben unterschiedliche Moskitopopulationen. Die Ergebnisse des Forschungsprojekts sollten daher auf den größten Teil des tropischen Afrika übertragbar sein. Wenn das Projekt erfolgreich ist, werden sich afrikanische Haushalte besser schützen können, sei es durch starke Abwehrmittel oder durch Substanzen, die den Geruchssinn der Moskitos verwirren. Dadurch wird die Zahl der Insektenstiche verringert. Außerhalb der Dörfer könnten Insektenfallen mit anziehenden Geruchsmitteln als Köder genutzt werden. Darüber hinaus könnte man die Ergebnisse des Projekts auch gegen andere pathogene Stechmücken testen, zum Beispiel Aedes aegypti, die Dengue-Fieber überträgt, oder Culex pipiens, dem Träger des Westnil-Virus.

Länder

Niederlande, Vereinigte Staaten

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