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Inhalt archiviert am 2023-03-01

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Europäisches Joint Venture entwickelt Mobiltelefon-Technologie fürs Flugzeug

Siemens und der europäische Flugzeugbauer Airbus haben ein Joint Venture gebildet, um gemeinsam eine Technologie zu entwickeln, die bis zum Jahr 2006 das Telefonieren mit einem normalen Handy aus einem Flugzeug ermöglicht, wie die beiden Unternehmen am 11. Juli mitteilten. D...

Siemens und der europäische Flugzeugbauer Airbus haben ein Joint Venture gebildet, um gemeinsam eine Technologie zu entwickeln, die bis zum Jahr 2006 das Telefonieren mit einem normalen Handy aus einem Flugzeug ermöglicht, wie die beiden Unternehmen am 11. Juli mitteilten. Der deutsche Elektronik- und Telekommunikationskonzern wird die leichten GSM-Basisstationen sowie die sog. Channel Selector-Technologie bereitstellen, die gewährleisten, dass die Anrufe vom Mobiltelefon weder die elektronischen Systeme an Bord noch die terrestrischen Mobilfunknetze stören. Airbus wird diese Technologie in die bestehende Elektroniksysteme integrieren, sie an Fluggesellschaften vermarkten und für die Wartung zuständig sein. Die Basisstation, die über Satellit mit dem terrestrischen GSM-Netz verbunden ist, soll hinter der Verkleidung der Flugzeugdecke installiert werden. Diese Basisstation empfängt die Signale der Handys, PCs und PDAs der Passagiere. Die kompletten Systeme sollen in der zweiten Hälfte des Jahres 2006 für die Installation im Airbus A320 für die Westeuropa-Route bereitstehen, erklärte OnAir, ein Joint Venture, zu dem Airbus und SITA Inc., ein Anbieter von IT und Telekommunikation für die Luftfahrtindustrie, gehören. Die Technologie, so OnAir, sei aber auch für Flugzeuge des Airbus-Konkurrenten Boeing geeignet. Die Boeing-Tochtergesellschaft Connexion, die bereits Breitband-Internetzgriff an Bord bietet, plant, noch vor Ende des Jahres Mobilfunkdienste für Passagiere zur Verfügung zu stellen. Ein Bericht der Management- und Technologieberatungsfirma Booz Allen Hamilton, der in der Zeitschrift Flight International zitiert wird, schätzt, dass der europäische Markt für GSM-Telefonie an Bord von Flugzeugen bis zum Ende des Jahrzehnts auf über 100 Millionen Passagiere anwachsen wird - und bis 2010 ein Volumen von bis zu 2 Milliarden Euro jährlich erreicht. Ungeklärt ist allerdings noch die Frage, wie die Erlöse zwischen den Mobilfunkbetreibern, den Fluggesellschaften, den Satellitenbetreibern und den Flugzeugherstellern aufgeteilt werden. Letzten Herbst wurde im Auftrag der norwegischen Telenor und der in den USA ansässigen ARINC Inc., die einen GSM-Mobilfunkdienst für Passagiere an Bord von Flugzeugen mit dem Namen ARINC-Telenor Mobile Connectivity vermarkten, eine Befragung durchgeführt. Laut dieser Studie würde fast die Hälfte aller internationalen Business-Passagiere lieber mit einer Gesellschaft fliegen, die die Nutzung von Handys an Bord erlaubt. Und fast ein Drittel der Befragten ist bereit, zwischen 2,5 und 5 Euro pro Minute für einen solchen On-Board-Service zu zahlen. Der kürzlich erschienene Bericht von Booz Allen Hamilton dagegen warnt, dass die Passagiere nicht bereit seien, hohe Gebühren für die Nutzung ihres Handys an Bord in Kauf zu nehmen. Demzufolge müssten die Fluggesellschaften und die Netzbetreiber ihre Angebote standardisieren, indem sie frühzeitig Allianzen bilden, die das Marktpotenzial maximieren. Andrew Doyle, stellvertretender Chefredakteur von Flight International, sagte gegenüber Reuters, dass viele Unternehmen es zwar schätzen würden, wenn sie ihre Mitarbeiter auch im Flugzeug unter ihrer normalen Handynummer erreichen könnten, "viele Geschäftsleute allerdings betrachten ihre Zeit an Bord eines Flugzeugs als ihre letzte Bastion der Ruhe und des Friedens". Laut OnAir soll die Crew des Flugzeuges das Mobilfunksystem an Bord in unterschiedliche Modi schalten können, zum Beispiel "Nur-Text", um den Passagieren in der Kabine eine Ruhezeit zu gewährleisten.

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