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Inhalt archiviert am 2023-03-01

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Europäische Wissenschaftler züchten erstmals in-vitro reine Gehirnstammzellen

Wissenschaftler der Universitäten Edinburgh, Mailand und Pavia haben im Rahmen des EuroStemCell-Projekts gemeinsam eine neue Methode zur Züchtung reiner Gehirnstammzellen entwickelt. Die Forschungsergebnisse könnten ein wichtiger Durchbruch bei der Behandlung neurologischer Er...

Wissenschaftler der Universitäten Edinburgh, Mailand und Pavia haben im Rahmen des EuroStemCell-Projekts gemeinsam eine neue Methode zur Züchtung reiner Gehirnstammzellen entwickelt. Die Forschungsergebnisse könnten ein wichtiger Durchbruch bei der Behandlung neurologischer Erkrankungen wie Parkinson und Alzheimer sein. Die Forschung wird im Rahmen des Sechsten Rahmenprogramms (RP6) der EU finanziert. Im Körper (oder in-vivo) können sich Stammzellen sowohl teilen, um sich zu reproduzieren, als auch andere, spezialisierte Zellarten bilden. Bisher waren die Wissenschaftler allerdings nicht in der Lage, bei Versuchen in einer Petrischale (in-vitro) ausschließlich neurale Stammzellen zu reproduzieren: In der Schale entstand immer eine Mischung aus Zellen, mit nur wenigen Stammzellen und überwiegend spezialisierten Zellen. Durch die Veränderung der Wachstumsbedingungen der Zellen ist es den Forschern in Edinburgh und Mailand nun erstmals gelungen, reine Stammzellen zu züchten, ohne dabei ungewollte differenzierte Zellen zu erhalten. Der Forscher Luciano Conti erläutert: "Wir haben Methoden angewandt, die entwickelt wurden, um das Verhalten embryonaler Stammzellen gegenüber unseren neuralen Stammzellen zu kontrollieren. Unsere Kenntnisse über embryonale Stammzellen haben uns geholfen, diese spezialisierteren Stammzellen zu verstehen und zu kontrollieren." Die Wissenschaftler haben ihre anfänglichen Ergebnisse mit Mauszellen und menschlichen Stammzellen repliziert. Die Forscherteams konnten aus den neuralen Stammzellen verschiedene Zellarten des Nervensystems nachbilden. Alle waren funktionstüchtig, was vermuten lässt, dass die neuralen Stammzellen genutzt werden können, um Zellen, die durch neurodegenerative Erkrankungen wie Huntington und Parkinson angegriffen werden, zu generieren und detailliert zu untersuchen. Die Forscher werden dann in der Lage sein, die zellularen und molekularen Prozesse zu untersuchen, die durch diese Erkrankungen gestört werden - ein wichtiger erster Schritt in der Entwicklung effektiver, sicherer Therapien. Medikamente, die zur Behandlung beim Ausbruch und Fortschreiten dieser Krankheiten entwickelt werden, können nun an den neuralen Stammzellen oder an daraus gezüchteten spezifischen Zellarten getestet werden. Mit dieser Methode kann die Anzahl von Versuchstieren, die auf diesem Forschungsgebiet eingesetzt werden, reduziert werden. Laut Aussagen der Forscher könnte ihre Arbeit auch eine Grundlage für die Nutzung von Stammzellen zum Ersatz von beschädigtem Gewebe darstellen. "Die Reinheit der Zellen und die Tatsache, dass sie keine Tumoren bilden, bedeutet, dass ihr Transplantationspotenzial zur Heilung von beschädigtem Gewebe untersucht werden sollte", sagte Steve Pollard, einer der Forscher der Universität Edinburgh. Nach Angaben von Professor Austin Smith, der das Team in Edinburgh leitet, ist der Informations- und Wissensaustausch von entscheidender Bedeutung, um die Stammzellenforschung voranzubringen. "Die Zusammenarbeit mit unseren Kollegen in Mailand im Rahmen des EuroStemCell-Projekts hat unseren Durchbruch ermöglicht. Wir haben unsere Forschungsergebnisse gemeinsam mit umfangreichen praktischen Protokollen in einer öffentlich zugänglichen Fachzeitschrift veröffentlicht, sodass andere Forscher diese nutzen und weiterentwickeln können." EuroStemCell ist ein Intergriertes Projekt des Sechsten Rahmenprogramms der Europäischen Union. Es fällt unter den vorrangigen Themenbereich "Biowissenschaften, Genomik und Biotechnologie im Dienste der Gesundheit", das die Verbesserung von Arzneimitteln und der Lebensqualität der Bürger Europas zum Ziel hat. Die EU unterstützt das auf vier Jahre angelegte EuroStemCell-Projekt mit Mitteln in Höhe von 11,9 Millionen Euro.

Länder

Italien, Vereinigtes Königreich

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