Skip to main content
Weiter zur Homepage der Europäischen Kommission (öffnet in neuem Fenster)
Deutsch de
CORDIS - Forschungsergebnisse der EU
CORDIS

Article Category

Inhalt archiviert am 2023-03-01

Article available in the following languages:

Europäische Physiker schlagen neue Forschungseinrichtung für Trägheitseinschluss-Fusionsenergie vor

Ein Gremium von Laserphysikern aus sieben europäischen Ländern hat Vorschläge für eine neue 735 Millionen Euro teure Einrichtung zur Kernfusionsforschung vorgelegt. Diese neue Einrichtung soll einen anderen Ansatz zur Kernfusion als der internationale thermonukleare Versuchsre...

Ein Gremium von Laserphysikern aus sieben europäischen Ländern hat Vorschläge für eine neue 735 Millionen Euro teure Einrichtung zur Kernfusionsforschung vorgelegt. Diese neue Einrichtung soll einen anderen Ansatz zur Kernfusion als der internationale thermonukleare Versuchsreaktor (ITER) verfolgen. Die vorläufig als HiPER bezeichnete Einrichtung basiert auf einer "Schnellzündungs"-Laserfusionstechnologie, bei der zwei getrennte Laser verwendet werden, um eine kleine Kapsel mit Deuterium und Tritium zu komprimieren und zu erhitzen, bis die Kerne heiß genug für eine Kernfusion sind und Helium und Neutronen produzieren. Die Energie der Neutronen wird anschließend zur Stromerzeugung verwendet, wobei weder Treibhausgase noch nuklearer Abfall entstehen. Dem Wissenschaftlergremium zufolge könnte die Einrichtung auch zur Unterstützung von Versuchen in anderen Bereichen der Physik verwendet werden. Derzeit werden bei den modernsten Versuchen zur Kernfusion Magnetfelder verwendet, um das Deuterium-Tritium-Plasma zu komprimieren, und dies ist die Methode, die im ITER untersucht wird. Ein dritter Ansatz auf der Grundlage des "Trägheitseinschlusses" wird in Einrichtungen in Frankreich und den USA verfolgt, wobei ein einziger Laser oder Ionenstrahl zur Komprimierung und Erhitzung des Brennstoffplasmas verwendet wird. Es wird jedoch angenommen, dass der Schwerpunkt dieser beiden Einrichtungen auf der Kernwaffenforschung liegen wird. Die Schnellzündung wurde erstmals im Jahr 2001 an der Universität Osaka in Japan von Ryosuke Kodama in Zusammenarbeit mit Kollegen vom Rutherford Appleton Laboratory im VK demonstriert. Laut Henry Hutchinson vom Rutherford Appleton Laboratory, der das europäische Gremium einrichtete, das jetzt die HiPER-Einrichtung vorschlägt, erfordert die Schnellzündung weniger Laserenergie als der konventionelle Ansatz des Trägheitseinschlusses und wäre daher wesentlich kostengünstiger. "Das Energieproblem ist so dringlich, dass wir uns nicht leisten können, verschiedene Ansätze für die Fusion zu ignorieren", sagt Professor Hutchinson. Er betonte außerdem, dass der HiPER-Laser eine zivile Einrichtung wäre und daher auch für separate Forschung in den Bereichen Astrophysik, Atomphysik und Nuklearphysik zur Verfügung stünde. Professor Hutchinson und das internationale Wissenschaftlergremium stehen jetzt vor der Herausforderung, die Forschungsräte in Europa zur Unterstützung ihres Vorschlags zu bewegen. Falls sie erfolgreich sind, könnte nach Aussagen des Teams Ende dieses Jahrzehnts mit dem Bau der HiPER-Einrichtung begonnen werden.

Mein Booklet 0 0