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Inhalt archiviert am 2023-03-01

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STEPS: Wirtschaftlich rentables menschliches Gewebe aus Stammzellen

Vor kurzem wurde ein großes von der EU gefördertes Projekt zur Gewebezüchtung (Tissue Engineering) ins Leben gerufen, das zum Ziel hat, in den nächsten vier Jahren aus Stammzellen menschliches Gewebe zu Transplantationszwecken zu züchten. Ein Konsortium von europäischen Part...

Vor kurzem wurde ein großes von der EU gefördertes Projekt zur Gewebezüchtung (Tissue Engineering) ins Leben gerufen, das zum Ziel hat, in den nächsten vier Jahren aus Stammzellen menschliches Gewebe zu Transplantationszwecken zu züchten. Ein Konsortium von europäischen Partnern wird eine Technologie entwickeln, mit der insbesondere Herzinsuffizienz, Diabetes, chronische Geschwüre und neurodegenerative Krankheiten behandelt werden sollen. Die Forscher werden in erster Linie adulte Stammzellen für ihre Arbeit verwenden, wodurch viele ethische Probleme im Zusammenhang mit embryonalen Stammzellen vermieden werden. Dem Integrierten Projekt STEPS (Systems Approach to Tissue Engineering Processes and Products - Systematischer Ansatz für Verfahren und Produkte des Tissue Engineering) wurden 25 Millionen Euro zugeteilt, um die Entwicklung des Tissue Engineering zu beschleunigen. In dem Projekt unter der Leitung der Universität Liverpool und dem italienischen Pharmaunternehmen Fidia wird das Fachwissen von 23 Partnern aus 12 europäischen Ländern vereinigt, darunter sechs Industrieunternehmen, von denen vier kleine oder mittlere Unternehmen (KMU) sind, und 17 akademische Zentren aus ganz Europa. Bei Tissue Engineering (TE) handelt es sich um eine sich schnell entwickelnde Ansammlung von Technologien, die die Regeneration von Gewebe und Organen zur Behandlung von Krankheiten und Verletzungen zum Ziel haben. Obwohl bereits einige Erfolge erzielt wurden, genügend, um das bedeutende Potenzial von TE für die Gesundheitsversorgung unter Beweis zu stellen, mangelte es bisher erheblich an Verknüpfungen zwischen den verschiedenen Komponenten, was darauf hindeutet, dass das TE unter den derzeitigen Bedingungen seine Versprechungen nicht halten kann. Projektkoordinator Professor David Williams, Direktor des UK Centre For Tissue Engineering an der Universität Liverpool, erklärte vor kurzem: "Damit Tissue Engineering klinisch erfolgreich ist, muss es in der Lage sein, genau den richtigen, für einen bestimmten Patienten spezifischen Typ von Gewebe kosteneffizient zu generieren. Dies wird bisher nirgendwo auf der Welt erreicht, aber in diesem wichtigen neuen Projekt kommt ein Team zusammen mit kritischer Masse und einer breiten Palette an Fachwissen, von der Stammzellenbiologie bis zu Bioherstellungsverfahren sowie Ethik und Geschäftsmodelle." STEPS möchte erreichen, dass das Tissue Engineering unter Verwendung von Stammzellen innerhalb der nächsten vier Jahre sowohl klinisch als auch wirtschaftlich rentabel wird. Die Partner werden parallel an einer breiten Palette von Problemen arbeiten und die verschiedenen Hindernisse für wirtschaftliches Tissue Engineering gleichzeitig angehen. Laut den Projektteilnehmern wird man mit STEPS dem derzeitigen Mangel an Verknüpfungen begegnen, indem ein systematischer Ansatz für TE und damit zusammenhängende Technologien eingeführt wird. In einer Mitteilung der Projektkoordinatoren an CORDIS-Nachrichten heißt es: "Es ist unser eindeutiges Ziel, eine ganz neue Infrastruktur bereitzustellen, die sich auf die Hypothese stützt, dass TE nur erfolgreich umgesetzt werden kann, wenn alle Aspekte in diesem multidisziplinären Verfahren systematisch miteinander verbunden werden. Dazu wird die Logistik der Systemtechnik angewandt." Die technologischen Komponenten umfassen Zellherstellung und -manipulation, Entwicklung von neuartigen Biomaterialien, Design von Bioreaktoren sowie Integration von TE-Konstrukten in den lebenden Wirt. Darüber hinaus umfasst das Programm eine Analyse der sozioökonomischen Fragen im Zusammenhang mit Ethik und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen. Dies umfasst eine Bewertung der öffentlichen Akzeptanz dieser neuen Technologien sowie der Möglichkeiten privater und öffentlicher Krankenversicherungssysteme, die Kosten dafür zu tragen. Das Konsortium hat daher einen zielgerichteten Ansatz entwickelt, der langfristig zu radikalen Innovationen und kurz- bis mittelfristig zu neuen Verfahren, Methoden und Produkten führen soll. Die Überlegung des Konsortiums ist, dass "dieser Ansatz die industrielle Infrastruktur von TE verändern wird. Der Weltmarkt für TE-Produkte wird auf 100 Milliarden Euro geschätzt, aber eine schlecht integrierte Infrastruktur wird nicht in der Lage sein, diese Marktnachfrage zu decken". Um die Entwicklung dieses äußerst innovativen Systemansatzes für TE anzugehen, ist die Mitarbeit eines wirklich multidisziplinären Konsortiums, unterstützt von einer kritischen Masse an Personal- und finanziellen Ressourcen, erforderlich. Die Projektteilnehmer sind der Meinung, dass "diese multidisziplinären Fähigkeiten tatsächlich nur innerhalb einer europäischen Kooperation zu finden sind". STEPS, ein Integriertes Projekt, das unter dem vorrangigen Themenbereich "Nanotechnologien und Nanowissenschaften, wissensbasierte multifunktionale Werkstoffe sowie neue Produktionsverfahren und -anlagen" gefördert wird, ist einer der größten Forschungsaufträge unter dem Sechsten Rahmenprogramm (RP6). Bei allen beteiligten Partnern handelt es sich um international anerkannte Exzellenzzentren in ihrem jeweiligen Bereich.

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