Kommission nominiert 23 Kandidaten für den Descartes-Preis für die Vermittlung von Wissenschaft
Die Europäische Kommission hat die Namen von 23 Kandidaten für den Descartes-Preis für die Vermittlung von Wissenschaft 2005 bekannt gegeben. Am 1. und 2. Dezember werden im Rahmen der Descartes-Preisverleihung in London fünf Endrundenteilnehmer und fünf Preisträger gewählt. Die zehn erfolgreichen Teilnehmer werden sich den mit 275.000 Euro dotierten Preis teilen. Die Preisträger erhalten je 50.000 Euro und die Endrundenteilnehmer je 5.000 Euro. Die diesjährigen Nominierten stammen aus zehn Ländern: Ihre Projekte decken ganz unterschiedliche Bereiche ab, Bücher, Fernsehmagazine und Dokumentarfilme, interaktive Veranstaltungen, multimediale Produkte und Zeitungskolumnen. Gemeinsames Kennzeichen aller Projekte ist ihre Fähigkeit, komplexe Sachverhalte einem großen Publikum zu vermitteln. Der Wettbewerb steht den Preisträgern nationaler Preise für die Vermittlung von Wissenschaft offen. Die dafür zuständigen nationalen Gremien können Vorschläge in folgenden Kategorien einreichen: Wissenschaftler, die sich für die öffentliche Vermittlung von Wissenschaft einsetzen; Popularisierung der Wissenschaft durch die Schrift; Popularisierung der Wissenschaft durch audiovisuelle und elektronische Medien; innovative Tätigkeiten bei der Vermittlung von Wissenschaft sowie redaktionelle Politik zu Gunsten der Förderung der Wissenschaft. Zu den nominierten Wissenschaftlern gehört Professor Colin Pillinger aus dem VK für seine Rolle bei der öffentlichen Informationsvermittlung über das Landegerät Beagle 2 - Teil der Mission Mars Express der Europäischen Weltraumorganisation (ESA). Professor Pillinger wurde auf nationaler Ebene mit dem Sir Arthur Clarke Outreach Award für seine über 250 Vorträge vor Schülern, wissenschaftlichen Gesellschaften, Business Clubs und parlamentarischen Ausschüssen ausgezeichnet. Die Auszeichnung Professor Pillingers wurde folgendermaßen begründet: "Durch seine regelmäßigen Media-Briefings und Auftritte in populären TV-Shows konnte er das öffentliche Interesse an der Weltraumforschung steigern. Seine Bemühungen haben außerdem geholfen, die Mars-Express-Mission [der ESA] in der Öffentlichkeit bekannter zu machen." In derselben Kategorie ist auch Professor Albrecht Beutelspacher aus Deutschland nominiert, der die Wanderausstellung "Mathematik zum Anfassen" ins Leben gerufen hat. Die Ausstellung ist weltweit das erste interaktive Mathematikmuseum. Sie zieht jährlich über 150.000 Besucher an. Professor Beutelspacher wurde mit dem Communicator-Preis 2000 ausgezeichnet, weil er "der Öffentlichkeit einen neuen Zugang zur Welt der Zahlen, Formeln und Formen eröffnet" hat. Ein bekannter Name auf der Liste der Nominierten in der Kategorie "Popularisierung der Wissenschaft durch die Schrift" ist der Autor Bill Bryson. Er ist für seinen populärwissenschaftlichen Abriss "A short history of nearly everything" ("Eine kurze Geschichte von fast allem") nominiert. In Zusammenarbeit mit einer Reihe von Experten behandelt er in seinem Bestseller verschiedene Themen, darunter die Ursprünge des Universums und die Entstehungsgeschichte des Menschen. Er wurde 2004 im VK mit dem Aventis Prize for Popular Science Books ausgezeichnet. Catherine Peix und Peter Chappell sind in der Kategorie Popularisierung der Wissenschaft durch audiovisuelle und elektronische Medien für ihren Dokumentarfilm "The origins of AIDS" nominiert, der in Frankreich im vergangenen Jahr mit dem Preis "Science et Cinéma" ausgezeichnet wurde. Der mehrfach ausgezeichnete Film verfolgt die Entstehung von HIV/AIDS durch Interviews und Berichte aus erster Hand und untersucht einige Rätsel in Zusammenhang mit der Krankheit. Ein hochrangiges Gremium führender Wissenschaftler und von Fachleuten aus den Bereichen Medien und Wissenschaftskommunikation nominierten 23 der 63 aus 16 Ländern eingereichten Projekte. Damit ist die Anzahl der Einreichungen für den Preis, der erst vor zwei Jahren von der Kommission ins Leben gerufen wurde, im Vergleich zum Vorjahr um 30 Prozent gestiegen.