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Inhalt archiviert am 2023-03-01

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EU-Projekt testet erfolgreich Breitbandkommunikation via Stratosphärenballon

Einem EU-finanzierten Projekt ist ein wesentlicher Durchbruch gelungen: Erfolgreiche Tests in Schweden haben bewiesen, dass Breitband-Internetzugang über eine Höhenplattform in der Stratosphäre durchaus praktikabel ist. Das CAPANINA-Konsortium, dem 13 Partner aus Europa und ...

Einem EU-finanzierten Projekt ist ein wesentlicher Durchbruch gelungen: Erfolgreiche Tests in Schweden haben bewiesen, dass Breitband-Internetzugang über eine Höhenplattform in der Stratosphäre durchaus praktikabel ist. Das CAPANINA-Konsortium, dem 13 Partner aus Europa und Japan angehören, führte den Versuch durch. Die Ausrüstung für Funk- und optische Kommunikation befand sich an Bord eines Ballons mit einer Größe von 12.000 Kubikmetern, der in einer Höhe von 24 Kilometern flog. Die Forscher erreichten in ihrem Experiment eine Datengeschwindigkeit von elf Megabit pro Sekunde bei einer Entfernung von bis zu 60 km zur Empfangsstation. Sie sind jedoch überzeugt, dass die Technologie früher oder später die Datenübertragung mit einer Geschwindigkeit unterstützt, die 200 Mal so schnell ist wie über den herkömmlichen "kabelgebundenen" Breitbandzugang. Der Großteil der Finanzierung wurde über den vorrangigen Themenbereich "Technologien der Informationsgesellschaft (IST)" des Sechsten Rahmenprogramms (RP6) bereitgestellt. David Grace von der Universität York, VK, leitender Wissenschaftler des Projekts, sagte nach dem Versuch: "Der Beweis, dass eine Hochgeschwindigkeits-Datenverbindung von einem sich bewegenden Stratosphärenballon aus betrieben werden kann, ist ein wichtiger Schritt in Richtung des längerfristigen Ziels, nämlich Datengeschwindigkeiten von 120 Megabit pro Sekunde zu erreichen." Während desselben Versuchs führte der deutsche CAPANINA-Partner, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), die weltweit erste Laser-Datenübertragung aus der Stratosphäre durch. Aus einer Entfernung von 64 km wurden Daten mit einer Geschwindigkeit von 1,25 Gigabit pro Sekunde übertragen. Oberste Priorität des CAPANINA-Projekts ist es zu zeigen, wie Höhenplattformen (High Altitude Platforms - HAPs), zum Beispiel Ballons und Luftschiffe, für die Bereitstellung von kostengünstigem Breitband-Internetzugang für abgelegene und ländliche Gebiete in ganz Europa genutzt werden können. Dasselbe System könnte auch für mobile Hochgeschwindigkeits-Internetverbindungen, etwa in Zügen, eingesetzt werden. Auf der Website des Projekts heißt es: "Stratosphärisches Breitband schließt die Lücke zwischen satellitengestützten und terrestrischen drahtlosen Technologien. Da keine Straßen aufgerissen und keine Kabel verlegt werden müssen, ist diese Technologie insbesondere für Nutzer in ländlichen und Stadtrandgebieten sowie für mobile Nutzer interessant." Alan Gobbi, Marketingmanager des York Electronic Centre, der kommerziellen Einheit der Universität York, sagte gegenüber der Online-Ausgabe der BBC News: "Die Startkosten der Infrastruktur liegen wahrscheinlich bei einem Zehntel der Kosten für einen Satelliten. Und ein Luftschiff kann eine Nutzerdichte unterstützten, die eintausendmal höher ist als die eines Satelliten." Der Erfolg des Versuchs lässt darauf schließen, dass diese Technologie innerhalb von drei bis fünf Jahren Realität werden könnte. In der Zwischenzeit führt das CAPANINA-Konsortium seine Forschung fort. Weitere Versuche in Zusammenarbeit mit den japanischen Projektpartnern sind für 2006 geplant.

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