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Inhalt archiviert am 2023-03-01

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Technologieplattform betont interdisziplinären Ansatz in der Agenda für nachhaltige Chemieforschung

Die Technologieplattform für nachhaltige Chemie (SusChem) hat eine strategische Forschungsagenda vorgestellt, die die Ansätze der drei prioritären Felder - industrielle Biotechnologie, Materialtechnologien, Reaktions- und Prozessdesign - skizziert und dabei die Bedeutung der i...

Die Technologieplattform für nachhaltige Chemie (SusChem) hat eine strategische Forschungsagenda vorgestellt, die die Ansätze der drei prioritären Felder - industrielle Biotechnologie, Materialtechnologien, Reaktions- und Prozessdesign - skizziert und dabei die Bedeutung der interdisziplinären Arbeit betont. Ein interdisziplinärer Ansatz sei der Schlüssel zur Erreichung der Ziele in der nachhaltigen Chemie, unterstreicht das Dokument: "Eines ist durchgängig deutlich: Die Chemie ist ein wichtiger Innovationsmotor in vielen Technologien und Disziplinen. Sie bietet das Wissen, mit dem wir die Vorteile der klassischen Technologien und der Nano- und Biotechnologien verbessern und miteinander kombinieren können, was zu neuen und besseren Produkten führt", heißt es in der Zusammenfassung. "Ein klarer interdisziplinärer Ansatz der drei Technologiebereiche, unterstützt von horizontalen Maßnahmen, ist für das erfolgreiche Angehen dieser Herausforderungen erforderlich", so die Zusammenfassung weiter. Laut Alfred Oberholz, Vorsitzender des SusChem-Boards, wird die Forschungsagenda "dabei helfen, die europäischen Forschungsausgaben auf die Chemiebereiche zu konzentrieren, die das größte Potenzial für einen positiven Beitrag zu Wettbewerbsfähigkeit, Wachstum und nachhaltiger Entwicklung in Europa haben". Die industrielle - oder weiße - Biotechnologie ist ein neuer Technologiebereich, der jetzt in seine Wachstumsphase eintritt. Sie übt zunehmend Einfluss auf den Chemiesektor aus, da sie mit Hilfe von biotechnologischen Prozessen sowohl die Umwandlung von Ressourcen wie Zucker und Pflanzenölen aber auch die effiziente Umwandlung konventioneller Rohstoffe in eine Vielzahl von chemischen Substanzen ermöglicht. Viele dieser Substanzen können synthetisch nicht hergestellt werden. Die schnelle Entwicklung neuer Technologien stellt neue Anforderungen an Materialien. Damit werden die Entdeckung neuer Materialien mit maßgeschneiderten Eigenschaften und die Fähigkeit, diese Materialien zu verarbeiten, zu extrem wichtigen Voraussetzungen für den technologischen Fortschritt. Neue Materialien werden voraussichtlich auch enorme Auswirkungen auf die Umwelt haben, da sie Energieeffizienz ermöglichen und die Nutzung natürlicher nachhaltiger Ressourcen steigern. Der dritte prioritäre Bereich, Reaktions- und Prozessdesign, wird als "lebenswichtig für die (bio)-chemische Industrie" beschrieben. Mit zunehmender Verkürzung der Produktlebenszyklen werden einige Chemikalien zu Massenwaren. Die Rentabilität wird durch die Maximierung der Produktivität, die verbesserte Nutzung oder Wiederverwendung sekundärer Produkte und die Eliminierung von Abfall verbessert. Die SusChem-Forschungsagenda zeichnet auch drei Zukunftsszenarien auf, die potenzielle Ergebnisse in drei Bereichen illustrieren: Gesundheitsversorgung, energieeffiziente Gebäude und industrielle Bioprozesse. Das Szenario zu energieerzeugenden Häusern zeigt, wie intelligente Materialien und intelligentes Energiemanagement dazu beitragen können, Wärmeverluste zu reduzieren, die Energieeffizienz zu verbessern und kinetische Energie in Elektrizität umzuwandeln. Dem Papier zufolge werden diese Technologien das Wohnhaus der Zukunft in ein "unabhängiges Mini-Kraftwerk" umwandeln, dessen Energieproduktion "den eigenen Bedarf übersteigen kann". Das zweite Szenario illustriert, wie personalisierte Gesundheitsversorgung genutzt werden kann, um die steigenden Anforderungen einer alternden Bevölkerung zu erfüllen. Unter Verwendung von Nano- und Biotechnologien und -materialien könnte die nachhaltige Chemie die Intervention durch Fernüberwachungs- und Interventionssysteme verbessern und beschleunigen. Sie könnte durch hochmoderne medizinische Bildgebungstechnologien auch die Diagnostik verbessern und allgemein die Invasivität der medizinischen Behandlung verringern. Das letzte Szenario zeigt, wie nachhaltige Chemie die Abhängigkeit der produzierenden Industrie von fossilen Brennstoffen verringern könnte. Das Papier beschreibt, wie in Zukunft die industrielle Biotechnologie die biologischen Inputs in Energie und Materialien transformiert und so Emissionen und Abfälle reduziert. Die Forschungsagenda verspricht, dass das Beste der Chemie noch vor uns liegt, und geht davon aus, dass die Chemie eine zentrale Rolle bei der Stimulierung der europäischen Wirtschaft spielen wird, da sie neue Möglichkeiten und Wohlstand schafft. Wie bisher sind anhaltende Investitionen erforderlich, wenn Europa die vorhandenen Möglichkeiten optimal ausschöpfen möchte. SusChem plädiert daher sowohl für die Finanzierung von Forschung und Innovation als auch für einen Industrie- und Regulierungsrahmen, der die Gesellschaft schützt und gleichzeitig die Unternehmen fördert.

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