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Inhalt archiviert am 2023-03-02

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Laut Expertengruppe könnte Europa mehr von Forschungsstiftungen profitieren

Im Hinblick auf eine Möglichkeit der Förderung von Forschungsfinanzierung, ohne mehr Mittel von Regierungen oder der Industrie zu fordern, hat die Europäische Kommission eine Studie zur potenziellen Rolle von Stiftungen und gemeinnützigen Organisationen bei der Förderung von F...

Im Hinblick auf eine Möglichkeit der Förderung von Forschungsfinanzierung, ohne mehr Mittel von Regierungen oder der Industrie zu fordern, hat die Europäische Kommission eine Studie zur potenziellen Rolle von Stiftungen und gemeinnützigen Organisationen bei der Förderung von Forschungsinvestitionen finanziert. Der Studienbericht bestätigt, dass Stiftungen "möglicherweise ein wichtiges Element der Strategie der [Europäischen Kommission] zur Schaffung eines Europäischen Forschungsraums sein könnten", und spricht Empfehlungen in fünf Schlüsselbereichen aus. Der Begriff "Stiftung" wird in dem Bericht für gemeinnützige Organisationen verwendet, die unabhängig von der Regierung und der Industrie sind, Ziele der Öffentlichkeit verfolgen, über einen eigenen Vorstand verfügen und eine eigene Einnahmequelle haben. Laut dem European Foundation Centre (EFC) gab es 2001 schätzungsweise 62.000 Stiftungen in der EU-15. Die Mehrzahl dieser Stiftungen ist allerdings nicht im Forschungsbereich tätig. Derzeit sind die Mittel, die über Stiftungen in die Forschung geleitet werden, relativ gering, sowohl im Vergleich mit der Finanzierung seitens der Regierungen und der Industrie, als auch im Vergleich mit den Mitteln, die in den USA von Stiftungen in die Forschung gesteckt werden. Laut Bericht ist dieses Phänomen auf Hindernisse und mangelnde Anreize zurückzuführen, die Einzelpersonen und Unternehmen an Finanzierungen hindern und die den Geldfluss von Stiftungen und des gemeinnützigen Sektors in die Forschung behindern oder die effiziente Nutzung der Mittel hemmen. Stiftungen könnten Forschungsanstrengungen jedoch auf unterschiedliche Art und Weise unterstützen, so die Verfasser des Berichts: "Sie können das Volumen der Forschungsmittel für Grundlagenforschung, ohne offensichtliche Anwendung durchgeführte 'Blue-Skies-Forschung', nicht populäre Forschung und noch in den Kinderschuhen steckende angewandte Forschung, die nicht ausreichend fortgeschritten sind, um Mittel aus der Industrie anzuziehen, erhöhen. Sie können die europäische Integration durch die Förderung grenzüberschreitender Forschungsprojekte antreiben. Sie können interdisziplinäre Projekte finanzieren, die Mobilität, den Austausch und die Zusammenarbeit der Forscher verbessern, eine Struktur zur Finanzierung kleiner Projekte und eine Strategie zur langfristigen Finanzierung bereitstellen sowie einen Rahmen, der Industrie und Regierung ergänzt. Sie haben die Flexibilität, auf die Anforderungen der Forschungsgemeinschaft zu reagieren, und fördern Forschungsinvestitionen größerer Geldgeber." Die Empfehlungen des Berichts beziehen sich auf spezifische Akteure (Regierungen, EU-Institutionen, Stiftungen, Industrie, Universitäten und die Öffentlichkeit) und sind in fünf Kategorien unterteilt: mehr Transparenz in Bezug auf und Informationen über Stiftungen (Einkommen, Ausgaben und Maßnahmen), ein günstigeres Rechts- und Steuerumfeld für Stiftungen, Mechanismen zur Erhöhung der Mittel für Forschung, effizientere Finanzierungsvorkehrungen und -vorschriften sowie ein für den Betrieb von Stiftungen förderlicheres EU-weites Umfeld. Entscheidend für die Erhöhung der Transparenz von Forschungsstiftungen sei die Sammlung umfangreicher Daten über den Stiftungssektor aus der ganzen EU, heißt es in dem Bericht. Dies könnte durch die Förderung der Einrichtung eines europäischen Forums der Forschungsstiftungen erreicht werden, schlagen die Verfasser des Berichts vor. Eine weitere Empfehlung unter der Schlagzeile "Transparenz" bezieht sich auf die Förderung der Bereitstellung von Geldern für den Forschungssektor durch nationale und internationale Kampagnen. In Bezug auf Steuer- und Regulierungsaspekte wird empfohlen, dass auf Spenden und wohltätige Schenkungen von Einzelpersonen und Unternehmen allgemeinere Steuervergünstigungen oder -abzüge Anwendung finden. Dies umfasst die Gewährleistung, dass Spendenprogramme von der Steuer abgesetzt werden können und anwenderfreundlich sind und dass alle Arten von Spenden an Stiftungen (z. B. Bargeld, Immobilien, Aktien, geistige Eigentumsrechte) gefördert werden. In dem Bericht werden zudem Maßnahmen zur Steuerregelung für Aktivitäten von Stiftungen empfohlen sowie die Vereinfachung des rechtlichen und regulatorischen Umfelds für Stiftungen. In Bezug auf die Verbesserung der Mechanismen zur Förderung von Forschungsmitteln wird die Einführung eines Systems des "Gleichziehens" bezüglich der durch Stiftungen unterstützten Forschung sowohl auf nationaler als auch auf EU-Ebene, die Förderung der Entwicklung von neuen Forschungsstiftungen durch die Förderung von "Wohltätigkeits-Risikokapital" und die Förderung der Schaffung von branchenspezifischen oder themenspezifischen Stiftungen durch den Unternehmenssektor empfohlen. Laut Bericht sollten effizientere Finanzierungsvereinbarungen und -mechanismen gefördert werden. Dies könnte durch die Verbesserung der Vernetzung und Zusammenarbeit zwischen Stiftungen und die Untersuchung von Möglichkeiten zur Schaffung von Hochschulstiftungen erreicht werden, heißt es in dem Bericht. Die abschließenden Empfehlungen der Expertengruppe beziehen sich auf die Förderung eines förderlicheren EU-weiten Umfelds für Stiftungen. Dies würde Änderungen am regulatorischen und Steuerumfeld der EU sowie verbesserte Bedingungen für grenzüberschreitende Spenden und Stiftungsmaßnahmen über nationale Grenzen hinweg umfassen. Abschließend wird zu einer Konferenz zur Weiterverfolgung dieser Empfehlungen sowie zur Einrichtung eines Mechanismus für die Überwachung der Umsetzung der Empfehlungen aufgerufen. Die Verfasser betonen darüber hinaus, dass, wenn die Dynamik dieses Berichts Wirkung zeigen soll, vollstes Engagement, insbesondere auf politischer Ebene, notwendig ist, um die Auswirkungen von Fördergeldern für die Forschung zu erhöhen.

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