Skip to main content
Weiter zur Homepage der Europäischen Kommission (öffnet in neuem Fenster)
Deutsch Deutsch
CORDIS - Forschungsergebnisse der EU
CORDIS

Article Category

Inhalt archiviert am 2023-03-02

Article available in the following languages:

Europas größtes Experiment zum Klimawandel im VK gestartet

Ein Experiment zur Bewertung der potenziellen Auswirkungen des Klimawandels auf die Konzentration toxischer Algen in Süßwassersystemen wurde im VK im Rahmen eines von der EU finanzierten 20-Millionen-Euro-Projekts gestartet. Die Forschung, die von den durchführenden Personen...

Ein Experiment zur Bewertung der potenziellen Auswirkungen des Klimawandels auf die Konzentration toxischer Algen in Süßwassersystemen wurde im VK im Rahmen eines von der EU finanzierten 20-Millionen-Euro-Projekts gestartet. Die Forschung, die von den durchführenden Personen als das bisher größte Klimawandel-Experiment zu Süßwassersystemen in Europa beschrieben wird, umfasst die Simulation von Süßwassersystemen, die die toxische Blaugrünalge (bekannt als Cyanobakterien) enthalten, in 48 großen beheizten Wassertanks und die Messung der Auswirkungen eines Temperaturanstiegs von vier Grad Celsius auf die Alge und ihre Toxizität im Laufe der Zeit. Eine Forscherin im Rahmen des Experiments, Heidrun Feuchtmayr von der Universität Liverpool, äußerte sich folgendermaßen: "Das Wissen über die Auswirkungen des weltweiten Klimawandels auf Süßwassersysteme ist begrenzt. Viele Seen in Europa haben Probleme mit Blaugrünalgen durch die Einleitung von Düngemitteln, Verklappungen von Bauernhöfen und organischen Chemikalien wie Waschpulver ins Wasser. Wir müssen jetzt untersuchen, wie diese Probleme durch einen Temperaturanstieg verstärkt werden können." Es gibt eine Reihe gut dokumentierter Fälle von negativen Auswirkungen der Blaugrünalge auf die menschliche Gesundheit. 1989 erkrankten zwei Soldaten schwer an atypischer Lungenentzündung nach einem Kanutraining auf einem betroffenen See in Staffordshire, VK. Außerdem gibt es Beweise dafür, dass im Jahr 1996 in Brasilien eine Reihe von Blutdialyse-Patienten starb, nachdem während einer Dürre die normale Wasserversorgung durch blaugrünalgenhaltiges Wasser ersetzt wurde. Dr. Feuchtmayr sagte gegenüber CORDIS-Nachrichten: "Normalerweise vermeidet man aufgrund der unschönen Farbe und des unangenehmen Geruchs an [einem betroffenen] See zu trinken oder darin zu schwimmen." Tiere sind jedoch oft nicht so vorsichtig und es wird berichtet, dass die Aufnahme toxischer Algen bei Rindern, Schafen, Hunden und Vögeln zum Tod geführt hat. Es ist bereits bekannt, dass eine Reihe von Faktoren Auswirkungen auf die Algenkonzentrationen in Süßwassersystemen hat, wie beispielsweise Wind und das Vorhandensein von Nährstoffen. Die Temperatur könnte ebenfalls Auswirkungen haben und Dr. Feuchtmayr meint: "Der Klimawandel wird voraussichtlich in den nächsten fünfzig Jahren [zu einem Temperaturanstieg von] drei bis fünf Grad Celsius in [...] Teilen Europas führen. Wir werden untersuchen, ob es in beheizten Wassertanks eher zu Blaugrünalgenblüten kommt und ob die Toxizität mit höheren Temperaturen steigen wird." Die Temperatur der 48 Tanks wird durch eine Reihe von Sensoren genau überwacht, wobei die Daten in einen Computer eingespeist werden, der die Hitze der Tanks präzise kontrollieren kann. In der Hälfte der Tanks wird die Temperatur um vier Grad Celsius gegenüber der Umgebungstemperatur erhöht. "Zu Beginn versuchen wir, für alle Tanks ähnliche Bedingungen zu schaffen, damit wir Veränderungen im Nahrungsnetz und die Größe von Organismen, Anpassungen an höhere Temperaturen sowie andere damit verbundene Aspekte überwachen können", erklärt Dr. Feuchtmayr. Der Vorteil eines so groß angelegten Experiments besteht darin, dass es den Forschern die Möglichkeit bietet, Antworten der Gemeinschaft auf die Auswirkungen der globalen Erwärmung zu untersuchen. "Wir sind nicht im Labor - dies ist ein großes Experiment draußen und orientiert sich somit enger an den natürlichen Umweltbedingungen", betonte Dr. Feuchtmayr. Unabhängig von den Ergebnissen des Experiments werden die Daten in das umfassendere integrierte Projekt Euro-limpacs aufgenommen, in dessen Rahmen es erfolgt. Die Initiative Euro-limpacs wurde unter dem vorrangigen Themenbereich "Nachhaltige Entwicklung, globale Veränderungen und Ökosysteme" des Sechsten Rahmenprogramms (RP6) eingeleitet und umfasst 35 Partner aus 19 Ländern, die jeweils die Auswirkungen globaler Veränderungen auf die verschiedenen Aspekte der europäischen Süßwassersysteme bewerten.

Länder

Vereinigtes Königreich

Mein Booklet 0 0