EU-Projekt identifiziert Maßnahmenbereiche zur Förderung der Innovation im öffentlichen Sektor
"Innovation muss ein menschliches Phänomen sein und nicht eine auf den Privatsektor beschränkte Aktivität", heißt es in einem Bericht zur Innovation im öffentlichen Sektor, der von Publin, einem unter dem Fünften Rahmenprogramm (RP5) der EU finanzierten Projekt, erstellt wurde. In dem Bericht heißt es, dass es entgegen der öffentlichen Meinung eine Menge innovativer Aktivitäten innerhalb des öffentlichen Sektors gebe, aber dass Hemmnisse bestehen bleiben. In dem Bericht wird außerdem darauf hingewiesen, dass die Chancen auf den Erfolg von Innovationsprozessen umso größer sind, je besser die Akteure im öffentlichen Sektor bei der Entwicklung von Netzwerken sind, die ihnen Zugang zu Kompetenzen und Partnern geben. In dem Bericht sind die Hemmnisse für öffentliche Innovation aufgelistet. Daran schließt sich eine Liste wichtiger Antriebskräfte und Förderer für Innovation an und schließlich Empfehlungen dazu, wie die Innovation innerhalb des öffentlichen Sektors verbessert werden kann, einschließlich einer Empfehlung zu den Innovationspolitiken der EU. Die Hemmnisse umfassen die Größe und Komplexität von Organisationen des öffentlichen Sektors, die zur Entwicklung interner Innovationshindernisse führen können, und ein Erbe, das dazu führt, dass die Einrichtungen des öffentlichen Sektors zu etablierten Praktiken und Verfahren tendieren. Die Risikoabneigung wirkt sich ebenfalls negativ auf die Innovation aus, wobei die Organisationen sowohl von Politikern als auch von den Medien genau untersucht werden. In dem Bericht wird die Anforderung an den öffentlichen Sektor, Konsultationen zu sämtlichen geplanten Veränderungen durchzuführen, als ein zusätzliches Hindernis für die Innovation angeführt, ebenso wie die mangelnde Fähigkeit zu organisatorischem Lernen, potenzieller Widerstand der Öffentlichkeit gegen Veränderungen, technische Hemmnisse und fehlende Mittel. Publim zufolge müssen Organisationen, die innovativer sein möchten, sicherstellen, dass sie über einige oder alle der folgenden Elemente verfügen: problemorientierte Antriebskräfte, nicht-problemorientierte Antriebskräfte, politische Unterstützung, eine Überprüfungskultur, Unterstützungsmechanismen für Innovation, Innovationskapazität, wettbewerbsfähige Antriebskräfte, Interesse an technologischer Innovation, von Privatunternehmen und Nichtregierungsorganisationen (NRO) entwickelte Modelle. Von den Empfehlungen für die Förderung der Innovation ist eine speziell an die EU gerichtet: "Die Europäische Union sollte zur Entwicklung einer umfassend angelegten Innovationspolitik 'der dritten Generation' beitragen, die auch den öffentlichen Sektor umfasst", so Publin. "Eine derartige Politik sollte die politischen Entscheidungsträger ermuntern, über die technologische Perspektive der Innovation hinauszugehen und das Konzept organisatorischer, verfahrenstechnischer und konzeptioneller Innovationen, um nur drei aufzuführen, zu fördern." In dem Bericht wird darüber hinaus vorgeschlagen, dass die Kommission auf die Verbesserung der Koordinierung von innovations- und wissenspolitischen Initiativen zwischen den einschlägigen Ministerien und Agenturen abzielt. Andere Empfehlungen sprechen die Entwicklung von Lernstrategien, die den Arbeitnehmern ermöglichen, woanders entwickelte Kompetenzen zu finden, zu verstehen und zu nutzen; Investitionen in technologisches Know-how und Leistungsmessungen an. In dem Bericht wird darauf hingewiesen, dass nicht nur Untergebene gefördert werden müssen, wenn sie innovativ sein sollen, sondern auch politische Entscheidungsträger. "Einige politische Entscheidungsträger, die für Innovations-, Forschungs- und Wissenspolitiken verantwortlich sind, tendieren dazu, ihre eigenen Lern- und Innovationsaktivitäten zu vernachlässigen. Obwohl sie aktiv durch ihre täglichen Tätigkeiten lernen, besteht oft ein Mangel an Lern- und Innovationsstrategien in Direktionen, Räten und Ministerien", so die Publin-Partner. Weitere Empfehlungen betreffen die Nutzung internationaler Organisationen, die Förderung von Unternehmern, die Entwicklung klarer und vernünftiger Innovationsziele und die Einführung politischer Maßnahmen für Wissensproduktion, -verbreitung und Lernen. Das Publin-Projekt wurde unter dem Teilprogramm "Ausbau des Potenzials an Humanressourcen" des RP5 finanziert und umfasste Forscher an zehn Institutionen in neun europäischen Ländern. Das Projekt wurde von dem norwegischen Forschungsinstitut NIFU STEP geleitet.