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Inhalt archiviert am 2023-03-02

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Vorantreiben von Innovation durch Bündelung von Kräften - die ARTEMIS-Technologieplattform

Die ARTEMIS-Technologieplattform hat am 6. März ihre strategische Forschungsagenda herausgegeben. ARTEMIS (Advanced Research and Technology for Embedded Intelligence and Systems) bringt die wichtigsten Akteure in der Industrie für eingebettete Systeme zusammen. Eingebettete ...

Die ARTEMIS-Technologieplattform hat am 6. März ihre strategische Forschungsagenda herausgegeben. ARTEMIS (Advanced Research and Technology for Embedded Intelligence and Systems) bringt die wichtigsten Akteure in der Industrie für eingebettete Systeme zusammen. Eingebettete Systeme beziehen sich auf Computer oder Mikroprozessoren innerhalb von uns umgebenden Objekten, die nicht durch den Verbraucher geändert werden können. Ein gutes Beispiel ist die Automobilindustrie, wo eingebettete Systeme zu einem integralen Bestandteil des Endprodukts geworden sind. Eingebettete Systeme betreiben das ABS-Bremssystem, kontrollieren den Motor zur Maximierung der Effizienz, betreiben die Satellitennavigation, Klimaanlage, Tempostat und eine Reihe anderer Merkmale. Es gibt inzwischen mehr Objekte mit eingebetteten Systemen als Menschen auf der Erde. Emile Aarts, Vizepräsident und wissenschaftlicher Programmdirektor bei Philips, stellte eine Vision für 2020 unter Einbeziehung von "intelligenten Umgebungen" heraus, bei der eingebettete Systeme einen Großteil unserer natürlichen Umgebung in Anspruch nehmen und automatisch auf unsere Präferenzen reagieren könnten. "Um dies zu erreichen, müssen wir den Himmel der intelligenten Umgebungen mit der Hölle der Physik überbrücken. Weil sich die Miniaturisierung so schnell entwickelt, besteht eine Lücke zwischen Architektur und Physik. ARTEMIS überbrückt die Lücke von Seiten der Software und [die Technologieplattform für Nanotechnologie] ENIAC tut dasselbe von Seiten der Nano-Architektur", sagte er. Das "Moorsche Gesetz" besagt, dass sich die Rechenleistung etwa alle 18 Monate verdoppelt, sodass die Systeme zunehmend leistungsfähiger und dennoch immer kleiner sind. Noch unmittelbarer bringen große Einzelhändler wie Tesco im VK bereits Produkte mit individuellen Etiketten zur Identifizierung über Funkfrequenzen (Radio Frequency Identification - RFID) auf den Markt. Jedes Etikett enthält einen Chip mit Informationen über das spezifische Produkt, von Bohnenkonserven bis hin zu Flachbildfernsehern, sodass der Einzelhändler das Fortschreiten der Produkte von der Herstellung bis zum Verkauf überwachen kann. Diese Anwendung eingebetteter Systeme verfügt über riesiges Potenzial. Der Vorsitzende von ARTEMIS, Yrjo Neuvo, stellte heraus, dass Europa der unbestrittene Weltmarktführer für eingebettete Systeme sei und dass eine Bündelung von Ressourcen einen wirtschaftlichen Wandel vorantreiben könne. "Im Aho-Bericht wird betont, dass Europa seine Kräfte bündeln muss, um Innovation und Wettbewerbsfähigkeit voranzutreiben. Genau das haben wir bei ARTEMIS getan", sagte er. Eine voll entwickelte Industrie für eingebettete Systeme wäre riesig. Die Forschung wird derzeit von einzelnen Unternehmen durchgeführt. Durchbrüche in einem Bereich könnten in anderen Bereichen nützlich sein, und ARTEMIS würde den Transfer von Fachwissen durch verschiedene Unternehmen und Disziplinen hindurch erleichtern. Eingebettete Systeme sind ein sich schnell entwickelnder Bereich mit einem jährlichen Wachstum von zehn Prozent. Wenn man wiederum die Automobilindustrie betrachtet, so stehen heute 20 Prozent des Werts eines Fahrzeugs im Zusammenhang mit seiner eingebetteten Technologie. Diese Zahl wird sich laut ARTEMIS bis 2015 auf 35 oder 40 Prozent erhöhen, wodurch bis zu 600.000 Arbeitsplätze geschaffen werden. Die Pläne für ARTEMIS sind äußerst ehrgeizig. Die Plattform ist völlig offen - jede Organisation kann beitreten. Als öffentlich-private Partnerschaft ist ARTEMIS auf der Suche nach Finanzierungsmitteln in Höhe von 2,7 Milliarden Euro für einen Zeitraum von vier Jahren ab 2007. Die für die Informationsgesellschaft und Medien zuständige EU-Kommissarin Viviane Reding sagte: "Wir wollen, dass ARTEMIS erfolgreich fortgesetzt wird. Die Forschungsausgaben der Industrie liegen bei 15 bis 20 Milliarden Euro pro Jahr für eingebettete Systeme. Die Hälfte der Top-100-Unternehmen verwendet eingebettete Systeme, und die meisten der Top 25 betreiben aktive Forschung in diesem Bereich. Es besteht ein riesiges Potenzial für neue Anwendungen, die wiederum neue Märkte schaffen werden. Dies steht im Mittelpunkt der Strategie von Lissabon. Eingebettete Systeme werden direkte Auswirkungen darauf haben, wie wir Mehrwert für die Wirtschaftskette schaffen." "Brauchen wir für diese Entwicklung die EU?", fragte sie. "Ja, wir brauchen sie. Wir stehen vor ernsthaften wirtschaftlichen und technischen Herausforderungen, die nur auf EU-Ebene angegangen werden können. Die EU wird gebraucht, um den Umfang des praktischen Wissens aufzuholen. Heutzutage sind Telefone so leistungsfähig wie Tischcomputer. Wir brauchen neue Konzepte für Entwürfe und Entwicklungen und dürfen uns nicht der Komplexität geschlagen geben. Die EU ist unverzichtbar. ARTEMIS wird qualitativ hochwertige Forschung bündeln und Normen und Koordinierung einführen, um den Investoren größere Sicherheit zu geben. Wenn die EU dies nicht tut, wird sie abgehängt - dies ist die strategische Bedeutung von ARTEMIS." "Wir müssen unsere Anstrengungen auf gemeinsame Ziele konzentrieren. Technologieplattformen sind wichtige Instrumente zur Koordinierung der Entwicklung. Das Problem der EU besteht darin, dass Wachstum und Produktivität unzureichend sind. Innovation fördert Produktivität, dann sollte das das Ziel sein. Es sollten keine Mittel für Doppelarbeit verschwendet werden. Einsparungen durch rationelle Auslastung sind ein weiteres Ziel. Forschung führt zu Wachstum, Wachstum zu Produktivität, Produktivität zu Arbeitsplätzen. Arbeitsplätze bedeuten höhere Steuereinnahmen für die Regierungen, was heißt, dass mehr Geld für die Forschung ausgegeben werden kann. Somit ist der Prozess zyklisch. Daher brauchen wir eine industriegeführte Initiative, um die kritische Masse zu erreichen. ARTEMIS ist eines von sechs vorgeschlagenen 'gemeinsamen Technologie'-Projekten. Wir fordern die Unterstützung für ARTEMIS und mit Unterstützung und Engagement der EU werden wir ARTEMIS im Frühjahr dem Rat vorschlagen", sagte sie.

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