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Inhalt archiviert am 2023-03-02

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Runder Tisch zu F&E fordert höhere und vielfältigere Investitionen in Europa

Europäische Akademiker, Geschäftsleute und Politiker nahmen an einem von der Online-Medienstelle Science|Business am 7. März in Paris organisierten Rundtischgespräch teil, um ein Manifest zur Förderung des stagnierenden Wachstums in Europa und zur Erhöhung der geringen Investi...

Europäische Akademiker, Geschäftsleute und Politiker nahmen an einem von der Online-Medienstelle Science|Business am 7. März in Paris organisierten Rundtischgespräch teil, um ein Manifest zur Förderung des stagnierenden Wachstums in Europa und zur Erhöhung der geringen Investitionen in Forschung und Entwicklung (F&E) zu formulieren. Der jüngste Bericht der Aho-Gruppe zu Innovation in Europa wurde vom EU-Kommissar für Wissenschaft und Forschung Janez Potocnik und der EU-Kommissarin für Informationsgesellschaft und Medien Viviane Reding begeistert aufgegriffen, aber vor dem Übergang zur Umsetzung bot das Rundtischgespräch die Möglichkeit herauszufinden, was einige Großindustrielle als die beste Möglichkeit für die Zukunft ansehen. Das vollständige Manifest wird in den kommenden Wochen veröffentlicht, aber CORDIS-Nachrichten war bei den Gesprächen zugegen, um einen Einblick in dessen möglichen Inhalt zu erhalten. Der Runde Tisch wurde nach den "Chatham House" Rules durchgeführt, was bedeutet, dass Worte aufgezeichnet werden dürfen, aber nicht, wer sie geäußert hat, sodass die Delegierten frei und ohne Zensur sprechen konnten. "Teilweise auf der Grundlage des Gesprächs und teilweise auf der Grundlage unserer eigenen Forschung werden wir ein Manifest verfassen, in dem die wichtigsten politischen Änderungen zusammengefasst sind, die nach unserer Meinung als Herausgeber einen echten, kohärenten Unterschied machen würden", sagte der Leiter von Science|Business Richard Hudson. "Wir haben untersucht, warum die USA so viel schneller gewachsen sind", begann die Diskussion. "Sie verwendeten öffentliche Gelder zur Finanzierung und verfügten im Jahr 1980 über Gesetze zur Deregulierung des geistigen Eigentums. Dasselbe erfolgte in Deutschland im Jahr 2003. Wie können wir öffentlich finanzierte Gelder besser für die Forschung nutzen?", fragte ein Delegierter. Dies brachte die Diskussion in Richtung Hochschulbildung und es wurde die Frage aufgeworfen, wie Innovationen an Hochschulen effizienter und effektiver auf den Markt gebracht werden könnten. Es wurden zwangsläufig Vergleiche zu den USA hergestellt, die geistiges Eigentum sehr erfolgreich von Hochschulen auf den Markt bringen und im Vergleich zu der EU über einen großen Pool an Finanzierungsmitteln verfügen. "In den USA beginnen Start-ups sehr klein, aber wachsen auf mittlere Größe an und dann wird ein [beträchtlicher] Anteil groß. In Europa, wo zwar viele Start-ups erfolgreich sind, bleiben sie KMU oder verschwinden ganz." Die Delegierten identifizierten die Belastung des Patentsystems als ein zentrales Hindernis für Unternehmenswachstum. Es gibt derzeit kein EU-weites Patentsystem, wodurch Innovation in ganz Europa sehr teuer wird. "Es fallen 75.000 Euro an Gebühren für die Eintragung von Patenten an, aber es könnte wesentlich mehr kosten, eine Klage abzuschmettern oder zu führen. Es macht keinen Sinn, ein Patent zu erwerben, wenn man sich nicht leisten kann, es zu verteidigen. Auf Anwaltsgebühren könnte anstelle von Startkapitel verzichtet werden. Sogar die Versicherungskosten sind unerschwinglich hoch. Ein weiteres Problem sind die Kosten - wie würde ein kleines Unternehmen einen Prozess bekommen, wenn das Rechtsteam der Meinung wäre, dass sich der Kunde die Gebühren nicht leisten könnte, wenn er den Fall verliert?", fragte ein Rechtsexperte. Einige Delegierte wiesen darauf hin, dass die Unternehmen Patente mit konträren Zielen erwerben. Die Patentgesetze werden jetzt im Allgemeinen zum Zweck des Protektionismus genutzt, für große Unternehmen, um Unsicherheit in einen Markt zu bringen. Neueinsteiger brauchen jedoch Sicherheit und niedrige Kosten. Die meisten Delegierten stimmten zu, dass EU-weite Patente von entscheidender Bedeutung seien, fragten aber, warum die Vorschläge für ein EU-weites Patent seit 40 Jahren auf dem Tisch seien und sich in dieser Frage immer noch nicht wirklich etwas tue. In Bezug auf akademische Einrichtungen und die Art und Weise, auf die sie geistiges Eigentum nutzen, waren die Delegierten der Meinung, dass das Verhalten der Forschungseinrichtungen im Vergleich zu den USA als unprofessionell empfunden werde. Wenn sich die Unternehmen nicht auf die mit den Einrichtungen unterzeichneten Vereinbarungen verlassen können, dann werden sie in die USA gehen, wo sie das Gefühl haben, dies zu können. MIT wurde als eine Organisation angeführt, die von der Wirtschaft so hoch geschätzt wird, dass sie in der Regel die Bedingungen ihrer Vereinbarungen selbst festlegt. Zu oft geben die europäischen Hochschulen ihr geistiges Eigentum zu billig ab. Dieser Markt für "Technologietransfer" von Innovation zu Wirtschaft ist in Europa viel zu schwach und trägt bestenfalls fünf Prozent zu den Einnahmen einer Hochschule bei, während schlimmstenfalls die Einnahmen häufig negativ sind. Die Unternehmen wollen, dass die Hochschulen in der Spitzenforschung stark sind, aber es besteht derzeit eine Lücke zwischen der Ausrichtung in der Wirtschaft und der Bildung. Ein weiteres Problem bei Hochschul-Spin-off-Unternehmen besteht darin, dass die Forscher möglicherweise das Unternehmen leiten, anstatt Personen mit Erfahrung im Wirtschaftsbereich. Die Teilnehmer des Runden Tischs sind der Meinung, dass es einen neuen Ansatz für die Nutzung des Technologietransfers geben sollte. "Versuchen Sie die Wissenschaftler davon zu überzeugen, dass die Verantwortung nicht nur bei ihnen liegen sollte. Ohne den Wissenschaftler gibt es jedoch ein anderes Problem. Wo sollte die Grenze zwischen dem Wissenschaftler und der Einrichtung sein?", fragte ein Teilnehmer. Die Delegierten wünschen sich eine durchlässigere Grenze zwischen Hochschulen und der Industrie - wie sie in den USA existiert. Sie wollen außerdem weniger Wettbewerb zwischen den Hochschulen und fragten, wie erwartet werden könne, dass Hochschulen in jeder Disziplin Spitzenleistungen erbringen. Hochschulen müssen versuchen, in bestimmten Bereichen Spitzenleistungen zu erbringen, argumentieren sie. Als nächstes wurde die Frage nicht-öffentlicher Finanzierungsquellen betrachtet. Sowohl Business-Angel-Finanzierung als auch Risikokapital werden in der EU für wesentlich schwächer als in den USA gehalten. "Risikokapitalgeber interessieren sich zunehmend für Eigenkapital-Geschäfte und weniger für Start-ups", sagte ein Delegierter. "Das zentrale Thema ist, dass die USA vereint sind, aber die EU zersplittert ist. Wir müssen gute Start-ups finanzieren, damit die Besten der Besten konkurrieren können. Häufig fehlt es Akademikern an Qualifikationen, um Ideen auf den Markt zu bringen. Die EU ist sehr risikoscheu, insbesondere Frankreich und Deutschland, und das ist ein Hindernis. Dies ist kein US-Modell und wir brauchen ein stärker maßgeschneidertes Umfeld." Business-Angel-Fonds in der EU sind besonders schwach im Vergleich zu denen in den USA, wo sie durchschnittlich mehr Finanzierungsmittel bereitstellen als Risikokapitalgeber. In den USA können Business Angels Finanzierungsmittel bis zu einer Million USD pro Start-up bieten, während die Fonds in der EU üblicherweise nicht mehr als 200.000 Euro bieten, und außerdem gibt es dort weit weniger davon. Steuerbefreiungen wurden als ein Problem für Investoren angesehen. "Es gibt derzeit keine für Angels", stellte ein Delegierter fest. "Es sollte nicht kompliziert sein, das Umfeld zu ändern. Es gibt nicht genügend Angel-Erfolgsstories, um Investitionen auf US-Niveau zu fördern. Wir brauchen Anreize für die Risikokapitalgeber und müssen die Bürokratie beseitigen. Wir zerstreuen das Geld." "Es gibt Angels hier, aber sie werden behindert. Konkurs ist stigmatisiert - warum?", fragte ein anderer Delegierter. Die Teilnehmer waren sich einig, dass Konkurs immer noch mit einem Stigma verbunden sei, aber dass dies vor 150 Jahren nicht der Fall gewesen sei, und die Kultur scheine sich jetzt im VK zu ändern. Die Teilnehmer wurden gefragt, ob die Kapitalertragssteuer gesenkt werden sollte. Ein Delegierter stellte einfach fest: "Politiker haben wenig Überzeugung oder Verständnis in Bezug auf dieses Thema." Diese Äußerung stieß auf allgemeine Zustimmung. Ein französischer Redner sagte: "In Frankreich gibt es derzeit mehr Steueranreize für Investitionen auf Martinique und Guadeloupe als für Investitionen in Frankreich." Das britische Modell wurde untersucht, das nach Ansicht vieler Delegierter in Bezug auf Finanzierungsmöglichkeiten in der EU an erster Stelle steht. Regierungsprogramme hatten einen Geldtopf speziell für den Technologietransfer auf den Markt vorgesehen, auf den die relativ große Zahl von Hochschul-Spin-off-Unternehmen im VK verglichen mit dem Rest der EU zurückzuführen ist. Dies schließt die Lücke an der Stelle, an der die Banken stehen sollten, denn "Banken sind nicht an kleinen, relativ risikoreichen Darlehen interessiert", sagte ein Delegierter. Ein Sprecher wies darauf hin, dass die EU einen Katalysator brauche, um die Unternehmen vom IP (intellectual property - geistiges Eigentum) zum IPO (Börsengang) zu bringen. "Eine kritische Masse von 15-20 Jahren an IP-Finanzierung ist nötig, die über einen Zeitraum von 15 Jahren zurückzuzahlen ist. Die Unternehmen brauchen jedoch zwei oder drei Mitarbeiter mit Industrieerfahrung, beispielsweise einen Patentanwalt in den Technologietransferunternehmen, um sie zu verwalten", so der Wirtschaftswissenschaftler. Es gibt in der EU noch kein Programm für die Auflegung neuer Fonds. Die Delegierten betrachteten die Probleme des IPO und insbesondere den Erfolg des Alternative Investment Market (AIM), ein Marktsegment der zentralen London Stock Exchange, das der amerikanischen NASDAQ ähnelt und für den Börsengang nicht-britischer Unternehmen offen ist. Das Gremium war geteilter Meinung darüber, ob der AIM einfach auf den Rest der EU ausgeweitet werden sollte, oder ob eine EU-weite Börse eröffnet werden sollte. "Der AIM funktioniert und steht dem Rest der EU zur Verfügung", erklärte ein Delegierter. Die London Stock Exchange könnte jedoch die Ausweitung des AIM blockieren. Ein anderer Redner stellte heraus, dass unabhängig davon, ob das britische Modell die beste Möglichkeit für die Zukunft darstelle, die Grundsätze immer noch von den einzelnen Ländern abgelehnt werden könnten, und die Delegierten stimmten zu, dass es fast sicher sei, dass dies passieren werde. Bei Betrachtung des Wirtschaftssektors selbst stimmten die Experten überein, dass kurzfristige Planungen ein Problem darstellten. "Mangelnde Investitionen könnten darauf zurückzuführen sein, dass das Unternehmen einfach nicht so viel ausgibt oder woanders investiert bzw. könnte es der Fall sein, dass das Unternehmen nicht existiert, um Ausgaben zu tätigen. Die Ausgaben in den Bereichen Biotechnologie und -technik sind in den USA hoch, weil diese Industrien dort konzentriert sind. Es sind politische Maßnahmen für ein Marktwachstum erforderlich. In der Pflanzenbiotechnik gab es kaum einen Markt, aber jede Menge Innovation. Beim GSM dominierte das EU-weite Projekt die Welt, sodass wir ein funktionierendes Modell besitzen", sagte ein Delegierter abschließend.

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