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Satellitenbilder zeigen Ausmaß der Elbeflut

Der Satellit ERS-2 der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) hat Bilder des verheerenden Elbehochwassers in Norddeutschland geliefert, die den Behörden dabei helfen, Maßnahmen gegen die Katastrophe gezielter einzuleiten. Mehrere Städte entlang der Elbe, die stellenweise be...

Der Satellit ERS-2 der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) hat Bilder des verheerenden Elbehochwassers in Norddeutschland geliefert, die den Behörden dabei helfen, Maßnahmen gegen die Katastrophe gezielter einzuleiten. Mehrere Städte entlang der Elbe, die stellenweise beinahe das Dreifache ihres Normalpegels erreicht hat, sind von Überschwemmungen betroffen. Vor allem in der Stadt Hitzacker, die 100 km von der Ostseeküste entfernt liegt und in der viele architektonisch wertvolle Häuser aus dem 16. und 17. Jahrhundert stehen, ist das Ausmaß des Schadens besonders groß. Die Flutbeobachtung vom Weltraum aus ist nicht aufwändig und liefert wertvolle Informationen, die bei der Begrenzung des Schadens helfen können. Dies ist von großer Bedeutung, da Überschwemmungen von allen Naturkatastrophen die größten Kosten verursachen. Im Oktober 2000 wurde die ESA Gründungsmitglied der internationalen Charta "Weltraum und Katastrophen". Die der Charta angeschlossenen Raumfahrtbehörden haben es sich zum Ziel gesetzt, im Falle großer Naturkatastrophen oder technischer Unfälle mit vereinten Kräften Hilfe zu leisten. Das Gemeinsame Melde- und Lagezentrum (GMLZ) forderte Satellitenkarten der überfluteten Region an. Im Rahmen der Charta wurde die Anfrage an das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) weitergeleitet, das anhand von Satellitenbildern Karten zusammenstellte. Unter den ersten Bildern, die zur Kartierung der überfluteten Gebiete dienten, waren die des Synthetic Aperture Radar (SAR) des Satelliten ERS-2. Die Landesbetriebe für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft der Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Niedersachsen sowie das Amt für Umweltschutz Dresden und die Polizeibehörde Potsdam haben diese Karten intensiv zur Koordinierung ihrer Einsatzkräfte genutzt. Nach Angaben der Behörden in Hitzacker übertraf der Elbpegel um 13 cm den Höchststand der so genannten Jahrhundertflut 2002, der schlimmsten Flutkatastrophe in Mittel- und Osteuropa seit 150 Jahren. Seit dem 11. April geht der Wasserstand zurück, jedoch sind Deiche und andere Dämme durchgeweicht und es besteht unvermindert die Gefahr, dass sie brechen könnten. Mit Hilfe der Satellitenbilder versuchen immer noch über 3.000 Helfer, die Koordinierung von Maßnahmen - Abdichten und Verstärken der Deiche sowie Einsatz von Sandsäcken entlang der Elbe - zu optimieren.

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