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Laut neuem Forschungsbericht können Föten keinen Schmerz empfinden

Ein Forschungsbericht im British Medical Journal deutet darauf hin, dass Föten keinen Schmerz empfinden und dass sich Schmerzempfinden erst nach der Geburt entwickelt. Mit der Studie, die an der Universität Birmingham, VK, unter der Leitung des Psychologen Dr. Stuart Derbysh...

Ein Forschungsbericht im British Medical Journal deutet darauf hin, dass Föten keinen Schmerz empfinden und dass sich Schmerzempfinden erst nach der Geburt entwickelt. Mit der Studie, die an der Universität Birmingham, VK, unter der Leitung des Psychologen Dr. Stuart Derbyshire durchgeführt wurde, wird die Abtreibungsdebatte in einem Punkt neu entfacht - nämlich in der Frage, ob Föten Schmerzen fühlen oder nicht. Frauen sagt man bei der Abtreibung, dass das ungeborene Kind keinen Schmerz spüren wird, doch gerade dies wurde von Abtreibungsgegnern immer bestritten. Mit Ausnahme von Irland und Malta ist Abtreibung in den meisten EU-Staaten legal, wobei Portugal, Deutschland und die Slowakei hinsichtlich Abtreibung eine restriktive Politik verfolgen. Abtreibungsgegner (Pro-Life-Aktivisten) behaupten, der Fötus könne Schmerz empfinden und Abtreibung sollte generell aus moralischen Gründen verboten werden. In den Vereinigten Staaten haben Abtreibungsgegner deutlich mehr Einfluss als in Europa - Abtreibung ist in mehreren Staaten verboten. Die meisten EU-Mitgliedstaaten, in denen Abtreibung legal ist, fordern allerdings die Einhaltung gewisser rechtlicher Bestimmungen, die beispielsweise vorschreiben, bis zu welcher Schwangerschaftswoche eine Abtreibung vorgenommen werden darf. Diese neue Studie deutet darauf hin, dass Föten auch nach 20 Wochen, dem Zeitpunkt, bis zu dem in den meisten Ländern ein Schwangerschaftsabbruch vorgenommen werden darf, noch keinen Schmerz empfinden. "Das für Schmerzempfinden zuständige Nervensystem eines Fötus ist erst ab der 26. Schwangerschaftswoche voll ausgebildet. Erst dann entstehen Neuriten und die Hormonausschüttung funktioniert auch erst ab diesem Zeitpunkt", erklärt Dr. Derbyshire. Der ausschlaggebende Faktor sei allerdings die Geburt, behauptet Dr. Derbyshire. "Schmerz ist an Erfahrungen geknüpft und entwickelt sich erst durch äußere Reize und menschliche Eingriffe. Schmerz setzt eine Vorstellung vom genauen Ort des Schmerzes und von Unbehagen voraus und bedarf der Fähigkeit, Schmerz zu empfinden", sagte er im Interview mit der BBC-Website. Seine Forschungsergebnisse lassen vermuten, dass sich der Fötus im Mutterleib aufgrund chemischer Botenstoffe aus der Plazenta in einer Art Schlaf befindet. Bei der Geburt eröffnet sich dem Baby die Welt äußerer Reize, die wiederum die Nervenbahnen des Babys aktivieren und Schmerzempfinden ermöglichen. "Schmerz ist nur möglich aufgrund einer psychologischen Entwicklung, die bei der Geburt einsetzt, wenn das Baby die geschützte Umgebung des Mutterleibs verlässt und in die wache Welt der Reize eintritt", erklärt Dr. Derbyshire. Laut Dr. Derbyshire, der als Befürworter des Rechts auf Abtreibung gilt, ändern diese Forschungsergebnisse nichts an den moralischen Argumenten für und wider Abtreibung oder an der rechtlichen Grundlage für Abtreibung. Er ist überzeugt, dass seine Studie nur bestätigt, was Frauen vor der Abtreibung immer gesagt wird, nämlich dass das ungeborene Kind keinen Schmerz empfindet. "Berater, die darauf verzichten, mit den Frauen über die eventuellen Schmerzen ihres Fötus bei der Abtreibung zu diskutieren, handeln demnach nicht verantwortungslos, sondern können sich im Gegenteil auf stichhaltige Beweise stützen, wonach Föten keinen Schmerz empfinden", so Derbyshire weiter. Die Forschungsergebnisse deuten außerdem darauf hin, dass Schmerzmittel, die dem Fötus in manchen Fällen über die Plazenta verabreicht werden, den Fötus unter Umständen unnötigerweise gefährden. In den Vereinigten Staaten wird sowohl in Erwägung gezogen, Abtreibung aufgrund der Schmerzen, die dem Fötus zugefügt werden, unter Strafe zu stellen, als auch die Bedingung aufzustellen, Föten über 22 Wochen vor der Abtreibung Schmerzmittel zu verabreichen. Life, die britische Wohltätigkeitsorganisation, die gegen Abtreibung kämpft, hat eine Stellungnahme veröffentlicht, in der sie einräumt, das Argument, der Fötus erleide bei der Abtreibung Schmerzen, sei für die Abtreibungsdebatte unerheblich. Allerdings heißt es in dieser Stellungnahme weiter: "Sollte das ungeborene Kind, wie andere Forschungsberichte dies nahe legen, dennoch Schmerz fühlen können, dann macht das Abtreibung nur umso abscheulicher." "Eines wissen wir sicher: das Ungeborene reagiert ab der 20 Schwangerschaftswoche auf äußere Reize wie Musik und Stimmen", heißt es in der Stellungnahme.