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Jahresbericht 2005 präsentiert die Arbeitsergebnisse der GFS

Die Saat für das, was einmal die Gemeinsame Forschungsstelle (GFS) werden sollte, wurde in den Jahren nach dem 2. Weltkrieg gesät, in einer Zeit, die von einer Kultur der Zusammenarbeit geprägt war. Ein erstes großes Ergebnis dieser Zusammenarbeit war der Vertrag von Rom. Am 2...

Die Saat für das, was einmal die Gemeinsame Forschungsstelle (GFS) werden sollte, wurde in den Jahren nach dem 2. Weltkrieg gesät, in einer Zeit, die von einer Kultur der Zusammenarbeit geprägt war. Ein erstes großes Ergebnis dieser Zusammenarbeit war der Vertrag von Rom. Am 25. März 1957 geschlossen, besiegelte er nicht nur die Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft sondern auch der Europäischen Atomgemeinschaft (Euratom). Der Euratom-Vertrag stipulierte, dass eine Organisation die zur Unterstützung der Kommission notwendigen Forschungsarbeiten ausführen soll. Aus dieser Organisation entstand die GFS. Der Jahresbericht 2005 der GFS wirft ein Schlaglicht auf die wichtigsten, oft wegweisenden Forschungsprojekte der GFS. Die unterschiedlichen GFS-Standorte ergaben sich aus Spenden in den 1950er und 1960er Jahren: Ispra in Italien, der Reaktor Petten in den Niederlanden, die Forschungseinrichtung in Geel in Belgien und das Institut für Transurane in Karlsruhe in Deutschland. Der Standort Sevilla kam erst 1992 hinzu. In den1970er Jahren diversifizierte die GFS ihre Tätigkeit und nahm neben der Kernforschung zahlreiche weitere Bereiche hinzu. Heute gewährleistet das Mandat der GFS, dass sie als "Referenzzentrum" für Wissenschaft und Technologie in der EU zwar den Mitgliedstaaten dient, aber dennoch unabhängig arbeitet. Im Jahr 2005 hatte die GFS 1.708 fest angestellte Mitarbeiter und 947 Gastforscher. Sie gab 299 Millionen Euro aus und veröffentlichte 1.581 Publikationen. Ein Teil der GFS-Arbeit besteht darin, zu Projekten unter dem Sechsten Rahmenprogramm beizutragen oder sie zu leiten. Die GFS hat im Jahr 2005 für 55 Projekte - das heißt für 53 Prozent der Projekte, für die sie sich beworben hat, - den Zuschlag erhalten. Die GFS gab etwa 11 Millionen Euro für Forschung aus, die von der Kommission benötigt wird, aber nicht durch das Arbeitsprogramm der GFS abgedeckt ist. Die Mitarbeiter der GFS kommen aus allen Regionen Europas, und die Organisation wird von vielen als Paradebeispiel für gelungene EU-Zusammenarbeit gesehen. Janez Potocnik, EU-Kommissar für Wissenschaft und Forschung, begrüßt in seinem Vorwort "die Bemühungen, die wissenschaftlich-technische Unterstützung der Kommission und des Europäischen Parlaments zu stärken sowie die Möglichkeiten, den Rat zu unterstützen [...]. Mein Ziel ist und bleibt es, die europäische Wissenschaft zur besten weltweit zu machen und dafür zu sorgen, dass sich die besten Wissenschaftler der Welt an dieser Entwicklung beteiligen - zum Nutzen der europäischen Wettbewerbsfähigkeit und des europäischen Wohlstands. Mit ihrem Arbeitsprogramm, ihren Gastwissenschaftlern und Austauschprogrammen und mit ihren wissenschaftlichen Fachkenntnissen, Einrichtungen und Netzwerken trägt die GFS dazu bei, dieses Ziel zu erreichen." Eines der herausragendsten Ergebnisse des Jahres 2005 ist der erste europäische Bodenatlas. Die GFS hat das Projekt, an dem sich mehr als 40 Länder beteiligten, koordiniert. Der Atlas soll die Überwachung der Bodendegradierung und der Gefahren für die menschliche Gesundheit sowie natürlich den Schutz des Bodens, der als nicht erneuerbare Ressource gilt, erleichtern. Das GFS-Projekt wurde auf der Agrokomplex, der internationalen Landwirtschafts- und Ernährungsmesse, mit der renommierten Goldenen Sichel ausgezeichnet. Eine detaillierte Auflistung aller GFS-Projekte des Jahres 2005 verbietet sich aus Platzgründen, aber als ein Highlight sei das Africa Observatory for Sustainable Development genannt, das sich vor allem mit Umweltveränderungen befasst. Die GFS hat sich mit ihren erstklassigen Landkarten und mit Know-how auch aktiv an der Koordination der Hilfsmaßnahmen nach dem Tsunami in Asien und dem Erdbeben in Südasien beteiligt. Was erneuerbare Energien betrifft, so hat die GFS neue Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Testeinrichtungen in Petten eröffnet. Im Bereich Sicherheit entwickelt die GFS Testmethoden, die im Kampf gegen den Schmuggel von Nuklearmaterial eingesetzt werden sollen. Im Bereich Chemie ist die GFS für die zahlreichen neuen Tests gerüstet, die im Zusammenhang mit der neue EU-Chemikalienpolitik erforderlich werden. Darüber hinaus arbeitet die GFS schon seit einiger Zeit an der Entwicklung von Alternativen zu Tierversuchen.

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