Erneuter Ausbruch der Schweinepest in Deutschland
Eine Reihe von Ausbrüchen des hoch ansteckenden Klassischen Schweinepestvirus (auch als "Schweinecholera" bekannt) hat zu weiteren Kontrollen in Nordrhein-Westfalen geführt. Die Krankheit ist nur für Haus- und Wildschweine ansteckend. Sie ist jedoch hochgradig ansteckend und häufig tödlich. Die Krankheit ist höchst ungewöhnlich in Europa. Die letzten Ausbrüche wurden im Jahr 2001 im VK, in Spanien und in Polen verzeichnet. Bis dahin galt die Krankheit als ausgerottet. Die Krankheit ist für Schweine so ansteckend, dass die Schweine bei dem Ausbruch im Jahr 2001 im VK, der die Experten verblüffte, weil er von einem asiatischen Stamm herrührte, vermutlich über ein verarbeitetes Schweinefleischprodukt wie ein Schinkensandwich oder Schweinepastete infiziert wurden. Bei späteren Nachforschungen stieß man auf einen Fleischschmuggel, bei dem billiges und nicht reguliertes Fleisch aus dem Fernen Osten in das VK gebracht wurde. Die EU-Richtlinie 2001/89/EG, die während der Ausbrüche im Jahr 2001 entworfen wurde, hat eine weitere Ausbreitung der Krankheit, von der erstmals Anfang März Höfe in der Region betroffen waren, aufgehalten. Zunächst wurde eine Überwachungszone um die Seuchenherde errichtet. In dieser durften sich Fahrzeuge und Personen nur beschränkt bewegen. Außerdem wurden der Export und das Schlachten von Schweinen gestoppt. Bis April kam es zu keinen weiteren Ausbrüchen, was darauf hindeutete, dass die Krankheit aufgehalten worden war. Die Bewegung von Schweinen innerhalb der Überwachungszone wurde gestattet. Ein erneuter Ausbruch in der Stadt Borken hat den Ständigen Ausschuss für die Lebensmittelkette und Tiergesundheit jedoch einer neuen Mitteilung zufolge veranlasst, einen "Kommissionsvorschlag zur Aussetzung der Bewegung sämtlicher Schweine und zur Auferlegung von Vorsorgemaßnahmen in den nordrhein-westfälischen Regierungsbezirken Arnsberg, Münster und Düsseldorf" zu unterstützen. Die Vorsorgemaßnahmen wurden inzwischen verstärkt. "Es wurde eine Schutzzone von drei Kilometern rund um den Seuchenherd errichtet und die deutschen Behörden wenden in dieser Zone Maßnahmen zur Krankheitskontrolle, einschließlich Keulungen und Desinfektion, an." Die Schweinepest hatte das VK unmittelbar vor dem katastrophalen Ausbruch der Maul- und Klauenseuche im Jahr 2001 heimgesucht. Zu dieser Zeit stellte ein führender Experte, Professor Mac Johnston vom Royal Veterinary College, eine explizite Verbindung zwischen Schweinepest und Maul- und Klauenseuche her, indem er behauptete, dass beide durch kontaminierte Getreideschlempe eingeschleppt worden seien. "Die Schweinepest hat uns daran erinnert, dass die Menschen die Vorschriften beachten müssen", sagte Professor Johnston im Jahr 2001. "Es ist eine Frage der harten Durchsetzung." Heute untersucht das EU-Rahmenprogramm weiterhin die Ursache und die Ausbreitung von Krankheiten wie Schweinepest. Im Rahmen einer aktuellen Ausschreibung erfolgte ein Aufruf für Forschungsvorschläge für Schweinepest, Maul- und Klauenseuche sowie damit verbundene Krankheiten, einschließlich der Entwicklung von Impfstoffen.
Länder
Deutschland