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Erhebung: Computerkompetenz der europäischen Bürger gering

Die digitale Kluft trennt die europäischen Bürger. Das zeigen die jüngsten Eurostat-Statistiken, aus denen hervorgeht, dass 37 Prozent aller Bewohner noch nicht einmal Grundkenntnisse im Umgang mit Computern haben. Alter, Bildung, geographische Lage und Zugang zu Beschäftigung...

Die digitale Kluft trennt die europäischen Bürger. Das zeigen die jüngsten Eurostat-Statistiken, aus denen hervorgeht, dass 37 Prozent aller Bewohner noch nicht einmal Grundkenntnisse im Umgang mit Computern haben. Alter, Bildung, geographische Lage und Zugang zu Beschäftigung sind die wichtigsten Faktoren, die das Niveau der digitalen Kompetenz bestimmen. Die i2010-Initiative der Kommission hat sich zum Ziel gesetzt, diese Kluft zu beseitigen und die europäische digitale Wirtschaft zu fördern. Die Erhebung aus dem Jahr 2005 mit dem Titel "Wie kompetent sind die Europäer im Umgang mit Computern und dem Internet?" basiert auf der Befragung von 181.703 europäischen Bürgern im Alter zwischen 16 und 74 Jahren, die angeben sollten, ob und wie gut sie bestimmte Aufgaben am Computer erledigen können. Die Aufgaben reichten vom Kopieren oder Verschieben von Dateien oder Dateiordnern über die Komprimierung von Dateien bis zur Erstellung eines Computerprogramms mit einer bestimmten Programmiersprache. Die Erhebung verweist auf verschiedene Faktoren, die die Computerkompetenz beeinflussen. Die Tatsache, dass ein so hoher Anteil der europäischen Bürger über keinerlei Computerkenntnisse verfügt, überrascht nicht, wenn man bedenkt, dass mehr als ein Drittel (34 Prozent) der Befragten nie einen Computer benutzt haben. Das trifft auf acht Prozent der Befragten in Ländern wie Finnland oder Dänemark zu und geht bis 65 Prozent in Griechenland. Vergleicht man wirtschaftlich starke und schwache Regionen, so zeigt die Umfrage, dass in Letzteren der Anteil der Bevölkerung, der nie einen Computer benutzt hat, fast doppelt so hoch ist wie in wohlhabenderen Ländern. Digitale Kompetenz ist vor allem für die ältere Generation ein Problem. 61 Prozent der Menschen über 55 Jahre verfügen über keinerlei Computerkenntnisse, wobei die Bandbreite von 27 Prozent in Dänemark und Schweden bis 93 Prozent in Griechenland reicht. Doch selbst in der Gruppe der 25-54-jährigen Beschäftigten gehören Computerkenntnisse noch keineswegs zum Standard. In dieser Gruppe, so die Erhebung, können im Schnitt 29 Prozent der Menschen keine einfachen Aufgaben am Computer ausführen. In Griechenland, Italien, Zypern, Litauen und Ungarn liegt der Anteil sogar bei über 50 Prozent. In Ländern wir Dänemark, Luxemburg, Island und Norwegen dagegen können zwei von fünf Befragten in dieser Altergruppe mit hervorragenden Computerkenntnissen glänzen. Es überrascht nicht, dass die Gruppe der 16-24-Jährigen am besten mit Computern umgehen kann: 40 Prozent der jungen Leute verfügen über sehr gut ausgebildete Computerkenntnisse. Nur zehn Prozent (EU-Durchschnitt) der Befragten dieser Altersgruppe sagten, sie haben noch nicht einmal Grundkenntnisse. Bildung ist ein wichtiger Faktor: Je höher die Bildung desto höher die digitale Kompetenz. Laut Erhebung verfügen nur elf Prozent der Höhergebildeten nicht über Computerkenntnisse - das reicht von zwei Prozent in Schweden bis 24 Prozent in Estland. 41 Prozent dagegen gaben an, dass sie sehr versierte Computernutzer sind. Kombiniert man Alter und Bildungsniveau, werden die Unterschiede noch deutlicher: Fast 80 Prozent der Menschen über 55 mit einem geringen Bildungsstand haben noch nie einen Computer benutzt. Der Zugang zu Beschäftigung spielt auch bei der Aneignung von grundlegenden Computerkenntnissen eine wichtige Rolle. Die Erhebung zeigt, dass bei Erwerbslosen die Wahrscheinlichkeit, dass sie nicht über Computergrundkenntnisse verfügen, höher ist als in der Bevölkerung allgemein. In Ländern wie Lettland, Litauen und Ungarn haben zwei von drei Erwerbslosen keinerlei Erfahrung im Umgang mit Computern. In Dänemark, Deutschland und Norwegen dagegen trifft dies im Schnitt nur auf zehn Prozent der Erwerbslosen zu. Die Teilnehmer an der Erhebung wurden auch nach ihren Internetkenntnissen befragt. Dabei ging es um Aufgaben wie die Nutzung einer Suchmaschine, um an Informationen zu gelangen, Versenden einer E-Mail, Nutzung von Filesharing oder das Erstellen einer Website. Hier sind die Ergebnisse ähnlich wie bei den Computerkenntnissen. 57 Prozent der Befragten nutzen das Internet nicht regelmäßig (mindestens einmal pro Woche). In der Gruppe der Befragten mit niedrigem Bildungsstand steigt die Zahl auf 77 Prozent. Das bedeutet, dass e-Learning-Programme oder digitale Jobangebote, die sich an Menschen mit einem niedrigen Bildungsstand richten, nur ein Viertel ihres potenziellen Zielpublikums erreichen. Die Ergebnisse zeigen, dass die i2010-Initiative noch einiges tun muss, um die digitale Kluft zu schließen - nicht nur zwischen den Mitgliedstaaten, sondern auch zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen in den Mitgliedstaaten - und den Zugang zur digitalen Welt und digitale Kompetenz zu fördern.

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