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Inhalt archiviert am 2023-03-02

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Wissenschaftskommunikation soll Jugendliche für die Wissenschaft interessieren

Es besteht ein allgemeiner Konsens innerhalb der Forschungsgemeinschaft, dass mehr junge Menschen zu einem naturwissenschaftlichen Studium ermuntert werden müssen. Vor dem Hintergrund dieses Ziels wurden verschiedene Pilotinitiativen mit unterschiedlichem Erfolg durchgeführt. ...

Es besteht ein allgemeiner Konsens innerhalb der Forschungsgemeinschaft, dass mehr junge Menschen zu einem naturwissenschaftlichen Studium ermuntert werden müssen. Vor dem Hintergrund dieses Ziels wurden verschiedene Pilotinitiativen mit unterschiedlichem Erfolg durchgeführt. Laut den Teilnehmern einer Dinner-Debatte zum Thema "Öffnung der Jugend für die Wissenschaft" am 5.Juli in Brüssel ist Kommunikation von zentraler Bedeutung, um die Wissenschaft für junge Menschen attraktiver zu machen. Die produktive Phase eines Menschen kommt im Alter von 15 bis 35 Jahren, sagte Etienne Magnien, Leiter des Referats Strategie und Wissenschaftskultur innerhalb der GD Forschung der Europäischen Kommission. "Danach kann man gute Arbeit leisten, ist aber weniger innovativ", fügte er zum Entsetzen einiger älterer Teilnehmer der Debatte hinzu. Die Europäische Kommission wird im Herbst im dritten Jahr in Folge den Descartes-Preis für Wissenschaftskommunikation an erfolgreiche Vermittler verleihen. Der Preis wurde im Jahr 2004 zusätzlich zu dem ursprünglichen Descartes-Preis für Exzellenz in der gemeinsamen wissenschaftlichen Forschung eingeführt. Die politischen Entscheidungsträger hoffen, dass die Innovation Europa ermöglichen wird, angesichts des zunehmenden Wettbewerbs aufstrebender Volkswirtschaften wettbewerbsfähig zu bleiben. Daher müssen junge Innovatoren auf EU-Ebene sowie innerhalb der einzelnen Mitgliedstaaten dringend ermutigt und unterstützt werden. Bei der Debatte wurde eine Reihe erfolgreicher Programme vorgestellt, darunter eine neue Zeitschrift für Naturwissenschaftslehrer, ein Wettbewerb für Nachwuchswissenschaftler und ein Junior Café Scientifique. Eleanor Hayes ist die Redakteurin von "Science in School", einer neuen Veröffentlichung für Naturwissenschaftslehrer, die von der zwischenstaatlichen Forschungseinrichtung EIROforum veröffentlicht wird. Die Artikel werden von Freiwilligen verfasst und decken die Wissenschaft in ganz Europa sowie in allen Fachrichtungen ab. Der Stil der Artikel ermöglicht es, dass die Lehrer sie an ihre Schüler weiterreichen können. In der ersten Ausgabe, die kürzlich veröffentlicht wurde, wurden Themen wie Fusionsenergie, Vogelgrippe und die Erhaltung eines Schiffswracks behandelt. Sharmila Banerjee präsentierte die CREST-Auszeichnungen der British Association. Die Auszeichnungen sollen "junge Menschen zur Durchführung authentischer Projektforschung anregen", sagte sie. Die Auszeichnungen für Schüler zwischen elf und 19 Jahren gibt es in den Kategorien Bronze, Silber und Gold, wobei mit der Kategorie Bronze zehn Stunden Projektarbeit und mit der Kategorie Gold 100 Stunden Projektarbeit ausgezeichnet werden. Banerjee erklärte, die British Association schlage Projektthemen in Bereichen vor, zu denen junge Menschen einen Bezug haben. Hierzu gehören Mode, Weltraum, Detektivarbeit, Umwelt, Unterhaltung und Sport. Das britische Junior Café Scientifique wurde von Ann Grand vorgestellt. Das Programm soll einen Ort für junge Menschen schaffen, an dem sie über Wissenschaft und ihre Auswirkungen reden können. Die Veranstaltungen finden außerhalb des Klassenraums in einer entspannten, informellen und egalitären Atmosphäre statt und bringen Schüler mit Wissenschaftlern zusammen. "Wir wollen die Wissenschaft attraktiv und zu einem normalen Gesprächsthema machen, was sie nicht immer ist", sagte Grand. "Sie reden nicht über Formeln oder Gleichungen - das geschieht im Klassenraum. [...] Wir wollen erreichen, dass sie über die Themen sprechen, die die Wissenschaft umgeben", sagte sie weiter. Viele der Fragen, die den Wissenschaftlern bei diesen Veranstaltungen gestellt werden, lauten "Könnte dies zu... führen?", "Was wenn...?" und "Könnte es passieren, dass...?" Grand hob hervor, dass es wichtig sei, die Veranstaltungen des Café Scientifique außerhalb des Klassenraums abzuhalten. "Es ist sehr wichtig, die Wissenschaftler aus ihrem Territorium herauszunehmen und in das Territorium der Schüler zu bringen", damit sie sich wohl fühlen. Die Veränderung des Umfelds verändert die Kommunikation. [...]. In eine Café findet eine Konversation statt", sagte sie. Bei der an die Präsentation anschließenden Debatte ging es um Themen wie die Frage, ob junge Menschen an Wissenschaft interessiert sind oder nicht, und die angebotene Unterstützung für junge Postdoktoranden. Carl Johan Sundberg vom Karolinska-Institut wies Behauptungen zurück, dass sich nicht genügend junge Menschen für naturwissenschaftliche Fächer einschreiben. In Schweden gibt es seinen Aussagen zufolge zu viele Doktoranden. Diese Menschen steigen in der Postdoktorandenphase aus. Wenn es kaum Unterstützung gibt, wenden sich die Postdoktoranden anderen Bereichen zu, sagte er. Magnien bezweifelte, dass dies notwendigerweise ein Problem sei. "Die wissenschaftliche Bildung muss nicht zwangsläufig zu einer wissenschaftlichen Laufbahn führen", sagte er. Er verwies auf das Europäische Parlament, wo nur sechs Prozent der MdEP über einen wissenschaftlichen Abschluss verfügen und nur 19 Prozent überhaupt damit in Berührung kamen. "Wissenschaftler sind im sozialen und politischen Leben unterrepräsentiert", sagte er. Die Debatte wurde von Suzanne de Cheveign� einer Gutachterin für den Descartes-Preis der EU für Wissenschaftskommunikation, geschlossen. Sie griff zwei zentrale Punkte der Debatte auf: die Behandlung von jungen Menschen als Erwachsene und die Vielfalt. "Wir dürfen die Reife junger Erwachsener nicht unterschätzen. Wir müssen ihnen erlauben, aktiv zu sein, Entscheidungen zu treffen und Dinge zu bewerten. Ich bin außerdem beeindruckt von der enormen Vielfalt. Wir müssen zeigen, dass die Wissenschaft, wie das Leben selbst, voller verschiedener Elemente steckt."

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