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Projektergebnis: Neue Sprachlehrmethode sollte noch intensiver erforscht werden

Die Ergebnisse des Projekts FLIC (Foreign Language Acquisition with the Instinct of a child - Fremdsprachen lernen mit dem Instinkt eines Kindes) sind nun in einem Abschlussbericht veröffentlicht worden und zeigen, dass dieses ungewöhnliche Lehrsystem offenbar funktioniert. Da...

Die Ergebnisse des Projekts FLIC (Foreign Language Acquisition with the Instinct of a child - Fremdsprachen lernen mit dem Instinkt eines Kindes) sind nun in einem Abschlussbericht veröffentlicht worden und zeigen, dass dieses ungewöhnliche Lehrsystem offenbar funktioniert. Da allerdings die Teilnehmer von den FLIC-Lehrstunden im Allgemeinen nicht sehr begeistert waren, müssen die Lehrmethoden nochmals überholt werden, um den Unterricht angenehmer zu gestalten. Außerdem ist weiterführende Forschung notwendig, um den objektiven Erfolg der Methode zu ermitteln, da die Unterrichtsgruppen zu klein waren, um statistisch aussagekräftige Ergebnisse zu erzielen. FLIC, das unter dem Fünften Rahmenprogramm (RP5) gefördert wurde, stützt sich zur Entwicklung neuer Methoden des Fremdsprachenunterrichts auf Erfahrungen mit Legasthenikern. Das Projekt wurde von mediTECH in Wedemark koordiniert. Projektpartner waren Institutionen und Unternehmen aus Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich, Schweden und dem VK. Die Studie ergab, dass trotz mangelnden Interesses oder gar Ablehnung seitens einiger Unterrichtsteilnehmer mit der FLIC-Methode beim Erwerb von Fremdsprachen größere Lernfortschritte erzielt werden als mit herkömmlichen Lehrmethoden, da die "FLIC-Lehrmethode bei der Ausbildung der Sprechfertigkeit eindeutig zusätzliche Vorteile bietet", wird im Abschlussbericht erläutert. In der Testphase traten einige Schwierigkeiten auf. "Wir hatten für jedes Lernzentrum Gruppen von mindestens zwölf Personen vorgesehen, jedoch mussten wir uns in den meisten Zentren mit sechs Unterrichtsteilnehmern zufrieden geben. Daher war die statistische Aussagekraft des Projekts stark beeinträchtigt, und bei den Teilnehmern konnten nur wenige bedeutende Fortschritte festgestellt werden", heißt es im Bericht. Die Ergebnisse der Studie belegen jedoch den allgemeinen Erfolg der FLIC-Methode. Die Teilnehmer hören eine Lehrstimme aus Kopfhörern und müssen die gesprochenen Worte wiederholen. Die Lehrstimme ist abwechselnd im einen und dann wieder im anderen Ohr zu hören. Die Stimme des Teilnehmers wird nun mit der Lehrstimme vermischt, sodass der Lernende feinste Unterschiede in der Aussprache wahrnehmen kann. Die Forscher haben herausgefunden, dass die Methode das Hörverständnis sowie die objektiv messbare Sprachkompetenz (DECEL) verglichen mit herkömmlichen Lehrmethoden entscheidend verbessert. Am Fachbereich für Psychologie der Universität Sheffield wurde mit Hilfe des Elektroenzephalogramms (EEG) untersucht, wie das Gehirn Informationen verarbeitet. Das Forscherteam stellte fest, dass der Erfolg des FLIC-Sprachtrainings anhand der Gehirnströme der Teilnehmer festzustellen war. Dieser Erfolg manifestierte sich jedoch nicht immer in den Leistungen der Teilnehmer im Rahmen der psychologischen Tests. "Dies könnte darauf hindeuten, dass verschiedene Hirnregionen auf kognitiver Ebene sowie auf Ebene des Unterbewusstseins an der Speicherung und Verarbeitung der gehörten Informationen beteiligt sind", erläuterte Dr. Laurence Vignon vom Fachbereich Psychologie der Universität Sheffield. Das bedeutet im Wesentlichen, dass das FLIC-Sprachtraining sich sichtbar in Veränderungen der EEG-Bilder der Lernenden äußert, dass diese Prozesse jedoch noch nicht vollkommen erklärbar sind. Interessanterweise gab es einen Unterrichtsteilnehmer, der sich anscheinend langweilte und keine Lust hatte, sich bei der Durchführung des Tests ausreichend einzubringen und anzustrengen. Seine Ergebnisse verschlechterten sich während des Tests drastisch. Jedoch konnte sogar bei diesem Teilnehmer anhand der EEG-Bilder ein leichter Lernerfolg festgestellt werden. Dieses letzte Ergebnis ist vielleicht der aussagekräftigste Beweis für den Erfolg der FLIC-Methode. Das letztendliche Projektziel besteht darin, ein müheloses Erlernen von Sprachen zu ermöglichen. Wenn sogar ein Teilnehmer, der sich nicht für den Unterricht interessiert, Lernerfolge erzielt, dann könnte dies ein guter Ausgangspunkt zur Erreichung dieses Ziels sein. Die Teammitglieder sind sich einig, dass FLIC noch intensiverer Forschung bedarf. "Wir brauchen mehr Teilnehmer und ihre Daten, um diese auswerten zu können, damit wir die Bedeutung der bisherigen Erkenntnisse bestätigen können. Außerdem erhalten wir so die Möglichkeit, die Projektergebnisse genauer interpretieren zu können", schlussfolgert Dr. Vignon. Im Bericht heißt es: "Die Testergebnisse erfüllen konsequent die Forschungserwartungen [...]. Dies ist ein ermutigendes Resultat, wenn man bedenkt, dass die Lernzentren FLIC zum ersten Mal eingesetzt haben. Nach einer Optimierung der Präsentationsmethoden im Unterricht dürfte der Erfolg noch deutlicher zutage treten. Die Projektergebnisse sind für den weiteren Gebrauch des FLIC-Lehrmaterials von Bedeutung."

Länder

Österreich, Deutschland, Frankreich, Italien, Schweden, Vereinigtes Königreich

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