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Inhalt archiviert am 2023-03-02

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Durchbruch beim Verständnis von Demenz

Neue und genauere Techniken zur Untersuchung des menschlichen Gehirns haben bestimmte betroffene Bereiche und Typen von Störungen im menschlichen Gehirn aufgezeigt. Die Forschungsergebnisse von Professor Matthew Lambon-Ralph, Professor für Kognitive Neurowissenschaft an der ...

Neue und genauere Techniken zur Untersuchung des menschlichen Gehirns haben bestimmte betroffene Bereiche und Typen von Störungen im menschlichen Gehirn aufgezeigt. Die Forschungsergebnisse von Professor Matthew Lambon-Ralph, Professor für Kognitive Neurowissenschaft an der Universität Manchester, wurden bei dem von der British Association for the Advancement of Science in Norwich, UK, organisierten Festival of Science (Festival der Wissenschaften) den Delegierten vorgestellt. Für seine Forschung erhielt Professor Lambon-Ralph den Charles Darwin-Preis für Agrar-, Biologie- und Medizinwissenschaften. Professor Lambon-Ralph untersuchte die Aufschlüsselung des semantischen Gedächtnisses bei Menschen mit Demenz oder bestimmten Typen von Schlaganfällen oder Hirnverletzungen, durch die das semantische Gedächtnis Schaden genommen hat. Er fand schließlich heraus, dass die verantwortlichen Bereiche die Temporalpole sind, die sich in der Nähe der Ohren befinden. "Das konzeptuelle Wissen bzw. semantische Gedächtnis bezieht sich auf unseren Bedeutungsspeicher für Wörter, Gegenstände, Menschen und so weiter. Dadurch verleiht unser Gehirn allen Sinneserfahrungen in unserem Leben Bedeutung. Es steht auch im Mittelpunkt der Kommunikation und Sprache", erklärt Prof. Lambon-Ralph. "Wir haben mehrere, sich überschneidende Methoden verwendet, um die Frage zu beantworten, wie das Gehirn Bedeutungen und Konzepte speichert. Hierzu gehören die Untersuchung von Patienten mit einem bestimmten Typ von Demenz, bildgebende Methoden zur Hirndarstellung und transkranielle magnetische Stimulation (TMS) - eine Technik, bei der eine Magnetspule verwendet wird, um einen kleinen Bereich des Gehirns vorübergehend lahmzulegen", sagt er. Diese Technik ermöglichte dem Professor, den Versuchspersonen, wenn auch nur vorübergehend, schwache Symptome von Demenz zu verleihen. Bestimmte Teile des Gehirns werden mit der Art und Weise in Zusammenhang gebracht, wie Menschen Konzepte interpretieren oder sich daran erinnern. Demenzkranke verlieren ihren Bezug zu Konzepten. "Konzepte werden nicht als ganze Einheiten gelöscht, aber stattdessen bauen sie schrittweise ab", so Prof. Lambon-Ralph. "Dies bedeutet, dass die Patienten zunehmend Schwierigkeiten haben, ähnliche Konzepte zu unterscheiden und beginnen, diese miteinander zu verwechseln." Dies führte zum Titel des Vortrags "The case of the four-legged duck: investigations of concepts and meaning" ("Die vierbeinige Ente: Untersuchungen von Konzepten und Bedeutung"), da Demenzkranken für uns einfache Konzepte schnell und mühelos entgleiten. "Die Patienten zeigen dieses Muster unabhängig davon, welcher Reiztyp analysiert wird - sie zeigen ein schlechtes Verständnis für gesprochene Worte, geschriebene Worte, Bilder, Gerüche, Geräusche und Berührungen. Dies deutet darauf hin, dass unsere Bedeutungen in abstrakter Form gespeichert werden und allen verschiedenen Formen von verbalen und sensorischen Reizen dienen. Dieselben Probleme treten auf, wenn die Patienten versuchen, dieses Wissen auszudrücken - sie tauschen verwandte Begriffe aus (zum Beispiel wird 'Ente' zu 'Huhn' oder 'Katze') und fertigen manchmal sonderbare Zeichnungen an, in denen Konzepte zu verschmelzen scheinen, wobei sich Informationen über Vögel und andere Tiere vermischen, wodurch vierbeinige Enten entstehen", so Lambon-Ralph. Bei normalen Versuchspersonen konnte Lambon-Ralph die Aktivität des Temporalpols reduzieren und anschließend die Personen testen. Die Wissenschaftler stellten dieselben Typen von Degeneration fest - nicht in demselben Umfang wie bei Demenzkranken, aber immer noch erkennbar. "Wir haben Computer-/mathematische Modelle verwendet, um die Funktionsweise dieses Bereichs und seine Gehirnverbindungen zu simulieren und so zu zeigen, wie Konzepte gebildet werden. Dies erfolgt durch das Zusammenbringen von Informationen aller verschiedenen Sinne und die Zusammenfassung dessen in einem einheitlichen Speicher", sagt er.

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