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EWS-Präsident fordert Schaffung einer europäischen wissenschaftlichen Peer Review-Plattform

Die Zukunft des europäischen Peer Review-Systems liege in der Schaffung einer gemeinsamen Plattform, über die die Länder wissenschaftliches Fachwissen austauschen können, so Ian Halliday, Präsident der Europäischen Wissenschaftsstiftung (EWS). Im Rahmen der Konferenz "Prague...

Die Zukunft des europäischen Peer Review-Systems liege in der Schaffung einer gemeinsamen Plattform, über die die Länder wissenschaftliches Fachwissen austauschen können, so Ian Halliday, Präsident der Europäischen Wissenschaftsstiftung (EWS). Im Rahmen der Konferenz "Prague Peer Review 2006" sagte Halliday, viele Forschungsbereiche könnten von einem gemeinsamen Pool aus internationalen Gutachtern profitieren: "Nehmen wir nur einmal die US-amerikanische National Science Foundation [NSF] und das Beispiel Laserphysik: Die Experten des gesamten Kontinents in diesem Bereich sind in mehrere spezialisierte Gremien eingeteilt. Wenn wir das auch in Europa tun könnten, so würde das einen Mehrwert darstellen für die gemeinsame Nutzung wissenschaftlichen Fachwissens." Der Peer Review-Prozess beginnt, wenn ein Herausgeber Vorabkopien eines Artikels oder einer Ideenskizze an andere Experten in dem Bereich schickt, die dann als Gutachter fungieren. Im Allgemeinen gibt es zwei oder drei Gutachter. Jeder dieser Gutachter bewertet die Arbeit und empfiehlt Verbesserungen. Dieses Prozedere wird weltweit von wissenschaftlichen Zeitschriften angewendet. Obgleich das Peer Review-System nach wie vor als das beste Verfahren zur Beurteilung wissenschaftlicher Qualität gilt, so wird auch kritisiert, dass die dem System inhärente Subjektivität und Variabilität zu unterschiedlichen Beurteilungspraktiken führen. Deshalb, so die Kritiker, sollten Leitlinien und beste Verfahren festgelegt werden, die von der gesamten Forschungsgemeinde angewendet werden. Dieser Harmonisierungsprozess, so Halliday, könnte in Europa durch die Schaffung einer Plattform gefördert werden, über die die europäischen Länder ihr wissenschaftliches Fachwissen austauschen können. "Ich kann mir vorstellen, dass alle Anfragen in einem Wissenschaftsbereich aus ganz Europa an einem Ort bearbeitet werden", sagte er. "So könnten wir europäisches Wissen teilen, aber das Geld würde national bleiben. Das wäre meiner Ansicht nach eine passende Alternative zu den derzeitigen europäischen Systemen, in denen versucht wird, die gemeinsamen europäischen Mittel zu teilen." Halliday schlug weiterhin vor, dass die EWS zur Koordinierung dieser neuen europäischen Panels beitragen könnte. "Das ist ein Projekt, das wir aufbauen und durchführen können", erklärte er. Ebenfalls im Rahmen der Prager Konferenz erklärte Mark Suskin von der NSF, dass eine solche Plattform engere Verbindungen zwischen der US-amerikanischen und der europäischen Wissenschaftsgemeinde knüpfen könnte. Die US-amerikanische Wissenschaftsgemeinde möchte mit ganz Europa zusammenarbeiten, so Suskin, was aber durch die Zersplitterung oft schwierig sei. "Ich glaube, dass Europa im Moment seine Ressourcen nicht voll ausschöpft. Manchmal wäre es hilfreich, auf europäischer Ebene zu arbeiten", sagte Suskin.