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Inhalt archiviert am 2023-03-02

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Markteinführung von IKT-Vorteilen

Eine bessere Verbreitung der Forschungsergebnisse im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) war Gegenstand eines CORDIS-Workshops, der am 23. November im Rahmen der IST2006 stattfand. Auf dem Workshop, an dem Projektkoordinatoren, Geschäftsleute und polit...

Eine bessere Verbreitung der Forschungsergebnisse im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) war Gegenstand eines CORDIS-Workshops, der am 23. November im Rahmen der IST2006 stattfand. Auf dem Workshop, an dem Projektkoordinatoren, Geschäftsleute und politische Entscheidungsträger teilnahmen, wurde die komplexe Art der Vermittlung von IKT-Forschung untersucht, wobei insbesondere die Schwierigkeiten von Journalisten, die darüber schreiben, und von Projektkonsortien bei der Auswahl des richtigen Medienkanals zur Berichterstattung über ihre Arbeit hervorgehoben wurden. Es wurde außerdem eine Reihe möglicher Medienlösungen, die in diesem Kommunikationsprozess verwendet werden könnten, vorgeschlagen. Der Diskussionsteilnehmer Bernd Hartmann von MFG Baden-Württemberg, der das Problem aus Sicht der Medien beleuchtete, stellte einige der zentralen Ergebnisse einer kürzlich durchgeführten Befragung von etwa 350 Journalisten und Beauftragten für Öffentlichkeitsarbeit in Deutschland vor. Eines der von den Befragten genannten Hauptprobleme war der umfangreiche Fachjargon und die zahlreichen Akronyme in ihnen übersandten Pressemitteilungen und sonstigem Medienmaterial. "Der IKT-Bereich ist überschwemmt mit Begriffen, die der Durchschnittsbürger nicht verstehen kann", so Hartmann. Die Journalisten sagten ebenfalls, sie seien im Allgemeinen vorsichtig in Bezug auf Informationen, die sie zu neuen Produkten erhalten, und betrachteten sie manchmal als reine Publicity für die Unternehmen, die am Entwicklungsprozess beteiligt waren. Auf die Frage, wodurch ihnen eine bessere Berichterstattung über IKT ermöglicht werde, unterstrichen die Journalisten die Bedeutung persönlicher Beziehungen: "Sie wollen mit den Wissenschaftlern selbst sprechen, um sich ihre eigene Meinung zu bilden", sagte Hartmann, der hinzufügte, dass die Journalisten auch mit unabhängigen, dritten Experten reden möchten. Der Diskussionsteilnehmer Mario Martinoli, Direktor bei YourIS.com stimmte zu und ergänzte: "Die allgemeinen Medien wollen nicht mit Pressemitteilungen gefüttert werden. Es ist besser, Mittel zur Verfügung zu stellen, mit denen die Journalisten ihren eigenen Bericht verfassen können." Er wies darauf hin, dass sich sämtliche Presseinstrumente auf das Produkt und nicht auf den Entwickler konzentrieren sollten. Laut einem Zuhörer von einer Universität im UK ist jedoch auch das genaue Gegenteil der Fall. Er hat die Erfahrung gemacht, dass eine Pressemitteilung von den Medien eher aufgegriffen wurde, wenn der Sender eine Universität war und nicht ein kleines oder mittleres Unternehmen (KMU). Dies sei darauf zurückzuführen, dass man davon ausgehe, dass das KMU für ein Produkt wirbt, während die Universität zeigt, wie ihre Forschung praktisch angewandt werden könnte. Der Teilnehmer wies außerdem darauf hin, dass ein im UK versandter Nachrichtenartikel häufiger übernommen wird, wenn er die Forschung im Kontext des UK beschreibt. Unterdessen sprach der Diskussionsteilnehmer David Kennedy von der NEM-Technologieplattform über den unvernünftigen Druck, der auf die Teilnehmer von IKT-Forschungsprojekten im Sechsten Rahmenprogramm (RP6) hinsichtlich der Verbreitung ihrer Ergebnisse ausgeübt werde. "Ich bin nicht sicher, ob dies immer hundert Prozent richtig ist, weil diese Projekte in vorwettbewerblichen Phasen eingeleitet werden", sagte er. Am Ende des Projekts haben die Konsortien möglicherweise nur einen "Rohdiamanten", das heißt ein Produkt, für das weitere Entwicklung erforderlich ist. Daher "haben wir [die Konsortien] es nicht immer eilig, diese Ergebnisse bereits auszutauschen: Wir wollen die Entwicklung fortsetzen und zuerst das Produkt herausbringen", sagte er. Kennedy ist der Ansicht, dass ein Widerspruch zwischen den RP6-Projektkriterien, die die Konsortien zur Kommunikation ihrer Arbeit verpflichten, und dem Bewertungsprozess besteht, der seinen Aussagen zufolge, kein Maß zur Bewertung der Effektivität dieser Strategie enthält. Kennedy erkennt zwar aufgrund der Rechenschaftspflicht die Notwendigkeit der Verbreitung der Ergebnisse an, war aber der Ansicht, dass unterschiedliche Kommunikationskriterien, abhängig von der Art der durchgeführten Forschung, festgelegt werden sollten. "Für ein Projekt, das versucht, einen Meinungskonsens innerhalb eines europäischen Rahmens zu erzielen, sollten viele Diskussionen stattfinden und viele Ideen verbreitet werden. Aber wenn es sich um ein Projekt handelt, das versucht, eine Lösung in einem technischen Bereich zu erzielen, dann sind wir wahrscheinlich weniger gewillt, die Ergebnisse in einen derart öffentlichen Bereich zu bringen", sagte er. In gleichem Maße wie der Workshop die Probleme bei der Verbreitung und Kommunikation der IKT-Ergebnisse hervorhob, wurden die Teilnehmer auch über einige erfolgreiche Erfahrungen informiert. Der Diskussionsteilnehmer Uli Bockholt von dem Projekt "MATRIS IST" erklärte, wie sein Projektkonsortium seine Kommunikationsstrategie in einer sehr frühen Phase entworfen hat, wobei genau festgelegt wurde, was es in Bezug auf Patente und Veröffentlichungen versuchen würde und welche Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten unter Verschluss gehalten werden sollten. Das Konsortium arbeitete außerdem eng mit Studenten europäischer Wirtschaftsakademien zusammen, die gebeten wurden, den Projektvorschlag zu lesen und Geschäftspläne zu dem potenziellen Markt und der potenziellen Anwendung für ihre Produkte zu entwerfen. "Dies half unseren Entwicklern bei der Sondierung von Möglichkeiten für die weitere Entwicklung", erklärte Bockholt. Außerdem half es dem Konsortium bei der Übertragung des wissenschaftlichen Gesichtspunkts in einen allgemeinen Gesichtspunkt. Eine weitere Erfolgsgeschichte ist das Projekt "YourIS.com", das Kurzvideos zu EU-finanzierten IST-Projekten erstellt. "Der Blickwinkel der von uns geschaffenen Videos ist sehr sozial", erklärte Martinoli. "Der Schwerpunkt liegt nicht so sehr darauf, was die Forscher tun, sondern wie die Menschen im Alltagsleben von der Forschung profitieren können." Im Rahmen des Projekts wurden insgesamt 300 Filme in 29 europäischen Ländern ausgestrahlt. Martinoli, der etwa 9 000 IST-Projekte untersucht hat, ist der Ansicht, dass einige telegener sind als andere. "Intrinsische Technologien wie die in Grids sind sehr schwierig zu vermitteln", sagte er. Der menschliche Blickwinkel stand laut dem Chefredakteur Philip Hunt ebenfalls im Mittelpunkt von IST-Ergebnisse. Das von der Kommission finanzierte Portal bietet eine vollständige Palette von Mediendiensten, einschließlich Hintergrundartikel zu spezifischen Projekten oder IST-Marktanwendungsbereichen. Es enthält außerdem Berichte zu neuen Prototypen, neuen Ergebnissen und Forschung, die künftige Standards setzt. Das Portal wird als Medienerfolg angesehen und begrüßt mehr als 150 000 Besucher pro Monat. Entscheidend für seine Popularität sind nach Ansicht von Hunt sein journalistischer Ansatz und die Vermeidung von Fachjargon.

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