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Inhalt archiviert am 2023-03-02

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Interdisziplinäre Forschung ist wesentlich für den Schutz der Artenvielfalt, sagten Experten

Laut drei neuer Empfehlungen der Europäischen Plattform für eine Biodiversitätsforschungsstrategie (European Platform for Biodiversity Research Strategy - EPBRS) ist interdisziplinäre Forschung ein zentraler Faktor, wenn die EU ihr Ziel, den Verlust der biologischen Vielfalt b...

Laut drei neuer Empfehlungen der Europäischen Plattform für eine Biodiversitätsforschungsstrategie (European Platform for Biodiversity Research Strategy - EPBRS) ist interdisziplinäre Forschung ein zentraler Faktor, wenn die EU ihr Ziel, den Verlust der biologischen Vielfalt bis 2010 anzuhalten, erreichen will. Bei ihrem letzten Treffen in Leipzig unter Federführung der deutschen EU-Ratspräsidentschaft haben die Sachverständigen drei Pakete mit Empfehlungen zum nachhaltigen Umgang mit der Biodiversität präsentiert. Diese konzentrierten sich auf Biodiversität in ganzen Landschaften, Biodiversität und Ökosystemdienstleistungen - das Rahmenprogramm 'Millennium Ecosystem Assessment' aus europäischer Sicht sowie auf europäische Biodiversitätsforschung und die globale Perspektive. Ein Thema, das von allen drei Papieren angesprochen wird, ist die Notwendigkeit, mehr über den Stand und die Tendenzen der biologischen Vielfalt zu wissen, beispielsweise durch die Entwicklung standardisierter Überwachungsmethoden und von Indikatoren sowie durch den Aufbau weltweit zugänglicher, interoperabler Datenbanken. Mehr Forschung wird auch zu den Gründen für den Verlust der Artenvielfalt benötigt. "Die veränderten Boden- und Wassernutzungsgewohnheiten in ganzen Landschaften [...] waren und sind der Hauptgrund für den Verlust der biologischen Vielfalt in Europa", schreiben die Sachverständigen. Im Hinblick darauf rufen sie dazu auf, Studien über das Wirkungspotenzial von Agrarumweltprogrammen für die Biodiversität durchzuführen. Außerdem fordern sie Forschungen über die Wechselwirkungen zwischen den Veränderungen bei der Boden- und Wassernutzung und den Auswirkungen der Klimaänderung sowie zu Anpassungsstrategien. Dabei sollte die Entwicklung von politischen Alternativen und Maßnahmen im Blick behalten werden. Auf globaler Ebene wurden Forschungsprioritäten wie die notwendige Evaluierung der Auswirkungen europäischer Strategien sowie europäischer Produktions- und Verbrauchsmuster, des Verkehrs, Handels und Tourismus auf die biologische Vielfalt und Ökosystemdienstleistungen in anderen Teilen der Welt identifiziert. Es gibt ebenfalls "ein dringendes Bedürfnis, Kapazitäten und Infrastrukturen für Kommunikation und Forschung in den Entwicklungsländern aufzubauen und zu pflegen", stellen die Experten fest. In ihren Empfehlungen zu Biodiversität und Ökosystemdienstleistungen heben die Sachverständigen die Notwendigkeit hervor, unser Wissen darüber zu verbessern, wie die Biodiversität zu Ökosystemdienstleistungen wie Ernährungskreislauf, Süßwasser, Klimaregulierung und Nahrungsmittel sowie zu kulturellen Ökosystemdienstleistungen wie Bildung und Freizeit beiträgt. Auch bei der Verbesserung der Methoden zur Abschätzung der biologischen Vielfalt und Ökosystemdienstleistungen sowie der Strategien für den Umgang mit und den Schutz der Biodiversität steht noch Arbeit bevor. Die EPBRS führt Wissenschaftler und politische Entscheidungsträger zusammen, um "den Beitrag der Forschung zum Aufhalten des Artensterbens bis 2010 sicherzustellen." Es trifft sich zweimal jährlich unter der Federführung der jeweiligen EU-Ratspräsidentschaft. Das nächste Treffen findet im November in Portugal statt.