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Inhalt archiviert am 2023-03-02

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Wissenschaftler sollen an die Öffentlichkeit gehen

Bei einer Debatte im Rahmen der dritten Europäischen Messe für Forschung und Innovation am 9. Juni in Paris diskutierten Podiumsteilnehmer die Probleme, denen sich Wissenschaftler und Kommunikationsfachleute gegenüber sehen, wenn sie wissenschaftliche Themen einem breiten Publ...

Bei einer Debatte im Rahmen der dritten Europäischen Messe für Forschung und Innovation am 9. Juni in Paris diskutierten Podiumsteilnehmer die Probleme, denen sich Wissenschaftler und Kommunikationsfachleute gegenüber sehen, wenn sie wissenschaftliche Themen einem breiten Publikum vermitteln möchten. "Das Problem ist, dass keine effektive Kommunikation in beide Richtungen stattfindet. Und neue Technologien wie das Internet verschlimmern die Situation noch", meinte Michel Claessens, stellvertretender Referatsleiter für Information und Kommunikation bei der GD Forschung der Europäischen Kommission. "Ich denke, es gibt eine Menge Informationen, aber was die Kommunikation und die Diskussion zwischen Wissenschaftlern und der Gesellschaft angeht, muss die Lage verbessert werden", fügte er hinzu. Er verwies dann auf die EU-Politik zur Wissenschaftskommunikation, insbesondere auf die Finanzhilfevereinbarung im neuen Siebten Rahmenprogramm (RP7), in der es heißt: "Die Begünstigten ergreifen während der gesamten Dauer des Projekts geeignete Maßnahmen, um mit der Öffentlichkeit und den Medien über das Projekt zu sprechen." Sacha Lafaurie, Innovationsberater bei ACIES, einem Unternehmen für Forschungsförderung und Managementberatung, stimmte Claessens zu. Französische Wissenschaftler müssten ihre Arbeit besser vermitteln und darüber mit der Öffentlichkeit in einen sinnvollen Dialog treten. Laufaurie erklärte: "Wissenschaftler müssen in eine konstruktive Diskussion mit der Öffentlichkeit treten. Die alte Methode von oben nach unten, bei der die Wissenschaftler reden und die Öffentlichkeit zuhört, gehört wirklich der Vergangenheit an." Nach Meinung von Lafaurie besteht das Problem darin, dass Wissenschaftler professionelle Forscher, aber keine Kommunikationsfachleute sind. Er schlug daher Schulungen zu Medien- und Kommunikationsfertigkeiten vor, um den Wissenschaftlern beizubringen, wie sie ihre Arbeit auf einfache und kompakte Weise einer allgemeinen Öffentlichkeit vermitteln können. Die Podiumsteilnehmer stimmten ihm zu, dass mehr medienkompetente Wissenschaftler der Weg seien, um mit der Öffentlichkeit einen Dialog über wissenschaftliche Themen zu führen und insgesamt das Image von Wissenschaftlern in der Gesellschaft zu verbessern. Die übliche Vorstellung von Wissenschaftlern ist, dass sie weiße Kittel tragen und viele Stunden im Labor oder in "Elfenbeintürmen" verbringen. Es sei nun Zeit, der Forschung "ein menschliches Gesicht zu geben", meinte Jean-Marc Atlan, Präsident des PR-Unternehmens Kaelia. "Ich glaube Wissenschaftler müssen sich der Herausforderung stellen, die Wunder der Wissenschaft und ihre Leidenschaft dafür den Medien zu vermitteln, damit eine neue Generation für die Wissenschaft gewonnen wird", sagte er. Wenn es eines der langfristigen Ziele der europäischen Staaten ist, die jüngere Generation für die Wissenschaft und eine wissenschaftliche Laufbahn zu interessieren, dann sind in der Tat die Wissenschaftler und die Medien gefragt. Laut Jean-Pierre Verjus, Generaldirektor von INRIA (französisches nationales Forschungsinstitut für Informatik und Automatik) liegt das Problem mit den Medien daran, dass alles immer sehr kurz präsentiert wird und es für einen Wissenschaftler schwierig ist, in 47 Sekunden eine Botschaft zu vermitteln. Didier Ades, Moderator der Podiumsdiskussion und Journalist bei France Inter, räumte ein, dass die Medien aufgrund dieser Kultur des Kurzformats und sehr enger Termine nicht immer interessante wissenschaftliche Themen aufgreifen. Die Wissenschaftler wüssten jedoch, dass dies so sei und könnten diese Beschränkungen umgehen, wenn sie den Medien das Leben leichter machten. "Wir müssen uns nicht nur selbst mit den wissenschaftlichen Inhalten vertraut machen und sie überprüfen, sondern sie auch für die Öffentlichkeit übersetzen", meinte er. Ein weiteres Problem sei, dass Wissenschaftler oft nicht gerne mit den Medien zu tun hätten, da es die Tendenz gebe, dass die Thematik zu sehr vereinfacht würde, fügte er hinzu. Die Podiumsteilnehmer waren sich einig, dass sowohl Wissenschaftler als auch Journalisten kooperativer sein sollten. Wenn zwischen beiden Seiten Vertrauen aufgebaut wird, könnte dies zu einer größeren und offeneren Diskussion in Frankreich führen.

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