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Überbrückung der Forschungskluft zwischen Ost und West

Eines der zentralen Ziele des Europäischen Forschungsraums (EFR) besteht darin, die Zersplitterung der Forschungsanstrengungen zu beseitigen, unter der die europäische Wettbewerbsfähigkeit weiterhin leidet. Die Verringerung der Zersplitterung gehört auch zu den Zielen des NIS-...

Eines der zentralen Ziele des Europäischen Forschungsraums (EFR) besteht darin, die Zersplitterung der Forschungsanstrengungen zu beseitigen, unter der die europäische Wettbewerbsfähigkeit weiterhin leidet. Die Verringerung der Zersplitterung gehört auch zu den Zielen des NIS-NEST-Projekts, das ostwärts zu den Ländern der früheren Sowjetunion blickt, wo ein Teil der "Crème de la Crème" der europäischen Grenzforschung angesiedelt ist. Im Rahmen des Projekts, das unter dem Programm "Neue und sich abzeichnende wissenschaftliche und technologische Entwicklungen" (NEST) des Sechsten Rahmenprogramms (RP6) gefördert wird, arbeiten Partner aus der Russischen Föderation, der Ukraine, Weißrussland und der Republik Moldau zusammen. Ziel ist es, die Zusammenarbeit zwischen Forschern in diesen Ländern und ihren Kollegen im Westen zu stärken. Griechenland und Frankreich sind ebenfalls Projektpartner. "Aus historischen Gründen haben diese beiden Parteien getrennt gearbeitet, aber wir sind jetzt der Ansicht, dass es an der Zeit ist, eine wissenschaftliche Integration zu erreichen, die für beide Seiten vorteilhaft ist", sagte die NIS-NEST-Koordinatorin Maria Koutrokoi vom Nationalen Dokumentationszentrum in Griechenland gegenüber CORDIS-Nachrichten. Das Projekt konzentriert sich auf die Überbrückung der Kluft zwischen Forschern in den Bereichen der Grenzforschung und risikoreichen Forschung, da diesbezüglich ein enormes ungenutztes Potenzial in den Ländern der früheren Sowjetunion vermutet wird. "Wir wissen, dass in diesen Ländern große Erfolge in risikoreichen Forschungsbereichen wie der Luft- und Raumfahrt verzeichnet werden", erklärte Koutrokoi. Vadim Korablev von der St. Petersburger Staatlichen Technischen Universität, eine der Partnerorganisationen, stimmt zu. "Wir verfügen traditionell über ein hohes Exzellenzniveau im Bereich Grundlagenforschung, in Mathematik und Physik. Aber wir haben einige Probleme, was den Zugang zu neuester Technologie und Ausrüstung betrifft." Professor Korablev ist der Meinung, dass das Projekt dazu beiträgt, diesen Zugang bereitzustellen, und dadurch wissenschaftliche Spitzenleistungen herbeiführt. "Wenn wir unser hohes Professionalitätsniveau im Bereich der Grundlagenwissenschaft mit der in der EU verfügbaren Technologie kombinieren können, werden wir die Möglichkeit haben, in sehr kurzer Zeit sehr gute Ergebnisse zu erzielen." Neben der Zeitersparnis wird eine solche Zusammenarbeit laut Professor Korablev auch Geld sparen. Obwohl die ursprüngliche Idee darin bestand, eine bessere Zusammenarbeit innerhalb des NEST-Programms zu ermöglichen, hat das Projekt seinen Auftrag seither auf das gesamte Forschungsrahmenprogramm der EU ausgeweitet. "Wir haben erkannt, dass risikoreiche Forschung in allen Programmen des Rahmenprogramms als ein horizontaler Bereich zu finden ist", erklärte Koutrokoi. Eine der Hauptaktivitäten von NIS-NEST ist die Kartierung von Forschern und Forschungsorganisationen, die in exploratorischen Forschungsbereichen in osteuropäischen Ländern tätig sind. Ziel ist die Erstellung einer Datenbank, um sowohl Forscher aus der EU als auch osteuropäische Forscher bei der Suche nach potenziellen Partnern für EU-Projekte während des Siebten Rahmenprogramms (RP7) zu unterstützen. Koutrokoi betonte, dass die Datenbank eine Ergänzung zu bestehenden Partnersuchinstrumenten sein wird. Im Rahmen des Projekts wurde außerdem eine Reihe von Informationstagen zum RP7 organisiert und es wurden Workshops zur Förderung der Beteiligung an Aufrufen zur Vorschlagseinreichung unter dem RP7 eingeleitet. "Die Forscher beginnen, ein klareres Bild von dem Rahmenprogramm zu erhalten. Bisher dachten sie, sie könnten sich nicht beteiligen, und kannten die Vorschriften kaum", so Koutrokoi gegenüber CORDIS-Nachrichten. Koutrokoi glaubt, dass diese Aktivitäten den Weg für eine viel höhere Beteiligung am RP7 als an früheren Programmen ebnen (unter dem RP6 war die Ukraine an nur neun Projekten beteiligt). "Wir sind zuversichtlich, dass das Projekt die Grundlagen für eine bessere Zusammenarbeit legt", sagte sie und prognostizierte, dass eine engere Zusammenarbeit anregend sein werde und zu weiteren Fortschritten in vielen verschiedenen Forschungsbereichen führen werde. Es wird davon ausgegangen, dass das Projekt neben der Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Ost und West auch zu einem Stoppen des Massenexodus von Wissenschaftlern und Technikern aus den früheren Sowjetländern, der in den letzten beiden Jahrzehnten stattgefunden hat, beitragen wird. "Der Brain Drain ist ein echtes Problem in Russland", sagte Dr. Svetlana Mamakina von der Moskauer Staatsuniversität gegenüber CORDIS-Nachrichten. "Dieses Projekt versucht, ihn zu stoppen, indem es Wissenschaftlern die Möglichkeit bietet, von ihren eigenen Institutionen aus zu arbeiten und gleichzeitig mit EU-Partnern zusammenzuarbeiten. Dies wird dazu beitragen, unsere Wissenschaftler im Land zu halten." Die Universität hat etwa 200 Abkommen mit Universitäten und Wissenschaftszentren in der ganzen Welt, einschließlich einiger in der EU. "Wir hoffen, dass dieses Projekt diese Zusammenarbeit ausweiten kann", so Dr. Mamakina. Obwohl Professor Alexander Belyaev von der Ukrainischen Akademie der Wissenschaften, ein NIS-NEST-Partner, ebenfalls zuversichtlich ist, dass das RP7 insgesamt vorteilhaft für die Forscher und Forschungseinrichtungen in diesen Ländern sein wird, fragt er sich, ob die Zuschüsse des Europäischen Forschungsrats, die die Forscher verpflichten, in einer Gastgeberorganisation eines EU-Mitgliedstaats zu arbeiten, zu einem weiteren Brain Drain führen könnten. Andere Partner sind nicht dieser Ansicht. "Dies ist kein Brain Drain auf einen anderen Kontinent", stellt Koutrokoi heraus. "Es ist besser, dass unsere Nachbarn mit Europa zusammenarbeiten als mit Partnern jenseits des Atlantiks", fügte Paul Jamet von der Nationalen Kontaktstelle Frankreichs hinzu.

Länder

Belarus, Griechenland, Frankreich, Moldau, Russland, Ukraine