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Studie zeigt: Klimawandel wirkt sich auf Gletscher in jeder Höhe aus

Selbst sehr hoch gelegene Gletscher in den Alpen sind vom Klimawandel betroffen, heißt es in zwei neuen Studien von französischen und schweizerischen Wissenschaftlern. In der ersten Studie wurde der St. Sorlin Gletscher, der auf einer Höhe von 3.400 Metern liegt, untersucht....

Selbst sehr hoch gelegene Gletscher in den Alpen sind vom Klimawandel betroffen, heißt es in zwei neuen Studien von französischen und schweizerischen Wissenschaftlern. In der ersten Studie wurde der St. Sorlin Gletscher, der auf einer Höhe von 3.400 Metern liegt, untersucht. Wie alle Gletscher wird St. Sorlin durch Schneefälle auf seine oberen Regionen erhalten, die sich nach unten hin zu Eis umwandeln. Zur gleichen Zeit bewirken die wärmeren Temperaturen am unteren Ende des Gletschers das Abschmelzen des Eises. Das Gleichgewicht zwischen Eisbildung und -verlust wird von klimatischen Bedingungen beeinflusst. Die Wissenschaftler berechneten die Veränderungen dieses Gleichgewichts in den Jahren 1981 bis 2004 und simulierten seine künftige Entwicklung auf der Grundlage des B1-Szenarios der Zwischenstaatlichen Sachverständigengruppe über Klimaänderungen (IPCC). Das ist eines der optimistischeren Szenarien der IPCC, das von einem Temperaturanstieg bis 2100 von 1,8 Grad Celsius ausgeht. Selbst bei diesem relativ geringen Temperaturanstieg (im Vergleich zu anderen Szenarien) wird der Gletscher bis 2060 wahrscheinlich verschwunden sein. Dies wird daher kommen, dass die untere Grenze der Schneebildung auf dem Berg über dem höchsten Punkt des Gletschers liegen wird. Da der Gletscher im Winter keinen Schnee mehr anhäuft, wird er kontinuierlich an Masse verlieren, bis er vollständig verschwindet. Die Wissenschaftler warnen davor, dass viele andere kleine alpine Gletscher in einer ähnlichen Höhe das gleiche Schicksal ereilen wird. Die andere Studie befasste sich mit den Temperaturveränderungen innerhalb des 4.250 Meter hohen Gletschers am Col du Dôme in der Region des Montblancs. In den Jahren 1994 und 2005 haben Forscher Bohrlöcher an derselben Stelle in das Eis gebohrt, um die Temperatur tief im Inneren des Gletschers zu messen. Sie fanden heraus, dass die Temperatur im Laufe der Jahre um bis zu 1,5 Grad Celsius angestiegen ist. Während ein Teil dieses Anstiegs der Erwärmung der Atmosphäre zuzuschreiben ist, ist ein anderer Teil die Folge der Bindungswärme, die entsteht, wenn Schmelzwasser auf der Oberfläche des Gletschers durch das Eis sickert und in der Tiefe wieder gefriert. Die Forscher warnen davor, dass dies schwerwiegende Konsequenzen habe könnte, sollte das Innere der Gletscher sich weiter erwärmen. "Simulationen für verschiedene klimatische Szenarien zeigen, dass sich vergletscherte Regionen zwischen 3.500 und 4.250 Metern in Zukunft erwärmen könnten", schreiben die Wissenschaftler. "Wenn der Schmelzpunkt erreicht ist, könnte diese Erwärmung schwerwiegende Folgen auf die Stabilität hängender Gletscher haben, die in ihren Betten festgefroren sind." Die Studien wurden in den Magazinen Earth and Planetary Science Letters und Geophysical Research Letters veröffentlicht.

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