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Rettung des Ökosystems Korallenriff

Korallenriffe, an denen es von Meeresbewohnern häufig nur so wimmelt, gehören zu den empfindlichsten Organismen der Natur. Gesunde Korallenriffe können Tausende Arten beherbergen, doch leider sind sie immer mehr Belastungen ausgesetzt und müssen sogar ums Überleben kämpfen. Ei...

Korallenriffe, an denen es von Meeresbewohnern häufig nur so wimmelt, gehören zu den empfindlichsten Organismen der Natur. Gesunde Korallenriffe können Tausende Arten beherbergen, doch leider sind sie immer mehr Belastungen ausgesetzt und müssen sogar ums Überleben kämpfen. Ein internationales Forscherteam unter der gemeinsamen Leitung der Newcastle University, UK, und der Wildlife Conservation Society, USA, hat herausgefunden, worauf die Anstrengungen bei der Rettung von Korallenriffen zu konzentrieren sind. Korallenriffe der ganzen Welt sind bedroht. Ein Temperaturanstieg von nur einem oder zwei Grad kann eine Korallenbleiche nach sich ziehen oder gar die Folgen von Infektionskrankheiten verstärken, wodurch riesige Korallenabschnitte vernichtet werden. Einige Fischfangtechniken wie der Einsatz von Dynamit sind ebenfalls für die Zerstörung von Korallenriffen verantwortlich. Aus diesem Grunde wurden Fangverbotszonen (NTA - No-Take Areas) eingerichtet, und zwar nicht nur zum Schutz der Fische, sondern vor allem auch zum Schutz der Korallenriffe, die sie bewohnen. Neuesten Untersuchungsergebnissen zufolge ist die Auswahl dieser Zonen jedoch erneut zu überprüfen und zu aktualisieren. Es wurde ein internationales Team mit Forschern aus Frankreich, Schweden, dem Vereinigten Königreich, Australien und den USA zusammengestellt, das mit einer der größten Studien ihrer Art beauftragt wurde. Gemeinsam untersuchten sie verschiedene Fangverbotszonen, die insgesamt 66 Standorte in 7 Ländern am Indischen Ozean umfassten. Ihre Studie wurde im Magazin PLoS ONE veröffentlicht. Sie fanden heraus, dass sich die Schutzzonen inzwischen in falscher Lage befinden und einige Korallenriffe deshalb den Einflüssen des Klimawandels ausgesetzt sind. Laut Forschungsleiter Nick Graham von der School of Marine Science and Technology der Newcastle University sind umgehende Maßnahmen erforderlich. "Wir benötigen einen völlig neuen Ansatz - und dürfen keine Zeit verlieren", so Graham. Aus der Studie geht hervor, dass sämtliche eingerichteten Fangverbotszonen belassen werden sollten, dass es zum Schutz weiterer Korallenriffe jedoch zusätzlicher Zonen bedarf. "Unsere Untersuchungen zeigen, dass viele Fangverbotszonen die falschen Gebiete abdecken. Es werden neue Schutzzonen benötigt, die hauptsächlich solche Gebiete einschließen, die sich den Einflüssen des Klimawandels zu entziehen versuchen oder sich davon bereits erholen. Ein Hauptschwerpunkt sollte jedoch so verlegt werden, dass die Widerstandsfähigkeit des Systems als Ganzes erhöht wird, d. h. Verringerung möglichst vieler lokal bedingter Bedrohungen", erklärt Graham weiter. Darüber hinaus ist es erforderlich, ein ganzheitliches Managementsystem des Ökosystems Korallenriff zu schaffen, wenn ihre Exemplare eine Überlebenschance haben sollen. "Korallen sterben unter belastenden Bedingungen ab, so dass es unsere Aufgabe ist, den direkten Einfluss des Menschen - also Überfischung, Verschmutzung und Anlandung - im gesamten Ökosystem zu verringern", bemerkt Graham. "Wenn wir all diese zusätzlichen Stressfaktoren beseitigen, bieten wir den Korallen die besten Überlebensbedingungen und ermöglichen ihnen, sich von Temperaturänderungen, die sich aus der globalen Erwärmung ergeben können, zu erholen."

Länder

Australien, Frankreich, Schweden, Vereinigte Staaten

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