Skip to main content

Article Category

Nachrichten

Article available in the folowing languages:

EU-finanzierte Studie hebt Rolle von Laminen bei Erkrankung und Alterung hervor

In einer durch die EU finanzierten Studie haben Forscher in Österreich herausgefunden, dass Lamine für die Produktion neuer gewebespezifischer Zellen in adulten Organismen verantwortlich sind und damit eine Schlüsselrolle beim Erhalt und der Regenerierung von Haut- und Muskelg...

In einer durch die EU finanzierten Studie haben Forscher in Österreich herausgefunden, dass Lamine für die Produktion neuer gewebespezifischer Zellen in adulten Organismen verantwortlich sind und damit eine Schlüsselrolle beim Erhalt und der Regenerierung von Haut- und Muskelgewebe spielen. Diese Erkenntnisse haben wichtige Implikationen für vererbbare Krankheiten wie Muskeldystrophie, Kardiomyopathie, Diabetes und vorzeitiges Altern. Die in der Fachzeitschrift Nature Cell Biology veröffentlichten Ergebnisse stammen aus dem dreijährigen Projekt EURO-Laminopathies, das mit 2,5 Millionen Euro unter dem Themenbereich "Biowissenschaften, Genomik und Biotechnologie im Dienste der Gesundheit" des Sechsten Rahmenprogramms (RP6) gefördert wurde. Professor Roland Foisner von der Medizinischen Universität Wien in Österreich arbeitete mit einem Forscherteam in Österreich, Singapur und in den USA an der Untersuchung der molekularen Eigenschaften von Laminkomplexen und an der Frage, wie diese Eigenschaften sich sowohl auf Erkrankung als auch auf die normale Alterung auswirken. Lamine sind wichtige strukturelle Proteine, die im Kern von Wirbeltierzellen anzutreffen sind. Laminopathien sind erbliche Störungen, zu denen Muskeldystrophie, Kardiomyopathie, Lipodystrophie, Insulinresistenz, Diabetes und vorzeitiges Altern gezählt werden. Sie stehen im Zusammenhang mit der Mutation von Genen, die Kernhüllenproteine verschlüsseln, wie zum Beispiel Lamin A und Lamin bindende Proteine. Das Projekt EURO-Laminopathies hat sich um die Bestimmung der molekularen Mechanismen bemüht, die diesen Mutationen zugrunde liegen, um zu verstehen, wie ihre Wirkung auf die Lamine die Stressresistenz einer Zelle herabsetzen kann. Der äußere Teil eines Zellkerns wird "Kernhülle" genannt. Die innere Schicht dieser Hülle wird periphere Kernlamina genannt und enthält das Protein Lamin A. Lamin A wurde noch bis vor kurzem als ein exklusiver struktureller Bestandteil von Wirbeltierzellen angesehen. Die Studie des Teams von Professor Foisner zeigte jedoch, dass es in Wirklichkeit an anderen Prozessen beteiligt ist. Die Forscher untersuchten Zellen in Kultur und in Mäusen und bestätigten, dass Lamin A für die Regulierung des Zellzyklus unerlässlich ist. Sie beobachteten, dass Lamin A für die Regulierung der Vermehrung und Differenzierung von stammzellenähnlichen Vorläuferzellen in regenerationsfähigem Gewebe wie Haut- und Muskelgewebe zuständig sind. Biochemiker löschten einen spezifischen Lamin A bindenden Partner, der bestimmt, wo das Protein innerhalb des Zellkerns liegt. Dadurch wurde Lamin A an der falschen Stelle produziert, und das wiederum behinderte die Fähigkeit der Zelle, den Zellteilungszyklus zu beenden. Das wiederum führte zur Überproduktion von Vorläuferzellen und zu Gewebehyperplasie (bei der sich die Zellen ohne Unterlass teilen). "Im Hinblick auf Laminopathien beim Menschen halten wir unsere Erkenntnisse für höchst relevant. Sie weisen darauf hin, dass durch Mutationen in LMNA oder LAP2 Vorläuferzellen bereits früh an der Geweberegenerierung gehindert werden könnten." Ziel von EURO-Laminopathies ist es, das neue Wissen anzuwenden, um medikamentöse Ziele für potenzielle Therapien zu identifizieren. "Jetzt erst beginnen wir einige der Funktionen von Laminen in adulten Stammzellen zu verstehen", sagte Dr. Foisner. "Die Rolle der Lamine im natürlichen Alterungsprozess ist hochinteressant und hat ein großes wissenschaftliches und gesellschaftliches Potenzial, und wir sind begierig darauf, unsere Forschungen in diesem Bereich weiterzuführen."

Länder

Österreich

Verwandte Artikel