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EU-Projekt nimmt MRSA-Infektionen ins Visier

Krankenhäuser und andere Einrichtungen des Gesundheitswesens beherbergen Staphylococcus aureus-Bakterien (Staphylokokken), die Infektionen mit MRSA (Methicillin-resistente Staphylococcus aureus) auslösen. Das Problem besteht darin, dass MRSA nicht nur gegen Antibiotika resiste...

Krankenhäuser und andere Einrichtungen des Gesundheitswesens beherbergen Staphylococcus aureus-Bakterien (Staphylokokken), die Infektionen mit MRSA (Methicillin-resistente Staphylococcus aureus) auslösen. Das Problem besteht darin, dass MRSA nicht nur gegen Antibiotika resistent sind, sondern darüber hinaus tödlich sein können. Ein Team europäischer Forscher steht bereit, um das Problem in Angriff zu nehmen, indem es Wege zur Reduzierung der MRSA-Infektionsraten in Krankenhäusern weltweit finden will. Das Projekt wird von der Europäischen Kommission innerhalb des Siebten Rahmenprogramms (RP7) mit einer Summe von 5 Millionen Euro gefördert. "Die Ausbreitung von arzneimittelresistenten Keimen wie zum Beispiel MRSA sorgt für große Besorgnis in der öffentlichen Gesundheit", erklärte Dr. Tofail Syed von der Universität Limerick. "Ein wesentlicher Faktor des MRSA-Problems entsteht aus dem Gebrauch von herkömmlichen Textilien wie zum Beispiel Krankenhauskitteln, Vorhängen, Bettzeug und Kissenbezügen. Die Krankenhaussterilität ist infolgedessen in Ländern wie Irland, Deutschland und Belgien ein Hauptanliegen gewesen." Die Gruppe wird dieses Problem durch die Anwendung der Nanotechnologie angehen, um MRSA-resistente Textilien zu entwickeln, die selbststerilisierend sind und Bakterien abtöten. Auf diese Weise haben Krankenhäuser ein Mittel zur Bekämpfung bakterieller Infektionen in der Hand. Die Experten glauben, dass arzneimittelresistente Mikroorganismen wie MRSA bei einem von zehn Patienten in europäischen Krankenhäusern Infektionen verursachen. Jedes Jahr ziehen sich mehr als 3 Millionen Menschen in der EU im Krankenhaus erworbene Infektionen zu, und rund 50.000 Patienten sterben daran. Professor Syed bemerkte: "In Süd- und Westeuropa haben über 40% der Krankenhäuser bedeutende Probleme mit dem MRSA-Superbug. "Wir sind überzeugt, mithilfe unserer Forschung und der Entwicklung von MRSA-resistenten Textilien diese Statistik verbessern zu können." Neben der Zielsetzung der Entwicklung von MRSA-resistenten Textilien ist das auf drei Jahre angelegte Projekt auf drei andere Bereiche des europäischen Gesundheitswesens gerichtet, die die Lebensqualität beeinflussen: plaqueresistente kardiovaskuläre Stents (Metallstrukturen, die in das Innere von verstopften Arterien eingesetzt werden), Harn-Stents, die weniger Steinbildung verursachen sowie Knochenimplantate, die schneller heilen. "Das Projekt ist auf vier Hauptbereiche des europäischen Gesundheitswesens gerichtet, die die Lebensqualität europäischer Bürger beeinflussen und die europäischen Staaten eine beträchtliche Menge an Geld kosten", unterstrich Liam Brown, Forschungsleiter an der Universität Limerick. "Die Hälfte der Todesfälle in Europa ist insbesondere auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurückzuführen, das heißt, diese Krankheiten sind für mehr als 2 Millionen Todesfälle pro Jahr verantwortlich. Die arterielle Thrombose trägt dazu wesentlich bei, und das Projekt befasst sich direkt mit dieser Tatsache." Die Universität Limerick wird die europäischen Behörden und Unternehmen in diesem Projekt führen. "Die Vergabe des 5-Millionen-Euro-Vertrags an die Universität Limerick ist ein Beweis für Irlands Rolle als ein führendes Forschungs- und Entwicklungszentrum für den weltweiten biomedizinischen Sektor", betonte Dr. Edmond Magner, Leiter des Instituts für Werkstoff- und Oberflächenwissenschaften (MSSI) an der Universität Limerick.

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Irland

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