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Verheerende Umweltauswirkungen von Schiffsemissionen

Neueste Forschungen zeigen, dass Schiffsemissionen in Küstenregionen für sauren Regen und häufig für mehr als 25% des bodennahen Ozons verantwortlich sind. Diese Ergebnisse wurden jüngst in der Fachzeitschrift Atmospheric Chemistry and Physics veröffentlicht. Vergangene Stud...

Neueste Forschungen zeigen, dass Schiffsemissionen in Küstenregionen für sauren Regen und häufig für mehr als 25% des bodennahen Ozons verantwortlich sind. Diese Ergebnisse wurden jüngst in der Fachzeitschrift Atmospheric Chemistry and Physics veröffentlicht. Vergangene Studien belegen, dass 70% des Schiffsverkehrs innerhalb von 400 Kilometern vor der Küste erfolgen. Aufbauend auf diesen Ergebnissen untersuchten Forscher um Professor Stig B. Dalsøren vom Zentrum für internationale Umwelt- und Klimaforschung an der Universität Oslo, Norwegen, das Ausmaß der durch Schiffe verursachten Verschmutzung und identifizierten betroffene Regionen. Berechnungsgrundlage waren weltweite Daten aus dem Jahr 2004. Laut Professor Dalsøren umfasste die globale Handelsflotte 2004 mehr als 90.000 Schiffe mit einem Durchschnittsgewicht von 100 Bruttotonnen (101 metrische Tonnen). Die Forscher unterteilten die Schiffe in 15 Kategorien (z.B. Kreuzfahrtschiffe, Supertanker, Schlepper) und ermittelten deren Umweltbelastung. Jede Kategorie wurde in sieben Gewichtsklassen eingeteilt. Anschließend schätzten die Forscher den Emissionswert, den ein Schiff auf See oder im Hafen ausstößt. Aus Routendaten von mehr als 30.000 Schiffen innerhalb dieses Zeitraums ermittelten die Forscher die Verteilung der Abgase in die Umgebung. "Die Schiffe verbrannten 2004 annähernd 217 Millionen Tonnen Treibstoff, 5% davon in den Häfen, wo sie vor Anker lagen", erklärte Professor Dalsøren. Der größte Teil des Treibstoffes war schwefelreicher Diesel, über den mehr als 16 Millionen Tonnen Schwefeldioxid in die Atmosphäre gelangten. "Dieses Gas reagiert mit allen Arten von Stickstoffoxiden (NOx) aus Motorenabgasen und Luftfeuchte zu saurem Regen", sagen die Forscher. Aus den Berechnungen der Forscher ging hervor, dass die Schiffe weltweit für 10% des NOx- und fast 5% des Schwefeldioxid-bedingten sauren Regens verantwortlich sind. Die Daten zeigen, dass am Hafen von Singapur 15% des Schwefeldioxidgehalts in der Luft von Schiffen stammen. Interessant ist auch, dass viele Küstenregionen (z.B. nordische Länder), die keine nennenswerte Industrie besitzen, dafür aber einen küstennahen Schiffsverkehr, 50% des sauren Regens auf Schiffsemissionen zurückführen. Professor Dalsøren erklärte, dass Schiffe auch erhebliche Mengen an Bodenozon verursachen. Dies geschieht, wenn UV-Strahlen auf die Schiffsabgase treffen und chemische Reaktionen auslösen. In einigen westlichen Ländern betrüge der durch Schiffsemissionen verursachte Anteil an Bodenozon 5% - 15%, fügte er hinzu. Dr. David Stevenson von der Universität Edinburgh im Vereinigten Königreich zufolge sind die neuen Erkenntnisse der Beweis dafür, "wie stark Schiffsemissionen die Luftqualität in häufig befahrenen Häfen beeinflussen". Professor James Corbett von der Universität Delaware in den Vereinigten Staaten erklärte hierzu: "Das Interessante an dieser Studie ist, dass ihre Ergebnisse mit jüngsten Daten der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (IMO) übereinstimmen, die für die Sicherheit und die Vermeidung von Umweltverschmutzungen auf See zuständig ist." Professor Corbett fügte hinzu, dass Wissenschaftler und Politiker anhand dieser neuen Forschungsergebnisse besser die Auswirkungen der vorgeschlagenen Bestimmungen für verschiedene Schiffstypen prognostizieren können.

Länder

Norwegen

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