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Forscher gehen mit CATER auf Anforderungen von Autokäufern ein

Durch die Vielfalt der auf dem Markt angebotenen Automobile kann der Autokauf zu einer aufreibenden und verwirrenden Erfahrung geraten. Wird sich die eigene Wahl als richtig erweisen und das neue Auto den eigenen Ansprüchen genügen? Das im Rahmen des Sechsten Rahmenprogramms (...

Durch die Vielfalt der auf dem Markt angebotenen Automobile kann der Autokauf zu einer aufreibenden und verwirrenden Erfahrung geraten. Wird sich die eigene Wahl als richtig erweisen und das neue Auto den eigenen Ansprüchen genügen? Das im Rahmen des Sechsten Rahmenprogramms (RP6) der EU mit 3,35 Mio. EUR finanziell unterstützte Projekt CATER ("Computerized automotive technology reconfiguration system for mass customization") entwickelt eine verbesserte Methode, um Ausstattungsoptionen für Käufer effizienter zu präsentieren: virtuelle Realität und gefühlsbetonte Gestaltung. Das aus europäischen und asiatischen Forschern bestehende CATER-Konsortium glaubt, dass die meisten Konsumenten nicht nur für die Kaufentscheidung für eine Automarke, sondern auch für die Auswahl der Ausstattung sehr viel Energie aufwenden. Den Projektpartnern zufolge ist Funktionalität nicht der einzige entscheidende Faktor. Ausstattungsoptionen sind schon seit geraumer Zeit ein Dorn im Auge der Fahrzeughersteller. Nicht jeder wolle bloß ein Grundmodell mit vier Rädern und Lenkrad fahren. In Anbetracht dieser Tatsache würde nach Meinung der CATER-Forscher ein immersiver Fahrzeugkonfigurator Käufern die Ansicht aller Fahrzeugoptionen und -varianten dreidimensional in hoher Auflösung ermöglichen, die entweder auf einem großen Wanddisplay, auf dem Fernseher oder im virtuellen Realitätsraum vorgestellt werden können. "Indem den Leuten die Möglichkeit gegeben wird, sich selbst in das Auto in dreidimensionaler virtueller Realität hineinzuversetzen, können sie besser verstehen, was die Optionen sind, wie sie aussehen und gewinnen mehr Entscheidungssicherheit für das Tätigen eines Kaufs," sagte der CATER-Koordinator Dr. Manfred Dangelmaier vom Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) in Deutschland gegenüber ICT Results. Da Autohändler ständig befürchteten, dass die hohen Kosten herkömmlicher virtueller Realitätssysteme für sie eine zu hohe Ausgabe darstellen würden, gab es wenig Bereitwilligkeit für ihren Einsatz. Doch haben die CATER-Forscher erfolgreich ein System entwickelt, das preisgünstig eingerichtet werden kann. "Die Hardware selbst ist mit 10.000 bis 12.000 EUR für eine Installation relativ kostengünstig ... und die Software läuft auf einem normalen Computer," erklärte Dr. Dangelmaier. "Darüber hinaus würden so für die Händler die großen Ausstellungsräume überflüssig, da sie dann lediglich Autos für Probefahrten und nicht zum Zeigen verschiedener Ausführungen brauchen." Die gefühlsbetonte Gestaltung stellt dem CATER-Team zufolge ein Konzept dar, das potenzielle Käufer darin unterstützt, ihre Ansprüche an ein Fahrzeug zu definieren. Ansatz für das Konzept ist das so genannte "Citarasa Engineering" (citarasa ist malaysisch für Wunsch, Gefühl und Streben) bei dem Kunden Bilder von Alltagsgegenständen gezeigt werden, die bestimmte abstrakte Gefühle und Vorlieben widerspiegeln, und mit den Fahrzeugausstattungen in Verbindung gebracht werden. "Das System ähnelt den von Werbegrafikern verwendeten Moodboards sehr, die das Definieren von Vorlieben und Gefühlen durch Bilder unterstützen", berichtete der Projektleiter. Wer kann vom CATER-System profitieren? Den Partnern zufolge jeder. Händler können die Präferenzen der Käufer den Fahrzeugherstellern mitteilen, die dann den Zulieferern wichtige Mitteilungen übermitteln können und so effektiv Logistik und Lieferkettenmanagement stärken, wie sie erklärten. "Die Käufer bekommen ein besseres Verständnis und einen klareren Eindruck von dem Fahrzeug, das sie kaufen, und seinen Optionen, denn sie erhalten die Gelegenheit, 'weiche Informationen' über ihren Geschmack und ihre Gefühle sowie 'harte Informationen' über ihre Bedürfnisse und Ansprüche anzugeben", kommentierte Dr. Dangelmaier. " Feedback über die Vorlieben und Abneigungen von den Kunden zu erhalten, ist besonders wichtig, wenn extrem teuere Gestaltungsfehler beim Entwickeln neuer Modelle verhindert werden sollen." Vom 25. bis 28. März fand in der malaysischen Stadt Kuala Lumpur ein Workshop statt, um Kfz-Experten und Forschern die Ergebnisse und Innovationen des Projekts einschließlich der Prototypen des Citarasa-Engineering-Ansatzes und das webbasierte 3D-Do-it-Yourself-Design-System zu präsentieren. CATER verkündete auch seine Pläne für Pilottests. Die Forscher betonen, dass Endnutzer zur Bewertung des CATER-Systems beitragen werden. Die Prototypen werden verschiedene Bedürfnisse unter Einbeziehung unterschiedlicher Nutzergruppen und Bedingungen abdecken.

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