Exzellenznetz KMM spornt Forschung und Wettbewerbsfähigkeit in Europa an
Europa hat sowohl den Forschungssektor als auch die Industrie zur Entwicklung innovativer wissensbasierter multifunktionaler Mehrkomponentenwerkstoffe (KMM) mit dauerhafter und sicherer Funktionsweise aufgefordert. Zur Bewältigung dieser Herausforderung wurde das EU-finanzierte KMM-Projekt - ein Exzellenznetz des Sechsten Rahmenprogramms (RP6) auf dem Gebiet der modernen Werkstoffe wie beispielsweise intermetallischer und Metall-Keramik-Verbundwerkstoffe - gestartet. Das Projekt erhielt 8,1 Millionen EUR Fördermittel. Laut Projekt-Mitkoordinator Professor Michal Basista, verantwortlich für Forschung und Integration, bestand die Hauptaufgabe des Exzellenznetzes "Knowledge-based multicomponent materials for durable and safe performance" (KMM-NoE) in der Mobilisierung und Konzentration des zersplitterten wissenschaftlichen Potenzials im Bereich der multifunktionalen Mehrkomponentenwerkstoffe mit dem Ziel der Herstellung einer dauerhaften und effizienten Struktur, die sich nicht nur der Entwicklung bahnbrechender Forschung widmet, sondern die erworbenen Kenntnisse auch nach außerhalb des Netzes transferiert. Die Partner gingen gleichermaßen gezielt die Stärkung der technologischen Kompetenzen in verwandten Industriezweigen an. "Technisch betrachtet lag der Schwerpunkt des KMM-NoE auf dem Verständnis, der Gestaltung und der Entwicklung neuartiger KMM-Materialien mit überlegenen Eigenschaften wie etwa geringer Dichte, hoher Festigkeit und Härte sowie verbesserter Bruchzähigkeit", so Professor Basista, Mitglied des Instituts für technologische Grundlagenforschung an der polnischen Akademie der Wissenschaften, gegenüber Research Headlines. "Beabsichtigte Anwendungsgebiete wissensbasierter multifunktionaler Mehrkomponenten-Materialien (KMM) liegen zum Beispiel in der Luftfahrt- und Automobilindustrie, in der Energiewirtschaft und im Maschinenbau, in der Elektronik sowie der biomedizinischen Industrie." Das Projekt sei inzwischen abgeschlossen worden und es lägen "gewaltige" Ergebnisse vor, kommentierte der Projektleiter. In ihrer Art durchaus verschieden, entsprechen die Ergebnisse seinen Angaben zufolge den drei Teilen des gemeinsamen Arbeitsprogramms: dem gemeinsamen Forschungsprogramm (JPR), dem gemeinsamen Integrationsprogramm (JPI) und dem gemeinsamen Programm zur Verbreitung von Wissen (JPS). Zu den wichtigsten Ergebnissen des KMM-NoE zählte die verbesserte internationale Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Forschung im Bereich der multifunktionalen Mehrkomponentenwerkstoffe. Sie konnte durch die Konzentration des Forschungs-Know-hows und der Infrastruktur realisiert werden, die von den KMM-NoE-Partnern innerhalb des JPR eingebracht und in zwölf internen KMM-NoE-Projekten organisiert wurde. "Das KMM-NoE hat durch den direkten Transfer von Forschungsergebnissen zu den Industriepartnern aus dem Kernkonsortium und zur externen Industrie über die KMM-Kompetenzzentren (12 Info-Tage in 7 Mitgliedstaaten) und die sogenannten "Industrie-Workshops" (3 Veranstaltungen) - speziell auf die anhand von Umfragen unter den großen sowie auch den kleinen und mittleren Unternehmen ermittelten Bedürfnisse der Industrie zugeschnitten - zur wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit und Innovation in Europa beigetragen", teilte Professor Basista Research Headlines mit. "Es wurden mehrere Patente eingereicht, und zwei von ihnen wurden bereits erteilt." Die KMM-NoE-Partner können eine Reihe von Erfolgen verbuchen. Dazu gehören die Schaffung des "European Virtual Institute on Knowledge-based Multifunctional Materials" (KMM-VIN AISBL), einer dauerhaften Integrationsstruktur, die auf die Kontinuität von Forschung, Mobilität und Bildungsaktivitäten des KMM-NoE abzielt. Das Konsortium erarbeitete außerdem eine einzigartige, einen Problemlösungs-orientierten Ansatz unterstützende Forschungsmethode, die unter anderem Materialbearbeitungsprüfungen und Überprüfungen vor einem industriellen Einsatz beinhaltet. Diese Methode wird nach Angaben von Professor Basista im KMM-VIN-Projekt des Siebten Rahmenprogramms (RP7) und durch KMM-VIN-Angebote an die Industrie weiterverfolgt. Wie er sagte, war die Zusammenarbeit zwischen Forschern und Industrie für den Erfolg des KMM-NoE sehr wichtig. "Die Rolle der aktiven Industriepartner war bei der Festlegung der Themen der zwölf durchgeführten internen Forschungsprojekte (JPR) von entscheidender Bedeutung", erklärte Professor Basista. Die Industriepartner des Konsortiums, dem etwa Fiat (Italien) und EADS (Deutschland) angehören, oder auch externe Partner hätten mehr als die Hälfte der internen Projekte vorgeschlagen oder initiiert. Professor Basista zitierte auch den Abschlussbericht des International Advisory Board (ein unabhängiges Gremium von KMM-Forschern aus Europa und den USA): "Die KMM-NoE-Partnerschaft leistete eine wirklich hervorragende Arbeit bei der Aufrechterhaltung glaubwürdiger und florierender Forschungsanstrengungen, während gleichzeitig das Grundkonzept dieser von der Europäischen Kommission finanzierten Partnerschaften bei der Schaffung eines umfangreichen Netzwerks von Mitarbeitern an Hochschulen, Forschungsinstituten und in der Industrie und bei der Förderung des Transfers von Wissen innerhalb und außerhalb dieses Netzwerks durch 'Mobilitätsprogramme' und Bemühungen um Technologietransfer gewahrt blieb." Im Hinblick auf die Zukunft führen die vier Arbeitsgruppen der KMM-VIN nach Auskunft von Professor Basista die meisten der zwölf internen Forschungsprojekte des KMM-NoE weiter. "Ein möglicher Beitrag des KMM-NoE ist im Europäischen Forschungsraum (EFR) insbesondere in der aktiven Einbeziehung der neuen Mitgliedstaaten Bulgarien, Polen und der Slowakei sowie der Ukraine in die Projektaktivitäten und in die gemeinsame Nutzung der Projektergebnisse zu sehen", kommentierte er. Wird das KMM-NoE demnächst und in der Zukunft ähnliche Forschungsarbeit betreiben? Laut Professor Basista sind eine Fortsetzung des Integrationsprozesses und eine stärkere Beteiligung der europäischen Industrie notwendig, um sicherzustellen, dass diese große Anstrengung Europa wirklich zum Vorteil gereicht. "Um dieses Ziel zu erreichen, erscheinen dauerhafte Integrationsstrukturen wie das KMM-VIN, welches auch das wichtigste Ergebnis der Projektintegrationsaktivitäten ist, als ein perfektes Werkzeug", erklärte er. Die KMM-VIN-Partnerschaft entwickelt neue Konzepte und reicht Vorschläge auf RP7-Aufforderungen, zu den Programmen MATERA + (ERA-NET +) und COST ("European Cooperation in Science and Technology") und bei nationalen Forschungsförderungseinrichtungen ein.
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