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Deutsche Wissenschaftler stellen Weltrekord mit neuem Datenverarbeitungssystem auf

Computerwissenschaftler in Deutschland halten den neuen Weltrekord in energieeffizienter Datenverarbeitung mit einem von ihnen entwickelten System. Verzeichnet ist der Weltrekord unter der Kategorie "JouleSort" in dem "Sort Benchmark", einer Reihe von Messstandards, die erstma...

Computerwissenschaftler in Deutschland halten den neuen Weltrekord in energieeffizienter Datenverarbeitung mit einem von ihnen entwickelten System. Verzeichnet ist der Weltrekord unter der Kategorie "JouleSort" in dem "Sort Benchmark", einer Reihe von Messstandards, die erstmals 1998 von dem bekannten US-amerikanischen Computerwissenschaftler Jim Gray definiert, finanziert und angewandt wurden. Der erste Platz in den Sort Benchmarks ist eine bedeutende Auszeichnung für kleine, energieeffiziente Datenverarbeitungssysteme. Die Gewinner von der Goethe-Universität Frankfurt und dem Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) brachen den Weltrekord einer Gruppe von Computerwissenschaftlern von der Stanford Universität in den Vereinigten Staaten. Die Arbeit an dem energiesparenden System wurde von den Professoren Ulrich Meyer (Goethe-Universität) und Peter Sanders (KIT) geleitet und von den Doktoranden Andreas Beckmann (Goethe-Universität) und Johannes Singler (KIT) entwickelt. Für den Wettbewerb mussten jeweils 10GB, 100GB bzw. 1TB an Daten sortiert werden, bestehend aus Datensätzen zu je 100 Byte. Selbst für die größte Datenmenge von einem Terabyte, die einem Papierstapel von 10 Kilometern Höhe entspricht, benötigten die neuen Rekordhalter nur 0,2 Kilowattstunden - ungefähr so viel Energie, wie zum Aufkochen von zwei Litern Wasser benötigt wird. Anstelle von Strom schluckenden Serverprozessoren verwendeten die Wissenschaftler für ihre Gewinnersystem erstmals einen eher unkonventionellen Ansatz mit Mikroprozessoren wie die vom Typ Intel Atom, die eigentlich für Netbooks entwickelt wurden. Die schwächere Rechenleistung der Mikroprozessoren kompensierten die Wissenschaftler durch den Einsatz hocheffizienter Algorithmen und anstelle von Festplatten, die viel Strom verbrauchen, benutzten sogenannte Solid State Disks (SSDs), die deutlich schneller und gleichzeitig sparsamer sind. "Auf lange Sicht sollten viele kleine, sparsame und kooperierende Systeme die bislang üblichen schwergewichtigen ersetzen", erklärte Professor Sanders. Dass der Weltrekord mit einem solchen kleinen System gebrochen werden konnte, zeigt, wie viel Energie weltweit im Bereich der Informationstechnologien eingespart werden könnte. Ausgangspunkt war für die Forscher ein Schlüsselproblem in der Informatik: das Sortieren von Daten. Beispielsweise erzeugt ein Rechner, der mit dem Internet verbunden ist, große Mengen an Daten. Um diese auswerten zu können, muss man sie zunächst nach einem bestimmten Kriterium sortieren. Das Sortieren von Daten ist für Suchmaschinen und Datenbanken von zentraler Bedeutung und stellt daher eine wesentliche Herausforderung in der Informatik dar. Seit 2007 wird der Sort Benchmark von einem Gremium verwaltet. Zu seinen Mitgliedern gehören Chris Nyberg von Ordinal Technology, Mehul Shah von Hewlett-Packard und Naga Govindaraju von Microsoft.

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Deutschland

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