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Preisgekrönte Spitzenforschung

Zwei junge Wissenschaftler haben das erste Excellent Paper in Neuroscience Award überhaupt erhalten, eine Initiative des ERA-NET-Projekts NEURON (Network for European Funding for Neuroscience Research). NEURON erhielt unter dem ERA-NET-Programm im 7. Rahmenprogramm der EU (RP7...

Zwei junge Wissenschaftler haben das erste Excellent Paper in Neuroscience Award überhaupt erhalten, eine Initiative des ERA-NET-Projekts NEURON (Network for European Funding for Neuroscience Research). NEURON erhielt unter dem ERA-NET-Programm im 7. Rahmenprogramm der EU (RP7) 2,7 Mio. EUR, um nationale Förderprogramme und Förderaktivitäten auf dem Gebiet der krankheitsorientierten neurowissenschaftlichen Forschung in Europa besser koordinieren zu können. Dr. Heidi Nousiainen vom National Institute for Health and Welfare in Finnland und Dr. Asya Rolls vom Weizmann Institute of Science in Israel wurden beim siebten Europäischen Forum der Neurowissenschaften (FENS) in Amsterdam, Niederlande, im Juli 2010 als Gewinner verkündet. Der Excellent Paper in Neuroscience Award honoriert herausragende wissenschaftliche Publikationen von jungen Forschern im Bereich der krankheitsorientierten Neurowissenschaften. Dr. Nousiainen und Dr. Rolls wurden aus sieben Kandidaten, die 2009 nominiert wurden, ausgewählt. Die Koordinatorin von NEURON, Dr. Marlies Dorlöchter vom Projektträger im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, erklärte, die Errungenschaften der Gewinner charakterisierten die hohen Standards der neurowissenschaftlichen Forschungen in Europa. Dr. Dorlöchter fügte hinzu, beide Wissenschaftler hätten einen erheblichen Beitrag zum Wissen über Krankheiten und Verletzungen des Nervensystems sowie zur Entwicklung neuer Therapien geleistet. Dr. Nousiainen gewann den Preis für ihre Abhandlung "Mutations in mRNA export mediator GLE1 result in a fetal motoneuron disease", die 2008 in der Zeitschrift Nature Genetics veröffentlicht worden war. Die Arbeit identifiziert das Gen (GLE1), das zwei Erkrankungen des Nervensystems zugrunde liegt (LCCS1 und LAAHD). Die Studie liefert wertvolle Informationen über den molekularen Hintergrund der fetalen Motoneuronenerkrankung sowie über die essenziellen Mechanismen für die Entwicklung, Reifung und Funktion der motorischen Nervenzellen. Dr. Rolls erhielt den Preis für seine Abhandlung "Two Faces of Chondroitin Sulfate Proteglycan in Spinal Cord Repair: A Role in Microglia/Macrophage Activation", die 2008 in PLoS (Public Library of Science) veröffentlicht worden war. Die Studie behandelt die Frage, wieso der Körper nach einer traumatischen Rückenmarksverletzung (SCI) so viel Energie auf die Bildung von Narben verwendet, obwohl er dabei die Heilung des Rückenmarks verhindert. Dr. Rolls fand heraus, dass das CSPG-Protein bei der Heilung eine entscheidende Rolle spielt und diese bei der Behandlung von SCI neue Möglichkeiten eröffnen könnte. Laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) leiden über 1 Milliarde Menschen an Störungen des zentralen Nervensystems. Neben dem Anstieg der Lebenserwartung (der nicht zuletzt der modernen Wissenschaft und der Medizin zu verdanken ist) ist auch ein erheblicher Anstieg der Fälle neurodegenerativer Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson zu verzeichnen. Diese Erkrankungen beeinflussen die Lebensqualität der Patienten, aber auch die ihrer Freunde und Familie und setzen die Gesellschaft unter einen beträchtlichen finanziellen Druck. NEURON ERA-NET ist eine Kooperation von nationalen Förderprogrammen und Förderaktivitäten auf dem Gebiet der krankheitsorientierten neurowissenschaftlichen Forschung in Europa (Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg, Österreich, Polen, Spanien, Schweden und das Vereinigte Königreich), sowie Kanada und Israel. Seit 2006 schafft sie eine Struktur, in der die Mitglieder ihre Programme koordinieren und gemeinsame Strategien für die Förderung der neurowissenschaftlicher Forschung entwickeln können. Das ERA-NET-Programm wurde erstmals als hoch innovativer Teil des RP6 (2002-2006) vorgestellt und arbeitet weiterhin erfolgreich an der Strukturierung der europäischen Forschungsgebiete, wodurch es auch einen positiven Einfluss auf die Forschung in Europa unter dem RP7 (2007-2013) ausübt.

Länder

Finnland, Israel