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Europa verzeichnet Zuwachs bei Solarstrom aus Photovoltaikanlagen

Erobert Photovoltaikstrom die Welt im Sturm? Jüngsten Zahlen der Gemeinsamen Forschungsstelle (Joint Research Centre, JRC) der Europäischen Kommission zufolge verzeichnet diese erneuerbare Energiequelle einen kontinuierlichen Zuwachs. Neu installierte Photovoltaik(PV)-Zellen g...

Erobert Photovoltaikstrom die Welt im Sturm? Jüngsten Zahlen der Gemeinsamen Forschungsstelle (Joint Research Centre, JRC) der Europäischen Kommission zufolge verzeichnet diese erneuerbare Energiequelle einen kontinuierlichen Zuwachs. Neu installierte Photovoltaik(PV)-Zellen generierten 2009 weltweit 7,4 Gigawatt (GW) Stromleistung, 5,8 GW davon in Europa. Dies geht aus dem 9. jährlichen Statusbericht zur Photovoltaik hervor, den das JRC am 6. September veröffentlichte. 75% aller PV-Zellen wurden 2009 in Europa installiert. Laut einer Studie des JRC-Instituts für Energie (IE) lag die kumulativ installierte Stromerzeugungskapazität (neuer und bereits vorhandener Anlagen) zum 31. Dezember bei 16 GW, was rund 70% der globalen Kapazität von 22 GW entspricht. Schätzungen zufolge könnten rund 250.000 Haushalte in Europa ein ganzes Jahr lang mit nur einem GW gespeist werden. Von den 27,5 GW Leistung, die allein im Jahr 2009 neu installiert wurden, werden mehr als 20% durch Strom aus Photovoltaikanlagen generiert. Dies komme einem Anstieg um 0,7 GW auf 5,8 GW für das entsprechende Jahr gleich. Das größte Wachstum verzeichnete der deutsche Markt mit 3,8 GW. Allein von Oktober bis Dezember wurden dort etwa 2,3 GW an das Stromnetz angeschlossen. Italien rangierte gleich dahinter mit 0,73 GW, gefolgt von Japan (0,48 GW), den Vereinigten Staaten (0,46 GW), der Tschechischen Republik (0,41 GW) und Belgien (0,3 GW). Deutschland nimmt mit 9,8 GW an kumulativ installierter Leistung die Spitzenposition unmittelbar vor Spanien (3,5 GW) ein. Das Wachstum wird u.a. der in diesen Ländern geltenden Gesetzgebung über erneuerbare Energieträger zugeschrieben. Trotz der guten Zahlen hat der aufstrebende PV-Markt allerdings noch enormes Entwicklungspotenzial. Photovoltaikstrom nimmt einen Anteil von nur 0,4% der insgesamt bereitgestellten Leistung in der EU im Jahr 2009 ein, weltweit entspricht dies nur 0,1%. Dem JRC-Bericht zufolge stieg die weltweite PV-Produktion um 56% auf 11,5 GW im Vergleich zum Vorjahr und um 0,1% auf 2 GW in der EU. 2009 war China mit 4,4 GW in diesem Bereich weltweit führend, gefolgt von Taiwan (1,6 GW) und Malaysia (0,72 GW). Obwohl 2008 und 2009 verschiedene Unternehmen die globale Erweiterung der PV-Produktion auf Eis gelegt oder ganz gestoppt hatten, drängen inzwischen neue Produzenten auf den Markt als Zeichen einer starken Aufholbewegung, die der Industrie Aufwind verschafft. Der Bericht vermerkt auch, dass Marktveränderungen weg von "einer Angebots- hin zu einer Verbraucher-orientierten Logik und die daraus resultierende Überkapazität bei Solarmodulen" in den beiden Jahren für einen deutlichen Preisverfall um fast 50% gesorgt hätten. Der Preis für ein Watt betrug in etwa 1,50 EUR. Aus technologischer Sicht stellt das JRC fest, dass polykristallines Silizium den Markt 2009 mit erstaunlichen 80% fest im Griff hatte. Dünnschichtsolarmodule erhöhten ihren Marktanteil auf 16 bis 20% im gleichen Jahr. "Der vorhandene PV-Technologie-Mix ist eine solide Basis für weiteres Wachstum im Sektor, da keine Technologie ausreicht, um allen Anforderungen der Verbraucher gerecht zu werden", heißt es im JRC-Bericht. "Durch vielfältige PV-Technologien können 'Engpässe' bei der Implementierung von Photovoltaikanlagen verhindert werden, falls Materialknappheit oder technische Hindernisse die Weiterentwicklung oder das Wachstum einer bestimmten Technologie ausbremsen." Die in mehr als 300 Unternehmen auf dem internationalen Markt erhobenen Daten konzentrierten sich hauptsächlich auf Europa sowie auf China, Indien, Japan, Taiwan und die Vereinigten Staaten. Die Studie gibt auch einen Überblick über aktuelle Entwicklungen im Sektor zu laufenden Forschungen, Erzeugung und Markteinführung von PV-Strom. Aufgrund der angespannten Marktlage zeigen Unternehmen mangelnde Bereitschaft zur Weitergabe vertraulicher Informationen, sodass die Daten für 2009 möglicherweise weniger zuverlässig seien als im Vorjahr, heißt es im Bericht.

Länder

Belgien, China, Tschechien, Deutschland, Spanien, Italien, Japan, Malaysia, Taiwan, Vereinigte Staaten

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