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JRC-Atlas lenkt Aufmerksamkeit auf Bedrohung der Bodenvielfalt

Diskussionen zu den Themen, wie der Verlust der Artenvielfalt und der Klimawandel unserem Planeten zusetzen, reißen nicht ab. Die Menschen sind wohl oder übel gezwungen, sich anzupassen und sich den entstehenden Herausforderungen zu stellen. Bedenken zu unserem wachsenden Ener...

Diskussionen zu den Themen, wie der Verlust der Artenvielfalt und der Klimawandel unserem Planeten zusetzen, reißen nicht ab. Die Menschen sind wohl oder übel gezwungen, sich anzupassen und sich den entstehenden Herausforderungen zu stellen. Bedenken zu unserem wachsenden Energieverbrauch, wie wir Wasser verschwenden, wie Tiere zunehmend ihren Lebensraum verlieren, sind fast täglich in den Schlagzeilen der Medien zu finden. Aber denkt auch jemand darüber nach, auf welche Weise eine der wichtigsten Ressourcen der Erde von diesen Veränderungen betroffen ist? Der Boden, Heimat von ungefähr einem Viertel aller Spezies auf der Erde, ist in Gefahr. Aber wie können wir ihn schützen? Die Gemeinsame Forschungsstelle (Joint Research Centre, JRC) der Europäischen Kommission hat am 23. und 24. September in Brüssel auf der Konferenz "Boden, Klimawandel und biologische Vielfalt - Wo stehen wir?" eine auf Indikatoren basierende Karte der potenziellen Bedrohungen der biologischen Vielfalt im Boden veröffentlicht. Dieser Atlas - der dieses Jahr zum ersten Mal zusammengestellt wurde - wird Entscheidungsträgern die zum Schutz dieser lebenswichtigen Ressource nötige Unterstützung geben. Rund 25% der Arten auf der Erde leben im Boden, der den zweitgrößten Kohlenstoffspeicher unseres Planeten bildet. EU-Experten zufolge sind Landwirtschaft sowie Wasser- und Kohlenstoffkreislauf sehr stark von der Bodenvielfalt abhängig. Der 128-seitige JRC-Atlas zeigt präzise die stark durch Schrumpfung gefährdeten Bereiche in Belgien, Nordfrankreich, Luxemburg, den Niederlanden und einigen Teilen des Vereinigten Königreichs an. Für politische Entscheidungsträger, Forscher und Berater dürfte diese Karte eine äußerst nützliche Ressource darstellen. "Der Boden ist von grundlegender Bedeutung für die biologische Vielfalt, durch die das Leben auf unserem Planeten möglich ist und unsere Wirtschaft nachhaltig bleibt", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung von Máire Geoghegan-Quinn, Kommissarin für Forschung, Innovation und Wissenschaft, und Janez Potocnik, Kommissar für Umwelt. "Durch die Verschlechterung der Bodenqualität ist unser Zugang zu Nahrungsmitteln, frischer Luft und Trinkwasser sowie vielen wichtigen Rohstoffen gefährdet. Dieser Atlas ist ein wesentlicher Beitrag der EU zu dem von der UNO ausgerufenen Jahr der biologischen Vielfalt 2010. Damit soll die Öffentlichkeit für die Notwendigkeit der Bodenrahmenrichtlinie sensibilisiert werden, die die Kommission im Jahre 2006 erstmals vorgeschlagen hat, und dazu beigetragen werden, eine weitere Verschlechterung der Bodenqualität zu verhindern und den bereits verursachten Schaden zu beheben. Je länger wir damit warten, dieses Problem koordiniert anzugehen, desto größer werden die Kosten sein." Der Europäische Atlas der Bodenvielfalt enthält die allererste Karte, in der die Bedrohungen für die Bodenvielfalt in fast allen EU-Mitgliedstaaten erfasst sind. Die Bodenvielfalt wird von verschiedenen Faktoren bedroht, die während einer durch die JRC-Arbeitsgruppe für Bodenvielfalt organisierten Expertenbewertung ausgewählt und gewichtet wurden. Es wurden mehrere Belastungsfaktoren einbezogen, um die in diesem Atlas enthaltenen potenziellen Gefahren zu bestimmen: Bodenverdichtung, Zerstörung von Lebensräumen, intensive Bewirtschaftung durch den Menschen, Landnutzungsänderungen, Erosion, Umweltverschmutzung und invasive Arten. Der Atlas kann natürlich nicht das tatsächliche Level der biologischen Vielfalt im Boden darstellen; vielmehr weist er auf das mögliche Risiko eines Rückgangs der Biodiversität hin. Er zeigt zum Beispiel an, dass das Risiko einer schrumpfenden Bodenvielfalt aufgrund von durch Menschen verursachten Problemen dort größer ist, wo die Bevölkerungsdichte höher ist und/oder die landwirtschaftliche Nutzung stärker. Der Atlas wird unser Bewusstsein darüber, was an Leben unter der Erde vor sich geht, und wie der Boden maßgeblich an der Aufrechterhaltung anderer Ökosysteme beteiligt ist, fördern. Die wichtigsten Beiträge zu dem Atlas kamen aus verschiedenen Abteilungen der Europäischen Kommission und von Partnern aus der Industrie, von Hochschulen und Organisationen sowie dem Übereinkommen über die biologische Vielfalt (Convention on Biological Diversity, CBD) und der Ernährungs- und Landwirtschafts-Organisation der Vereinten Nationen (Food and Agriculture Organization, FAO).

Länder

Belgien, Frankreich, Luxemburg

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