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Inhalt archiviert am 2023-03-16

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Schwarze Löcher mit Gangschaltung

Schwarze Löcher sind extrem starke und effiziente Motoren [eng. Engine], die Materie schlucken und im Austausch für die aufgenommene Masse eine Menge Energie ins Universum freisetzen. Wenn sie Masse anziehen, setzen sie auch intensive Röntgenstrahlung und energiereiche Jets fr...

Schwarze Löcher sind extrem starke und effiziente Motoren [eng. Engine], die Materie schlucken und im Austausch für die aufgenommene Masse eine Menge Energie ins Universum freisetzen. Wenn sie Masse anziehen, setzen sie auch intensive Röntgenstrahlung und energiereiche Jets frei. Allerdings tun dies nicht alle Schwarzen Löcher auf die gleiche Weise, und dies hat die Weltraumbeobachter seit Langem verwirrt. Jetzt legen Erkenntnisse von Forschern am Niederländischen Institut für Weltraumforschung SRON nahe, dass jedes Schwarze Loch zwischen zwei verschiedenen 'Einstellungen' wählen kann, um diese Aufgabe durchzuführen, etwa so wie bei einer Gangschaltung. Jets von Schwarzen Löchern sind Leuchtturm-ähnliche Materialstrahlen, die bei knapper Lichtgeschwindigkeit nach außen schießen. Sie können einen großen Einfluss auf die Entwicklung ihrer Umwelt haben. Jets aus supermasserereichen Schwarzen Löchern im Zentrum von Galaxien können etwa riesige Blasen hineinpusten und das Gas in Galaxienclustern aufheizen. Peter Jonker und Eva Ratti haben zwei aktive Schwarze Löcher untersucht, um den Zusammenhang zwischen der Röntgenstrahlung aus einem Schwarzen Loch und seinem Jet-Abfluss zu untersuchen. Dieser Zusammenhang wurde von Astronomen im Jahr 2003 entdeckt. Das Verständnis dieser Verbindung ist entscheidend, um zu erklären wie dieser Motor funktioniert. Am Anfang dachten die Astronomen allerdings, dass dieser Zusammenhang für alle Schwarzen Löcher gleich war. Doch bald wurden Ausnahmen entdeckt. Diese ungewöhnlichen Beispiele wiesen immer noch auf einen klaren Zusammenhang zwischen der Energie aus der Röntgenstrahlung und jener, die in den Jet-Ausstoß floss, hin. Es war jedoch klar, dass sich dieser Anteil von dem der "normalen" schwarzen Löcher unterschied. Da immer mehr Ausnahmen gesichtet wurden, wurde klar, dass es zwei Gruppen von Motoren gibt, die in einer etwas anderen Weise funktionieren. Die neue Arbeit der niederländischen Forscher baut auf Studien des Astronomen Michael Coriat von der University of Southampton auf, der ein Schwarzes Loch entdeckte, das zwischen den beiden Arten von Röntgen/Jet-Zusammenhang zu wechseln schien, je nach ihrer Helligkeit. Dies deutete darauf hin, dass Schwarze Löcher nicht zwangsläufig zwei verschiedene "Motoren" besitzen, sondern dass jedes Schwarze Loch auf zwei verschiedene Arten mit dem gleichen Motor laufen kann. Sie verwendeten Röntgen-Beobachtungen aus dem Chandra-Röntgen-Observatorium und Radio-Beobachtungen aus dem Expanded Very Large Array (EVLA) in New Mexico, um die beiden Schwarzen Löcher näher zu beobachten Eva Ratti kommentiert: "Wir haben herausgefunden, dass diese beiden Schwarzen Löcher den Gang wechseln konnten. Das zeigt, dass es sich nicht um eine außergewöhnliche Eigenschaft eines bestimmten Schwarzen Lochs handelt. Unsere Arbeit zeigt, dass dieser "Gangwechsel" bei Schwarzen Löchern normal sein könnte. Wir haben auch herausgefunden, dass der Gangwechsel bei allen drei Schwarzen Löchern bei einer ähnlichen Röntgenhelligkeit erfolgt."Weitere Informationen sind abrufbar unter: Royal Astronomical Society (RAS): http://www.ras.org.uk/(öffnet in neuem Fenster)

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