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Viele junge Krebspatienten leiden unter einer posttraumatischen Belastungsstörung

Im Gegensatz zu dem, was Forscher annehmen, sind Krebspatienten aller Altersstufen von einer posttraumatischem Belastungsstörung betroffen. Eine Studie der Universität Zürich (UZH) und der Universitätskinderklinik Zürich in der Schweiz hat herausgefunden, dass eine posttraumat...

Im Gegensatz zu dem, was Forscher annehmen, sind Krebspatienten aller Altersstufen von einer posttraumatischem Belastungsstörung betroffen. Eine Studie der Universität Zürich (UZH) und der Universitätskinderklinik Zürich in der Schweiz hat herausgefunden, dass eine posttraumatische Belastungsstörung auch bei Säuglingen und Kleinkinder ausgelöst werden kann und nicht nur bei Erwachsenen und Kindern. Die Forscher sagen, dass Experten dies bei der Behandlung von Kindern berücksichtigen sollten, um zu verhindern, dass diese langfristig psychische Krankheiten entwickeln. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Psycho-Oncology veröffentlicht. Betroffene einer posttraumatischen Belastungsstörung erleben ihre Erfahrungen in Form von Flashbacks und Albträumen wieder. Kleine Kinder erleben ihre Erfahrungen auch im traumatischen Spiel wieder. Deshalb vermeiden sie Reize, die sie an das Geschehene erinnern. Sie leiden auch an vegetativer Übererregung wie Schlaflosigkeit sowie Hypervigilanz oder Konzentrationsproblemen. Im Rahmen der Studie befragte die Doktorandin Anna Graf von der UZH 48 Mütter, deren Kinder an Krebs erkrankt waren. Sie fand heraus, dass 18,8 Prozent der untersuchten Säuglinge und Kleinkinder das Vollbild einer kleinkindlichen posttraumatischen Belastungsstörung aufwiesen. Bei weiteren 41,7 Prozent stellten sie zumindest einen Teil der Sympto­me einer Belastungsstörung fest, etwa Angst und Flashbacks. Unter der Leitung von Professor Markus Landolt und mit Unterstützung der Kinderonkologin Eva Bergsträsser von der Universitätskinderklinik Zürich beobachtete Anna Graf, dass Kinder über 18 Monate ein höheres Erkrankungsrisiko hatten als jüngere Kinder. Ebenso erhöhte eine posttraumatische Belastungsstörung bei der Mutter die Störungswahrscheinlichkeit beim Kind. Es zeigte sich allerdings kein Zusammenhang zwischen der Entwicklung einer posttraumatischen Belastungsstörung und den untersuchten Krankheitsmerkmalen. "Unsere Studienbefunde zeigen, dass eine Krebserkrankung und deren Behandlung auch im Säuglings- und Kleinkindalter traumatisierend wirken kann", erklärt Professor Landolt. "Noch mehr sollte darauf geachtet werden, dass potentiell belastende Behandlungen wie z.B. die Knochenmarkspunktion möglichst kinderfreundlich und schmerzfrei durchgeführt werden." Die Forscher sind der Ansicht, dass alle Maßnahmen gefördert werden sollten, die das Sicherheitsgefühl des Kindes im Krankenhaus und während der medizinischen Behandlung verbessern und damit die Angst reduzieren. Dafür brauche es zwingend speziell für das Kindesalter geschultes Personal und eine kindgerechte Infrastruktur. Nicht zuletzt sollen schließlich auch die Eltern als absolut wichtigste Bezugspersonen und Ressourcen des Kindes während der Erkrankung des Kindes möglichst gut psychologisch unterstützt werden. In dieser Studie beobachteten die Forscher, dass meisten Diagnosen feste Tumoren, Leukämie, Lymphome und Gehirntumoren waren. Insgesamt hatten 85 Prozent der Kinder eine Chemotherapie erhalten, 56 Prozent waren operiert worden, fast 17 Prozent erhielten eine Bestrahlung und 12,5 Prozent eine Knochenmarkstransplantation.Weitere Informationen sind abrufbar unter: Universität Zürich http://www.uzh.ch/index.html Psycho-Oncology: http://onlinelibrary.wiley.com/journal/10.1002/(ISSN)1099-1611

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