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ERC-Stipendiat erhält Nobelpreis in Physik

Der Europäische Forschungsrat (European Research Council, ERC) erkannte sein Potenzial im Jahr 2009 an, als er als Forschungsleiter bestätigt und ihm eine Finanzhilfe für die Erforschung der Dekohärenz" von Licht in Hohlräumen gewährt wurde. Nun hat die Königlich Schwedische A...

Der Europäische Forschungsrat (European Research Council, ERC) erkannte sein Potenzial im Jahr 2009 an, als er als Forschungsleiter bestätigt und ihm eine Finanzhilfe für die Erforschung der Dekohärenz" von Licht in Hohlräumen gewährt wurde. Nun hat die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften der Arbeit von Professor Serge Haroche ebenfalls höchste Anerkennung gezollt und ihm den Nobelpreis 2012 für Physik verliehen. Der französische Forscher Professor Haroche teilt sich diese Auszeichnung mit seinem amerikanischen Kollegen David J. Wineland für "bahnbrechende experimentelle Methoden, die das Messen und Manipulieren individueller Quantensysteme ermöglichen". Die durch den ERC geförderte Arbeit Haroches über das Licht in Hohlräumen erweitert das Verständnis von stationären Quantenzuständen - wie sie hergestellt werden und wie man den Zugang zu ihnen aufrechterhält. Das bis 2015 laufende Projekt DECLIC ("Exploring the decoherence of light in cavities") soll die Dynamik von in Hohlräumen eingeschlossenen Feldern erforschen und ihre Dekohärenz unter verschiedenen Perspektiven studieren. Es wird neuartige Wege beschreiten, um nicht-klassische Zustände mit einer großen Anzahl von Photonen in einem einzigen Hohlraum herzustellen oder solchen, die nicht-lokal zwischen zwei Hohlräumen aufgeteilt sind. Dem Team ist es bereits gelungen, mit Photonen zu interagieren, ohne sie zu zerstören. Und anschließend konnte es diese quanten-zerstörungsfreie Messung mit einer hohen Rate auf einem vorbereiteten Photon wiederholen, wodurch ein "gefrorener" Zustand erreicht wurde. Damit hat das DECLIC-Projekt die erste "geschlossene Quantenrückkopplungsschleife" gebaut, die in der Lage ist, ein Quantensystem in einem stetigen, nicht-klassischen Zustand zu erhalten. Dies ist eine Voraussetzung dafür, Quantenmerkmale in die Anwendungspraxis zu bringen, etwa in Quantencomputern. Das Projekt wurde mit 2,5 Mio. EUR in Form eines ERC Advanced Grant gefördert. Der ERC, der 2007 ins Leben gerufen wurde, ist eine bahnbrechende Komponente des Siebten Rahmenprogramms (RP7) der EU. Er verfügt über ein Budget von 7,5 Milliarden Euro für den Zeitraum 2007 bis 2013. Die Stipendien werden an Nachwuchsforscher und unabhängige Spitzenforscher sowie auch an erfahrene Forschungsleiter, wie Professor Haroche, verliehen. Der Forschungsrat verfolgt einen Bottom-up-Ansatz, was bedeutet, dass Forscher sich für eine Finanzhilfe in jedem Forschungsbereich bewerben können. Dies ist nicht das erste Mal, dass ein ERC-Stipendiat mit einem Nobelpreis ausgezeichnet wird: Professor Konstantin Novoselov wurde 2010 für seine Arbeit über Graphen ausgezeichnet. Drei ehemalige Preisträger erhielten seitdem eine ERC-Finanzhilfe: Professor James Heckman (2000, Wirtschaft), Professor Theodor Hänsch (2005, Physik) und Professor Jean-Marie Lehn (1987, Chemie). Mit zwei weiteren Nobelpreisträgern verbessert der ERC seine Referenzen. "Die heutige Ankündigung bestätigt die Investition des ERC in die talentiertesten Forscher Europas, deren Beiträge von unschätzbarem Wert für die Wissenschaft und langfristig für die Gesellschaft insgesamt sind", sagte die Präsidentin des ERC, Professorin Helga Nowotny, am 9. Oktober. Dies ist auch der Grund, warum die Kommission eine deutliche Anhebung des ERC-Budget für das nächste EU-Forschungs- und Innovationsprogramm, Horizon 2020, vorgeschlagen hat, erläuterte die EU-Kommissarin für Forschung Máire Geoghegan-Quinn. Das Programm soll 2014 starten. Professor Haroche ist bisher der zweite Europäer, der 2012 mit einem Nobelpreis ausgezeichnet wurde. Der britische Wissenschaftler Sir John Gurdon teilt sich den Preis in Physiologie oder Medizin mit dem japanischen Forscher Shinya Yamanaka für die Entdeckung, dass reife Zellen zu pluripotenten Zellen umprogrammiert werden können.Weitere Informationen sind abrufbar unter: Europäischer Forschungsrat: http://erc.europa.eu Webseite zum Nobelpreis: http://www.nobelprize.org/nobel_prizes/lists/year/

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Frankreich